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Category Archives: Finanzprüfung

econo_me: Der Schülerwettbewerb Wirtschaft und Finanzen 2017/2018

Die Aufgabe


Schülerwettbewerb Wirtschaft und Finanzen

 Sekundarstufe I
 Jahrgangsstufen 7 bis 10 (Haupt-, Real- und Gesamtschule), Jahrgangsstufen 7 bis 9 (Gymnasium)

Bezahlen per Karte gehört zum Alltag, in naher Zukunft reicht vermutlich das Smartphone. Wozu braucht man dann noch Bargeld? Immer häufiger hört man Forderungen dieses doch ganz abzuschaffen. Doch wäre das wirklich so einfach? Brauchen wir nicht heute noch an vielen Stellen Münzen und Scheine? Oder müssen wir nur einfach unsere Gewohnheiten ändern? Welche Akteure und Institutionen in Wirtschaft und Politik (Verbraucher, Unternehmen, Staat, Banken) sind besonders stark an der Abschaffung des Bargelds interessiert?

Aufgabenstellung:
Erklärt anhand eines konkreten Fallbeispiels (eine Familie, eine Einzelperson, ein Freundeskreis o. Ä.)
a) in welchen Alltagsbereichen Bargeld heute noch eine große Rolle spielt und
b) wo die Auswirkungen bei der Abschaffung von Bargeld am stärksten wären
Bezieht dabei auch selbst Position, indem ihr eure Meinung zu folgender Frage begründet darlegt: Sollte das Bargeld aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger abgeschafft werden?

Bereitet eure Erkenntnisse medial ansprechend und verständlich auf, so dass jemand, der sich noch keine Gedanken zur „Abschaffung des Bargelds“ gemacht hat, einen umfassenden Eindruck von den Auswirkungen bekommt.

Sekundarstufe II

Oberstufe Gymnasium (ab Jahrgangsstufe 10), Gesamtschule, berufsbildende Schulen

„Der Anfang vom Ende des Bargelds?“, fragte das Handelsblatt im Februar 2017 nach einem Vorschlag der EU-Kommission, für Bargeldgeschäfte eine Obergrenze einzuführen. Die Diskussion um die Zukunft von Münzen und Scheinen ist in vollem Gange. Während sich Befürworter vor allem eine Eindämmung krimineller Machenschaften und Kostensenkungen erhoffen, sehen Kritiker die Gefahr der vollständigen Offenlegung all unserer finanziellen Entscheidungen und Handlungen.

Aufgabenstellung:
Analysiert die aktuelle Diskussion um die Zukunft des Bargelds und ermittelt die wesentlichen Argumente der Befürworter und Gegner der Bargeldabschaffung.
Stellt die Kontroverse medial ansprechend, anschaulich und verständlich dar und nehmt dabei selbst begründet Stellung.

Zulässige Formate für Sek I und Sek II

 Video, Zeitung, Comic, Spiel, Blog, Website oder Ähnliches. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Beiträge sind online einzureichen. Informationen zu Einreichung und Beitragsformaten finden Sie hier



Allgemeine Bewertungskriterien

 Informationen zu den allgemeinen Bewertungskriterien finden Sie hier



Quelle: handelsblattmachtschule.de

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InvestAnalyseBrief Nr. 24

©InvestAnalyseBrief

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Liebe Leser des InvestAnalyseBrief,

die Wahl am 24. September 2017 hat ein Ergebnis gebracht: Deutschland ist unzufrieden und Protestwähler an allen Ecken. Und es läuft alles wieder auf eine Kanzlerin Angela Merkel hinaus. Aber was sagen die Märkte dazu?

Die gaben sich einige wenige Tage stabil und ziehen jetzt wieder an. Wahrscheinlich ist man froh, dass kein Wahnsinniger wie Donald Trump, der Amerika sukzessiv unregierbar macht, an die Macht gekommen ist. Wie zwar eine Jamaika-Koalition ausverhandelt werden soll, und welche Folgen dies für die (Finanz)Wirtschaft haben wird, bleibt abzuwarten. Die Euphorie kann ich in jedem Fall ökonomisch nicht begründen.

