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Category Archives: Verhaltensökonomie

Wie verändert Corona das Bezahlungsverhältnis der Deutschen?

Diminishing stacks of coins with COVID-19
©pixabay

Waldkraiburg, Mai 2021: Unter den vielen Veränderungen, die die Welt durch Corona durchmachen musste, wurde auch das Bezahlungsverhältnis der Deutschen stark betroffen. Eine Untersuchung im Auftrag des Payment-Experten Glory besagt, dass Einkäufer während der Krise viel mehr mit Karte bezahlen als mit Bargeld.

Neben den neuen Hygieneregelungen in den Geschäften, wie das Tragen der Maske, oder desinfizieren der Hände, wird auch das bargeldlose Bezahlen sehr empfohlen. Durch den ständigen Austausch von Geldscheinen und Münzen, ohne sie desinfizieren zu können, lassen sich Krankheiten leicht übertragen. Mit diesem Hintergedanken ändern sich die Gewohnheiten der Einkäufer und sie bezahlen lieber mit Karte oder mit Handy.

Vor der Pandemie bezahlte jeder Zweite (49% der Einkäufer) lieber mit Bargeld, dies änderte sich aber schnell. Die Zahl der Einkäufer, die mit Karte bezahlen, wuchs auf 71%, das heißt, dass fast zwei von drei Menschen zurzeit bargeldlos einkaufen, da jeder die Ansteckungsgefahr vermeiden und die Zahlen der Erkrankten mindern will.

Bleibt aber das alles so, wenn die Pandemie mal vorbei ist? 41% der Befragten Einkäufer wollen nach Corona wieder auf die Geldscheine und Münzen zurückgreifen. Trotz des Trends zur Karte, bleibt Bargeld über alle Altersgruppen hinweg ein stark gefragtes Zahlungsmittel.

Quelle: Noemi Vadocz – FOS Landshut

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Wachsende Aktionärszahlen: Finanzbildung muss jetzt mitwachsen

  • 2020 haben rund 2,7 Millionen mehr Menschen in Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs investiert als im Vorjahr. Die Zahl der Aktionäre erreicht damit den höchsten Stand seit 2001. (Quelle: Deutsches Aktieninstitut)
  • Das Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB) fordert: Die Finanzbildung in Deutschland als Teil der ökonomischen Bildung muss jetzt nachhaltig mitwachsen.
  • Finanzthemen einschließlich ethischer Aspekte, Nachhaltigkeit, Chancen und Risiken müssen im Schulunterricht aufgegriffen und fachlich fundiert werden.

Düsseldorf, 9. März 2021 (OPM): Mit einem Wachstum von 2,7 Millionen Aktionären im Vergleich zum Vorjahr war im Februar 2020 etwa jede*r Sechste am Aktienmarkt aktiv. Die Entwicklung birgt eine große Chance auf einen nachhaltigen Wandel im Bereich der gesellschaftlichen Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Voraussetzung ist, dass jetzt auch die Finanzkompetenz der Menschen in Deutschland gestärkt wird.

Ein Blick auf die Aktionärszahlen 2020 zeigt: In Deutschland investieren immer mehr Menschen in Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs. Das von über 50 Institutionen aus Schule, Wissenschaft und Wirtschaft getragene Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um auf die Notwendigkeit eines chancengerechten Zugangs zur Finanzbildung als Teil der ökonomischen Bildung hinzuweisen: Die ökonomische Bildung in Deutschland muss gerade jetzt nachhaltig mitwachsen, um ein Bewusstsein für Chancen und Risiken zu schaffen und ein Fundament für den selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Umgang mit Finanzen zu legen.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland im Bereich der privaten Beteiligung am Kapitalmarkt zurück. Dass sich hier nun durch Faktoren wie die Nullzinsphase, das Vorhandensein von Zeit und Geld aufgrund der Corona-Einschränkungen sowie die Digitalisierung des Aktienmarktes ein Wachstum einstellt, zeigt: Das Interesse in der Bevölkerung ist vorhanden. Nun gilt es, dieses durch einen verbesserten Zugang zu ökonomischer Bildung zu untermauern.

Sven Schumann, Co-Vorsitzender des BÖB, sieht die Grundlage dafür im Schulunterricht. „Um diese Entwicklung nachhaltig zu begleiten, ist es wichtig, das wirtschaftliche Grundwissen und das Grundverständnis wirtschaftlichen Handelns zu fördern. Eine bessere Verankerung der ökonomischen Bildung in unserem Schulsystem würde dafür einen entscheidenden Grundstein legen. Um diese erfolgreich aufzubauen und auszugestalten, brauchen wir fundiert ausgebildete Lehrkräfte.“

Verena von Hugo, Co-Vorsitzende des BÖB, betont, dass die Stärkung der Wirtschafts- und Finanzkompetenz gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit fördert. „Es ist wichtig, die gesamtgesellschaftliche Entwicklung im Blick zu haben. Die Zahlen zeigen: Gerade bei den Menschen unter 30 ist ein enormer Zuwachs erkennbar, was vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung erfreulich ist. Bei Frauen sowie in den neuen Bundesländern ist der Zuwachs dagegen deutlich geringer. Hier müssen wir jetzt ansetzen, denn ökonomische Bildung schafft gesellschaftliche Teilhabe.