In meinem Markt-Round-Table im Schwestermagazin Immobilienbrief mit Professoren zu der Zukunft beziehungsweise Zinsabhängigkeit der Immobilienmärkte kam immer wieder die Sprache auf die marktwirtschaftlichen Lösungsansätze der Geld-Magenta-Partei von ökonomischen und ökologischen Problemen. Wird man diese aber in einer Koalition mit ökologischen Fundamentalisten wirklich realisieren können? Und was wird eine Langzeit-Kanzlerin von den massiven Störfeuern aus Bayern zu befürchten haben? Alle diese Fragen machen es nicht leicht, an eine Beendigung von Koalitionsverhandlungen vor Jahresende zu glauben. Die Idee, dass das Elefantenrundenrumpelstilzchen Martin Schulz innerhalb von sechs Wochen doch zurücktritt, und damit einer GroKo eine neue Chance gibt, ist zumindest einen Gedanken wert.

Eines, und da bin ich fest davon überzeugt, ist ausgeschlossen: Neuwahlen, denn diese würden dem Lieblingsfeind aller demokratischen Parteien, der AfD, weitere Wähler zutreiben. Und schließlich will man abwarten, bis die Blauen sich binnen weniger Jahren selbst zerlegen und atomisieren. Der Anfang ist schließlich gemacht. Derzeit sind lukrative Jobs zu vergeben, und das schweißt bei allen Differenzen zusammen. Im Parlamentsalltag werden die Unterschiede zwischen gemäßigt und rechtsextrem dann voll zu Tage treten.

Die Folgen: Ja, es wird eine Jahresendrallye für die Aktienmärkte geben, und die EZB wird weiterhin am billigen Geld festhalten. Im neuen Jahr, wenn auch eine neue Regierung steht, werden die Karten auch für die Märkte neu gemischt.

Damit genug von Politik und ab nächstes Mal wieder ein marktbezogenes Editorial. Bleiben Sie uns bis dahin gewogen und vor allem kritisch.

Ihr

Edmund Pelikan

Den aktuellen InvestAnalyseBrief finden Sie hier:

Der Offene InvestAnalyseBrief Nr. 24

Bereits erschienene Ausgaben finden Sie unter www.investanalysebrief.de

 

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Wenn Aktien unattraktiver sind als Lotto!

© shutterstock.com

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Landshut, 03.08.2016 – Allein wenn man auf die Quote sieht, wird man stutzig: Nur etwas über vier Prozent der Anleger werden in Deutschland als Aktionäre geführt. Wenn man die relevante Zielgruppe auf die über 14-Jährigen verkleinert sind es immerhin schon über sieben Prozent. Und wieviele Deutsche spielen Lotto (erlaubt ab 18 Jahren)? Nahezu jeder Dritte, also fast 33 Prozent. Letzteres bestätigen eine Zahl der Forschungsstelle Glückspiel der Universität Mannheim und Prognosen von Marktforschungsinstituten im Auftrag desDeutschen Lottoverbandes aus 2011.

Das muss man sich auf der Zunge einmal zergehen lassen. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 1 zu knapp 140 Millionen wird hingenommen, da ein Millionengewinn winkt. Und Aktien werden als riskant angesehen. Lassen Sie mich das bildlich darstellen: Wir lassen wie bei einem Kinderwettbewerb irgendwo in Russland einen Luftballon mit einer Karte daran in die Luft steigen. Die Versuchsanordnung ist so, dass der Luftballon überall in Russland (mit seinen 146 Millionen Einwohnern) mit gleicher Wahrscheinlichkeit landen wird, also der „ideale Markt“. In einem Datenprogramm sind alle Telefonnummern Russlands gespeichert, und mit einem Zufallsgenerator wird nun eine Nummer ausgewählt. Sie rufen diese Telefonnummer – natürlich mit perfekten Russisch – an. Wenn nun an dieser Nummer die Person in Russland dran ist, die Ihre Karte des Luftballons gefunden hat, wäre das in etwa so wie der Gewinn eines Sechsers mit Superzahl beim Spiel 6 aus 49. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler sein Geld komplett verliert, liegt den Statistikern zufolge bei sage und schreibe 97 Prozent. Trotzdem investiert der durchschnittliche Lottospieler 450 Euro jedes Jahr in die Geldvernichtungsmaschine Lotto – mit staatlichem Plazet. Und Aktienanlagen werden als zu riskant abgelehnt.

Die Verhaltensökonomen Tobias Regele und Martin Weber von der Universität Mannheim nahmen sich dieses paradoxen Anlegerverhaltens an. Sie fanden heraus, dass sich der typische Anleger nicht von einer geringeren Schwankungsbreite bzw. Volatilität, also einem geringeren Risiken leiten lässt, sondern von einem höheren Erwartungswert. Und der richtet sich auch an der Chance nach dem höheren Gewinn aus. Und das auch, wenn die Verteilung von Chancen und Risiko sehr ungleich sind wie beim Lotto. Die Finanzwissenschaftler bezeichnen das als „Schiefe“. Sie unterscheiden dabei positive und negative Schiefe. Positive Schiefe besteht, wenn es eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen sehr großen Gewinn und eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen kleinen Verlust gibt. Bei negativer Schiefe ist es eher unwahrscheinlich, etwas zu verlieren, dafür aber wäre der Verlust sehr groß.

„Menschen haben eine starke Präferenz für positive Schiefe“, schreiben die Forscher und erklären damit die Teilnahme an Glücksspielen und Lotterien mit geringen Aussichten auf fantastisch hohe Gewinne. Daher erscheint der wenig wahrscheinliche höhere Verlust aus dem Investment bedrohlicher als der nahezu sichere kleine Verlust aus dem Lottospiel.

Übrigens: Wenn der Lottospieler seine 450 Euro Jahr für Jahr in einen Aktiensparplan 40Jahre lang mit nur 4 Prozent jährlicher thesaurierender Verzinsung anlegen würde, würden über44.000 Euro herauskommen. Und so ein „Lottogewinn“ wäre sogar wahrscheinlich.

Edmund Pelikan
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Wie hat die Fondslandschaft den Brexit überstanden?

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Das kommt sehr auf die Gestaltung des Investmentfonds an. Denn das was für breit gestreute Portfolios gilt, wirkt sich auch bei Fondsportfolios aus: Je breiter diversifiziert ist, um so weniger anfällig waren die Fonds gegenüber dem unerwarteten Wählervotum in Großbritannien. Den fallenden Aktien insbesondere von exportorientierten Werten standen Gewinne bei Anleihen und Gold gegenüber. Konkret heißt dies für einige Topseller im Markt auf der Basis von Analysen von Morningstar:

Der über 9 Milliarden Euro schwere Flossbach von Storch Multiple Opportunities ging am Brexit-Freitag (23.06. bis 24.06.2016) mit einem kleinen Plus von 0,25 Prozent aus dem Markt und verlor aber über das Wochenende inklusiv Montag (23.06. bis 27.06.2016) etwa ein halbes Prozent. Damit ist er um etwa ein ¾ Prozent besser als die Kategorie-Performance bei Morningstar.

Der über 14 Milliarden Euro schwere Nordea-1 Stable Return erwies seinem Name Ehre. Am Brexit-Freitag schloss er quasi unverändert und gewann sogar über das Wochenende inklusiv Montag etwa 0,2 Prozent. Damit liegt er ein Prozent besser als die Kategorie -Performance bei Morningstar.

Ein wahrer Brexit-Outperformer war der JPM Global Macro Opportunities. Am Brexit-Freitag schloss er im Plus mit fast einem halben Prozent und gewann sogar über das Wochenende inklusiv Montag sage und schreibe 1,77 Prozent. Er ließ damit die Kategorie-Performance im Vergleich um fast drei Prozent hinter sich.

Eher zu den Verlierer zählen die bekannten Fonds Deutsche Concept Kaldenmorgen und der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Am Brexit-Freitag schlossen diese Werte bereits deutlich im Minus bei – 0,8 Prozent bzw. -1,92 Prozent. Auch über das Wochenende inklusiv Montag bauten die Verlierer die Verluste aus und schlossen mit -1,72 Prozent bzw. – 3,85 Prozent. Insbesondere der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen mutete seinen Anlegern im Vergleich zu dem Durchschnittswert seiner Kategorie Mischfonds Euro flexibel bei Morningstar damit über ein Prozent mehr Verlust zu.

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Sündhafte Investments: Ja oder Nein?

Landshut, 04.07.2016 – Schaut man sich den Index der International Securities Exchange in New York (ISE) an, muss man klar Ja sagen. Dieser „Sünden-Index“ bildet die Entwicklung der bedeutendsten Tabakkonzerne, Alkoholhersteller und Kasinobetreiber der USA ab und legte in den letzten Jahren um 300 Prozent zu, der US Leitindex S&P 500 nur um gut 100 Prozent.