Finanzthemen einschließlich ethischer Aspekte, Nachhaltigkeit, Chancen und Risiken müssen im Schulunterricht aufgegriffen und fachlich fundiert werden. Nur so erhalten alle Menschen in Deutschland einen chancengerechten Zugang zu wirtschaftlichen Kompetenzen und lernen, selbstbestimmt und eigenverantwortlich mit ihren Finanzen umzugehen.“

Quelle: #ökonomischeBildung / #BOEB_NET – Pressesprecherin: Sonja Kehr

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Wo findet man in der Finanzwelt Psychologie?

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Landshut, 15.10.2015 – Überall, ist die einfache Antwort! Ein entscheidender Faktor in der Welt der Finanzen ist die Psychologie. Und das gilt nicht nur an der Börse. Im Folgenden stellen wir Situationen dar, die als Experimente in der Verhaltensökonomie aufgezeigt werden, aber auch in der Wirklichkeit auf die Beeinflussbarkeit setzen!

Beispiel 1: Die Patronatserklärung für Spareinlagen der Bundeskanzlerin im Jahr 2008:
Am Beginn der aktuellen Finanzkrise trat im September 2008 Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr damaliger Finanzminister Peer Steinbrück in der Nacht nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers und vor Börsenöffnung nach dem Wochenende vor die Presse. Die Botschaft: Die Spareinlagen der deutschen Sparer auf deutschen Banken sind sicher. Es gab davor keinen Kabinettsbeschluss, keine Bundestagssitzung, keine Sitzung der Verfassungsorgane. Diese Erklärung schwebt bis heute im rechtsfreien Raum. Das Ziel dieser Erklärung: Unsicherheit bei den deutschen Sparern zu vermeiden, damit diese nicht in Panik ihr ganzes Geld von ihren Bankkonten holen.

Die Fakten dazu: Zum damaligen Zeitpunkt hatten die Anleger rund 1,7 Billionen Euro auf ihren Sparkonten liegen. Das ist ein Einser mit 12 Stellen danach. Der Bundeshaushalt lag damals bei rund 300 Milliarden Euro – also knapp 1/6 dieser Summe. Und seit Jahren reicht dieses jährliche Geld nicht für die Kosten, die der Bund verursacht, aus. Und seit Jahrzehnten hat der Bund keinen Cent an Schulden zurückgezahlt.

Das bedeutet: Wahrscheinlich war die Aussage der Kanzlerin nicht den Briefbogen wert, worauf der Satz stand. Aber: Psychologisch hatte sie genau das Richtige gemacht. Sie erzeugte Sicherheit allein durch das gesprochene Wort. Und überzeugte die Menschen, obwohl sie nie das Versprechen hätte einlösen können.

Beispiel 2: Wirkung von Lügen nach Dan Ariely
Wir stellen uns ein Klassenzimmer vor, und dort wird ein Fragebogen verteilt. Die Klasse hat nun 20 Minuten Zeit und muss Frage beantworten. Danach wird abgegeben, und es wird statistisch festgestellt, wie viel Fragen der Durchschnitt der Probanden in dieser Zeit und unter diesen Bedingungen richtig beantwortet hat. Wir nehmen jetzt an, dass es im Durchschnitt 20 richtige Antworten sind. Für jede durch ein Aufsichtsteam kontrollierte korrekte Anwort erhalten die Versuchspersonen einen Euro.

Diesen Basisversuch hat der Verhaltensökonom Dan Ariely nun variiert:

1. Abwandlung: Der Versuch wird in einem anderen Klassenzimmer wie oben durchgeführt, nur dass die Probanden nach dem Testende und nach eigener Kontrolle die Fragebögen durch einen Reißwolf vernichteten. Trotzdem sollten sie dem Kontrollpersonal die Anzahl der richtigen Fragen nennen und bekamen anstandslos ihr Geld. Die Folge war, dass im Durchschnitt die Testpersonen etwa zehn Prozent mehr richtige Fragen angaben, also rund 22. Daraus ist abzulesen, dass bei fehlender Kontrolle ein bisschen geschummelt wird.

2. Abwandlung: Der Versuch wird in einem weiteren Klassenzimmer wie bei der 1. Abwandlung durchgeführt, also ohne Kontrolle und mit Reißwolf, aber mit einer entscheidenden Ergänzung. Nach nur fünf Minuten springt eine eingeweihte Testperson auf, ruft „ich habe alles richtig“, vernichtet den Fragebogen im Reißwolf und bekommt problemlos den vollen Betrag ausbezahlt. Die Folge: Viele Probanden logen deutlich mehr und gaben deutlich höhere Quoten als richtige Antworten an. Durch die offensichtliche Lüge des einen, der damit auch durchkam, sahen sie kein Problem darin, auch deutlich häufiger und extremer zu lügen.
Das große Fazit von Dan Ariely: Wenn Lügen gesellschaftsfähiger sind, werden mehr Menschen dazu greifen. Das ist die Herausforderung einer psychologisch ausgerichteten Finanzpolitik für eine gerechtere Steuerpolitik oder einen gerechteren Sozialstaat!

Psychologie ist allgegenwärtig. Viele Annahmen sind wegen einer Fixierung auf den homo oeconomicus in der heutigen Wirtschaftswissenschaft tatsächlich falsch. Aber nicht alles was falsch ist, ist immer unrichtig. Deshalb ist aber immer das Credo:

Glaube nichts und hinterfrage alles!

Edmund Pelikan

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