Nein zu unethischen Investments hingegen sagen immer mehr Versicherer, die Allianz und die AXA ziehen sich aus Tabakaktien zurück und riskieren damit, den Kunden eine Underperformance zu liefern, denn tatsächlich sind die SündenInvestments sehr einträglich.

Das zeigt besonders eindrucksvoll ein Vergleich des bislang einzigen „Sündenfonds“ mit einem ethisch korrekten Fonds. Der „böse“, im August 2002 aufgelegte, US Barrier Fund hat den „guten“ Vanguard FTSE Social Index Fund um nicht weniger als 100 Prozentpunkte geschlagen.

Zu den größten Positionen des US Barrier Fund zählen einige Tabak-Multis wie Reynolds, Altria oder Imperial Brands, aber auch Glücksspielanbieter und Alkoholhersteller sind vertreten. Auch zu den best gelaufenen Aktien gehört der Waffenhersteller Smith & Wesson, sie habe seit der Jahrtausendwende durchschnittlich 21 Prozent Jahresrendite erwirtschaftet.

Stellt sich die Frage, warum sich viel Zaster mit Laster machen lässt. Dafür sehen die Forscher mehrere Gründe. Die Sünden-Investments unterliegen keinen radikalen Technologie-Veränderungen. Selbst wenn die Gesetze für die Tabak-Industrie immer mehr verschärft werden, rauchen die Leute weiter. Außerdem beschert das Bevölkerungswachstum auf der Erde den Konzernen weitere Zuwächse, und die Papiere werfen hohe Dividenden ab, was gerade in einer Niedrigzinsphase gut ankommt.

Außerdem sind die meisten Sündenbranchen weniger konjunkturabhängig. Denn Tabak- und Alkoholkonsum nehmen in wirtschaftlich schwachen Zeiten nicht ab – im Gegenteil. Der Alkoholverbrauch, das Rauchen und Glückspiel haben als menschliche Laster auch in ökonomischen Schwächephasen oder trotz staatlichen Verbots Bestand. Das sah man besonders gut zur amerikanischen Prohibition.

Dass aber sogar zu Zeiten des Brexit die Formel gilt, überrascht. Tabak und Alkoholtitel profitierten von der Entscheidung der Engländer, die EU zu verlassen. Bei Gold hatte man das erwartet, bei sündhaften Aktien eher nicht. Manche Aktienwerte explodierten regelrecht zwischen dem schwarzen Freitag (24.06.2016) und dem Beginn der darauffolgenden Woche (28.06.2016), wie das Handelsblatt herausgearbeitet hatte.

Nun muss aber jeder selbst entscheiden, ob er für oder gegen Sünden-Investments ist, nach Ansicht einiger Experten ist die Börse aber nicht gemacht für Gutmenschen.

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Klassenkampf über die Abgeltungssteuer

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Landshut, 21.06.2016 – Noch Ende Mai erklärte Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel unter dem Eindruck der schlechten Werte der Sonntagsfrage für seine SPD, dass nach der nächsten Bundestagswahl 2017 die Sozialdemokraten die einheitliche Abgabe von 25 Prozent auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne durch die Besteuerung nach dem persönlichen Einkommensteuersatz ersetzen werden soll. Der Slogan: Arbeitseinkommen darf nicht höher besteuert werden wie Kapitaleinkommen. Das schreit nach einem Faktencheck:

Einführung der Abgeltungssteuer (Auszug aus Wikipedia):

In Deutschland sind bestimmte Anwendungen der Kapitalertragsteuer als Abgeltungsteuer ausgestaltet, meist in Form einer Quellensteuer bei Einkünften aus Kapitalvermögen. Zusammen mit der Einführung des Gesonderten Steuertarifs für Einkünfte aus Kapitalvermögen hat sie seit dem 1. Januar 2009 auch bei Privatanlegern für bestimmte Kapitaleinkünfte grundsätzlich abgeltende Wirkung (Abgeltungsteuer). Vor diesem Zeitpunkt hatte sie diese nur bei (z. B. rein ausländischen) Körperschaften in speziellen Fällen.

Verantwortlich für die Einführung war der  SPD-Finanzminister der ersten Großen Koalition Peer Steinbrück damals als Gegenmaßnahme zur wahrgenommenen Kapitalflucht  mit dem Slogan: „Besser 25 Prozent von x als 45 Prozent von nix“ sowie zur Steuervereinfachung.

Bereits ab einem Jahreseinkommen von 53.666 Euro hat ein Arbeitnehmer den Spitzengrenzsteuersatz von 42 Prozent erreicht. Damit würden bereits viele Angehörige der Mittelschicht für Kapitaleinkünfte einen Spitzensteuersatz zahlen. Durch den Informationsaustausch von über 100 Staaten wähnt man das Thema Steuerflucht im Griff, was diesen Grund der Abgeltungssteuer aushebeln soll.

Das Thema Vereinfachung greift jedoch weiterhin. Abgeltungssteuer wird direkt an der Quelle – also bei der Bank – vereinnahmt. Wenn die klassische Besteuerung wieder käme, heißt es wieder Belege sammeln. Und: Für zahlreiche Altersvorsorgemaßnahmen werden die Erträge schmelzen. Denn was die Nullzinsphase durch fehlende Zinsen nicht raubt, greift der Staat mit höheren Steuern auf Dividenden und Kursgewinne ab. Erste Kritiker rufen bereits jetzt nach einem höheren Sparerfreibetrag. Sicher ist: Wenn die Abgeltungssteuer fällt, kommen auf Sparer hunderte, wenn nicht sogar tausende Euro Mehrbelastung pro Jahr zu.

Edmund Pelikan

 

 

 

 

 

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Anleger suchen oft Gurus und Propheten und nicht kundige Ratgeber!

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Landshut, 21.06.2016 – Wann erklimmt ein „guter“ Mensch den Heiligenstatus in der katholischen Kirche? Wenn jemand in größter Not diesen Heiligen um Hilfe bat und dieser etwas scheinbar nicht wissenschaftlich erklärbares Eintreten ließ. Dies wird streng kontrolliert und durch einen Advocatus Diaboli hinterfragt. Wobei die bekannten Selbstheilungskräfte eines Menschen nicht als wissenschaftlich belegt gelten.

Ähnlich verhält es sich in der Finanzwelt. Anleger und Investoren rufen Heilige und Propheten an, um die Zukunft zu erfahren und sich danach zu richten. Apropos anrufen: Eine solche Telefonaktion stand bei der Zeitung „Die Welt“ wie jedes Jahr auf dem Plan. Interessant sind die Fragen und Antworten, die immer nach dieser Anlegerhilfe abgedruckt werden. Zwei wollen wir kurz zitieren und Anmerkungen dazu abgeben.

Frage: Sehen Sie den Dax am Jahresende höher oder tiefer als heute?

Welt-Antwort: Unter der Voraussetzung, dass es nicht zu unvorhersehbaren politischen Krisen oder einer Wirtschaftsabschwächung kommt, hat der Dax unserer Meinung nach gute Aussichten. Bis zu 11.000 Punkte scheinen möglich.

Natürlich kann kein Marktbeobachter wissen, wie der DAX am Jahresende steht. Wir sprechen bei der Antwort also hier von einer fundierten Vermutung. Trotzdem hat der Antwortgeber absolut richtig gehandelt. Er hat die Antwort eingeschränkt. Zum einen wird der landläufige Begriff des DAX  meist für den sogenannten Performance-Dax verwendet. Das bedeutet, dass allein schon wegen der hinzuzurechnenden Dividenden und Erträgen ein Zuwachs erreicht wird. Und zum anderen sind unvorhersehbare Ereignisse omnipräsent. Sei es die Wahl von Donald Trump, sei es eine Wirtschaftskrise in Asien – speziell China – oder sei es ein sogenannter Schwarzer Schwan. Also: die Antwort stimmt immer.

Frage zum Thema Zinsen: Wie lange werden wir die Nullzinsen im Euro-Raum noch haben?

Welt-Antwort: Eine Zinswende ist in der Währungsunion derzeit nicht absehbar. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Leitzinsen auch nicht mehr weiter gesenkt werden. Bei langfristigen Anlagen können wir kurzfristig noch leichte Zinsrückgänge sehen, weil die Europäische Zentralbank demnächst auch Unternehmensanleihen aufkaufen wird. Die Inflationsrate wird in den nächsten Monaten nur langsam anziehen, sodass aus heutiger Sicht auch im nächsten Jahr die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben dürften.

Ich bin zwar der gleichen Meinung wie der Antwortgeber, würde es aber darüber hinaus politisch begründen. Wir sind in einem politischen Markt, der nur noch wenig mit dem freien Markt zu tun hat. EZB und Regierungen manipulieren die Wirtschaftsentwicklung pseudolegal in ihrem Sinne, weil die Schulden ihnen sonst über den Kopf wachsen und die Staatshaushalte kollabieren. Wäre das der Untergang des Abendlandes? Nein, und es ist auch kein Platz für irgendwelche Verschwörungstheoretiker. Das Einzige, was passiert, ist eine Umverteilung von Privat- in Staatsvermögen, nicht aber von arm nach reich. Letzteres wird immer suggeriert, ist aber falsch. Und damit würde eine ganze Politikergeneration ihre Posten verlieren. Will aber keiner und deshalb werden die Zinsen lange Zeit niedrig gehalten, bis ein Staatsschuldenabbau eleganter realisiert werden kann.

Fazit: Die Antworten der Experten waren richtig und gut, aber auch politisch korrekt. So soll es auch sein. Tacheles hat „Die Welt“ dann wieder  im Beitrag „Das große Bluffen“ von Martin Greive am 12.06.16 geredet. Echt lesenswert.

Edmund Pelikan

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Prominentenfonds in der Kritik: Heute Max-Otte-Fonds

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Landshut, 21.06.2016 – Das Handelsblatt vom 06. Juni hat sich ausführlich an einer Morningstar-Kritik gelabt, die den Promifonds von Max Otte als „abenteuerlich“ bezeichnete. Wir haben dies zum Anlass genommen, den Investmentfonds nach gleichem Muster wie die Fonds in der Nullnummer unter die Lupe zu nehmen:

Max Otte ist ein gefragter Untergangsprophet, seit dem er die Finanzkrise 2008 quasi vorhergesagt hatte. Sein Vorteil: er ist auch noch Professor und wurde somit neben dem Börsengesicht Dieter Müller zum Erklärbär der Finanzwelt für alle Finanzanalphabeten. Und das macht er wahrlich gut. Ich konnte ihn schon mehrfach auf Kongressen und in Talkrunden erleben. Das meiste, das er als Argumente beisteuert, ist fundiert und mit einer unaufgeregten Ruhe vorgetragen. Jetzt aber zum Fonds konkret:

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI P (T), der unter der Fondsgesellschaft Ampega Investment emittiert wird und der Fondskategorie Aktienfonds international zugeordnet wird, bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zum einen ist er mit einer Total Expense Ratio von 1,87 Prozent gebührentechnisch teuer. Ist aber auch nicht verwunderlich, es müssen ja auch in diesem Fall sowohl der Fondsmanager als auch der Namensgeber bezahlt werden. Bei einem Fondsvolumen von derzeit etwa 53 Millionen Euro reden wir also von 991.000 Euro Kosten pro Jahr. Und das, obwohl der Fonds in der Performance für ein Jahr bei einem Minus von über rund 12 Prozent liegt. Die Analysten von Morningstar werden im Handelsblatt mit folgender Kritik zitiert: „Zu viel konjunktursensible Werte, zu viele Finanzwerte, die gelitten haben. Bei Rohstofftiteln war der Manager zu früh eingestiegen.“ Wenn man ins Detail geht, merkt man, wovon Morningstar hier spricht. Positiv ist, dass immerhin 99 Prozent in Aktien investiert sind. Die Streuung der Branchen ist breit. Verwundert ist man, dass über 25 Prozent des Otte-Portfolios in zyklische Konsumwerte gehen, gefolgt von 14,5 Prozent in Technologie, 12,29 Prozent in nicht zyklischen Konsum und 11,56 Prozent in Banken. Da hilft es auch nichts, wenn die größte Aktienposition die Kultaktie Berkshire Hathaway A von Warren Buffett ist. Immerhin sind etwa 52 Prozent des Portfolios in Euro und nur etwas über 25 Prozent in US-Dollar.

Das Anlageziel des Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI P (T) wird wie folgt definiert: Ziel des Fondsmanagements ist die Erzielung eines attraktiven Kapitalwachstums. Um dies zu erreichen, investiert der Fonds schwerpunktmäßig in Aktien, aber auch in Anleihen und andere Wertpapiere (Bsp. Edelmetall-ETCs) nach dem Reinheitsgebot der Kapitalanlage. Die Titel im Fonds kommen zumeist aus Europa und Nordamerika. Deutsche, österreichische und europäische mittelständische Unternehmen stellen eine bevorzugte Anlageklasse dar, soweit sich unterbewertete Anlagemöglichkeiten finden lassen. Derivate werden gemieden.

So gesehen ist mit den oberen Parameter das definierte Anlageziel scheinbar erreicht worden, aber trotzdem hat der Fonds 2015/2016 schlechter abgeliefert, als geplant.

Fazit: Der Verlust des Fonds war überproportional.

Ist man als Professor also kein guter Fondsmanager?

Als Professsor, Marktkommentator oder Buchautor gibt man eine Meinung wieder, die eintreten kann oder auch nicht. Wenn diese eintritt, ist der Professor der Größte, so geschehen bei der Finanzkrise. Berechtigterweise verdient man dann viel Geld und ist ein gefragter Redner. Wenn man nicht recht hatte, ist im Grunde nichts passiert, sondern maximal bei denen, die einem geglaubt haben.

Als Fondsmanager handelt man meist nach seinen Überzeugungen, das heißt, man kauft nach oder gegen den Trend, sichert Positionen ab und schichtet Depots um. Wenn nun die prognostizierten Ereignisse bei Fondsmanagern nicht eintreten, verlieren die investierten Fondsanleger Geld. So einfach ist das.

Edmund Pelikan

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Mischfonds sind derzeit der Renner – aber nicht ungefährlich

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Landshut, 21.06.2016 – Wenn derzeit Bankberater oder freie Finanzanlagenvermittler eine Fondsempfehlung aussprechen, sind es meist Mischfonds, die verkauft werden. 2015 waren es 38 Milliarden Euro die in diese Assetklasse flossen. Seit Jahresbeginn bis April sind es immerhin schon wieder 2,2 Milliarden Euro. Damit sind Mischfonds nach offenen Immobilienfonds in diesem Jahr die zweitstärkste Fondskategorie. Die vermeintlichen Argumente dafür: breite Streuung sowohl in Anleihen und Aktien, Risikopuffer, lukrative Renditen. Leider sind diese Annahmen, die aus einer Vergangenheitsbetrachtung kommen, in ihrer Einfachheit schlichtweg falsch.

Die breite Streuung in ganz unterschiedliche Wertpapierarten erhöhen das Risiko. Anleihen steuern in der aktuellen Niedrigzinssituation keine oder nur minimale Rendite in das Fondsportfolio bei. Die Anleihenkurse schwanken in diesen Marktphase ähnlich stark wie Aktien. Das bewirkt keinen Puffer, sondern steigert das Risiko. Nach dem Analysehaus Thomson Reuters Lipper notierten 705 von 895 in Deutschland angebotene Mischfonds in diesem Jahr im Minus. Und bei einem in Zukunft steigendem Zinsniveau werden die Anleihekurse überproportional   fallen. Befürworter wenden hier ein, dass Zinserhöhungen auf breiter Front nicht zu erkennen sind. Das ist zwar richtig, aber bei einem Anlagehorizont von mindestens 5 bis 10 Jahren in den meisten Beratungsgesprächen reden wir von langfristigen Anlagen, die auch irgendwann wieder steigende Zinsen sehen werden. Andere Verkäufer sprechen von derzeit immer noch attraktiven Renditen bei Mischfonds. Auch das ist richtig, aber die Verkäufer verschweigen die eingepreisten Risiken. Ein Großteil der Renditen ist nur möglich, da der Rentenanteil durch Unternehmensanleihen dargestellt werden, mit all seinen erhöhten Risiken.

Mischfonds sind durchaus ein Anlagealternative, wenn sie in der Beratung nicht als Sicherheitspapier mit Toprenditeaussicht dargestellt werden. Wahr ist, dass in vielen Mischfonds hohe Volatilitäten versteckt sind, über die sich der Anleger nicht bewusst ist. So muss festhalten werden, dass die gemischten Investmentfonds nur deshalb ein solcher Verkaufsschlager sind, weil die Zeichner sich nicht mit dem Anlageprodukt beschäftigen. Deutsche lieben Zinsprodukte. Leider ist diese Liebe nicht mehr zeitgemäß. Ein vernünftig gemanagter  Aktiendividendenfonds  oder Aktienindexfonds hat wahrscheinlich die gleichen oder sogar geringere Risiken als die umjubelten Assetgattung Mischfonds. Experten bestätigen den Eindruck, dass die Ergebnisse der Mischfonds in der Vergangenheit sich nicht mehr im aktuellen Marktumfeld wiederholen lassen werden.

Dies zeigt auch eine Studie von Feri EuroRating, die auf der Frühjahrstagung Ende April in Frankfurt vorgestellt wurden. Die Erkenntnis: Mischfonds verlieren in fallenden Märkten überproportional. Vor allem haben die Fondsanalysten aus Hamburg ermittelt, dass die Schwankungsbreite – also die maximal eintretenden Verluste – bei Mischfonds im Abwärtstrend  sogar höher waren, wie bei reinen vergleichbaren Aktienportfolien. Das sollte schon zu denken geben. Aber wie bei allen Assets gibt es gute und schlechte Manager, die auch im Abwärtstrend ordentliche Ergebnisse gegen den Markttrend abliefern. Bei der Feri Studie waren dies MFS Meridian Funds-Prudent Wealth (ISIN LU0337786437), Nordea 1 – Stable Return (ISIN LU0227384020), ACATIS – Gane Value event Fonds UI (ISIN DE000A0X7541) und schließlich Flossbach von Storch – Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657). Alle diese Fonds sind aus der Vergleichgruppe Balanced Flexible genommen.

Resümee: Mischfonds sind nicht die oft dargestellt eierlegende Wollmilchsau, sondern eine Assetklasse mit Risiken und entsprechender Volatilität. Deshalb sollte sie nicht als sichere Bank verkauft werden. Vielleicht ist bei entsprechender Aufklärung und Wissen der Anleger dann sogar eher dazu bereit, ein Aktienfonds als Alternative zu wählen.

Edmund Pelikan

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Anleger zeigen sich von Niedrigzinspolitik unbeeindruckt

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Landshut, 21.06.2016 – Wie hat sich das Anlageverhalten der Deutschen seit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank verändert? Dieser Frage ging TNS Infratest im Auftrag der Börse Stuttgart auf den Grund. Mittels einer repräsentativen Umfrage wurden zu dem Thema 2.000 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.

Das Ergebnis dazu ist eher ernüchternd. „Das Niedrigzinsumfeld hat kaum Auswirkungen auf das Anlageverhalten der Deutschen“, stellt Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e. V. fest. Nur wenige Anleger kümmern sich trotz historisch niedriger Zinsen vermehrt um Ihre Geldanlagen.

Obwohl sich nur rund ein Viertel der Bevölkerung wirklich regelmäßig um ihre Geldanlagen kümmert, gab die Hälfte an, sich zum Thema Gelanlagen gut bis sehr gut informiert zu fühlen.

Fast zwei Drittel der Deutschen haben kein Interesse an einer Anlage in Wertpapieren. Trotz der Niedrigzinsphase haben sie sich weder vermehrt mit Ihren Anlagen beschäftigt, noch würden sie es eher in Betracht ziehen, in Wertpapiere zu investieren.

Es gibt aber auch Licht am Ende des Tunnels. Nämlich unter den Anlegern, die bereits Erfahrung mit Wertpapieranlagen, wie Aktien, Fonds oder EFTs haben. Rund die Hälfte der wertpapiererfahrenden Anleger haben sich in den letzten 12 Monaten vermehrt um ihre Geldanlagen gekümmert. Zudem hat dieser Bevölkerungsanteil erkannt, dass gerade in Zeiten, in denen mit Banksparprodukten keine vernünftigen Renditen für den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge zu erzielen sind, kaum ein Weg an einer Anlage im Wertpapierbereich vorbei führt.

Auch bei der jungen Bevölkerungsgruppe zwischen 16 und 39 gibt es gute Nachrichten. Sie ist sich der Bedeutung von Geldanlagen vermehrt bewusst und beschäftigt sich ausführlicher damit, als die Altersgruppe ab 40.

Was den Vertriebsweg in Sachen Geldanlagen anbelangt, ist sich die Mehrheit der Deutschen einig: Eine persönliche Beratung beim Finanzberater ist unverzichtbar. Nur 13 Prozent der Bevölkerung treffen ihre Entscheidungen ohne vorherige Anlageberatung.

„Der Bedarf an professioneller Finanzberatung ist weiterhin hoch, der Weg zum selbständigen Anleger also noch lang. Doch langfristig müssen Anleger ihre Geldanlage selbst in die Hand nehmen und sich häufiger damit beschäftigen, als sie das aktuell tun. Dann steigt die Erfahrung und damit die Chance, eine möglichst gute Rendite bei tragbaren Risiken zu erzielen.“ So das Resümee von Dr. Völter.

Edmund Pelikan

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