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Category Archives: Debatte

Deutscher BeteiligungsPreis 2017 für die Besten der Besten der Sachwertbranche

Landshut, den 27. September 2017 (Beitrag der epk media) Der 10. Deutsche BeteiligungsPreis wird in diesem Jahr am 26. Oktober 2017 in Landshut von dem Fachmagazin „BeteiligungsReport“ an herausragende Unternehmen und Persönlichkeiten der Sachwertbranche verliehen. Die Jury bildet wie bereits in den vergangenen Jahren die Redaktion des Fachmagazins, ergänzt um führende Publizisten, Fachjournalisten und Brancheninsider dieser Assetklasse.

Edmund Pelikan, Herausgeber des „BeteiligungsReport“ und Sachverständiger für Sachwerte und Investitionsvermögen, ist überzeugt, dass die Vertrauenskrise in der Finanzwelt durch Transparenz und offene Kommunikation überwunden werden kann.

Deshalb wird ab 2018 der Deutsche BeteiligungsPreis in Zusammenarbeit mit der Stiftung Finanzbildung um die vertrauensbildenden Labels „Trusted Consultant“ und „Trusted Asset“ für anlegerorientierte Vermögensberatung bzw. Vermögensverwaltung in einer zweiten Feierstunde ergänzt, die dann jeweils im Frühjahr stattfindet. Diese Qualitätssiegel werden mit einem aufwendigen Due Diligence Prozess unterlegt und sind auf die jeweils BEST 50 TRUSTEES limitiert.

Postum nominiert ist der kürzlich verstorbene AfW-Vorstand Carsten Brückner für sein langjähriges unermüdliches Wirken in der Branche. Für den Ehrenpreis Medien nominiert ist Beatrix Boutonnet für faire und kompetente Fachberichterstattung. Im Rahmen der Feierstunde wird die Hamburger IMMAC Holding für 20 Jahre hervorragendes Wirken im Sinne der Anleger auf dem Gebiet der Seniorenimmobilieninvestments geehrt.

Die Nominierungen des Deutschen BeteiligungsPreises 2017 im Einzelnen:

PI Pro∙Investor Immobilienfonds 3
TOP anlegereorientiertes Investmentvermögen

BVT Ertragswertfonds Nr. 6
TOP innovatives Investmentvermögen  

ÖKORENTA Erneuerbare Energien IX
TOP nachhaltiges Investmentvermögen

Jäderberg & Cie.
TOP alternatives Investmentvermögen

Deutsche Lichtmiete Invest
TOP Direktinvestment

Habona Invest GmbH
TOP Managementseriosität

PROJECT Immobilien Gewerbe AG
TOP Projektentwickler für Immobilien

Deutsche Finance Group Institutional Investments
TOP institutionelles Investmentvermögen

ZBI Professional 10
Ehrenpreis der Journalisten

IMMAC Holding AG
Ehrenpreis 20 Jahre Immac

Beatrix Boutonnet
Ehrenpreis Medien

Carsten Brückner
Ehrenpreis Lebenswerk postum 

Diese Preisträger stehen in einer Linie mit Preisträgern der letzten Jahre wie Harald von Scharfenberg, Dr. Helmut Knepel, Oliver Porr aus den Emissions- bzw. Ratinghäusern oder Werner Rohmert und Ludwig Riepl aus dem journalistischen Bereich. Auch in diesem Jahr werden sich einige Preisträger anlässlich des Deutschen BeteiligungsPreises im Bayernteil der WELT am SONNTAG präsentierten, wo unter dem Titel „Ausgezeichnete Werte“ eine ganzseitige Sonderveröffentlichung geschaltet wird. Über den Termin werden wir Sie separat informieren.

Autor: Edmund Pelikan
 

 

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Ein Irrsinns-Projekt: Österreich gibt eine 100-jährige Anleihe heraus!

Landshut, 20.09.2017 (Kommentar der epk media): Blicken wir auf das Jahr 1917. Vor 100 Jahren war Deutschland noch ein Kaiserreich, der erste Weltkrieg war voll im Gange, in Russland kommt es zur Oktoberrevolution, die Welt steht kurz gesagt kopf. Entsprechend ging auch der Friedensnobelpreis an das Internationale Komitee des Roten Kreuzes.

Aber die folgenden 100 Jahre sind turbulent. Wir sehen die Goldenen Zwanziger Jahre, die Hyperinflation in der relativ instabilen Weimarer Republik, den Schwarzen Freitag, den Zweiten Weltkrieg, die schwere Nachkriegszeit, das deutsche Wirtschaftswunder durch die soziale Marktwirtschaft, die erste und zweite Ölkrise und die Terrorphase der RAF in den 70er Jahren. Die Stationen der zweiten 50 Jahre schenke ich mir hier, da man diese hoffentlich noch besser vor Augen hat.

Welcher Finanzpolitiker oder Staatsbanker will seinen Bürgern beziehungsweise Investoren über diese lange Zeit eine Anleihe verkaufen? Wo bleibt hier der Anlegerschutz? Das ist nicht nur unseriös, sondern grenzt bereits an Betrug. Oder es ist das offene Eingeständnis, dass man von vorneherein weiß, dass das Geld quasi nicht zurückgezahlt wird.

Denn es ist eine einfache Rechnung: Wenn wir nur von zwei Prozent Inflation ausgehen, hat sich der Geldwert dieser Anleihe nach rund 50 Jahre aufgelöst. Nach 100 Jahren hat der Staat ein ordentliches Geschäft gemacht, indem er die Anleihe mit dem Geldwert von 2117 zurückbezahlen muss – was auch immer dieser dann ist.

Wahrscheinlich tanzen die österreichischen Finanzpolitiker wie Rumpelstilzchen um das Feuer und singen: „Ach wie gut, dass niemand weiß, wie der Staat den Bürger besch……“ Wir sollten sehr sorgenvoll über die Alpen nach Wien blicken. Denn wenn Österreich seine sechs Milliarden Euro zu lediglich zwei Prozent Zinsen platzieren kann, wird dies schnell Nachahmer finden. Für Griechenland sind solche Modelle über Eurobonds sicher schon längst in der Schublade, für finanzstarke Länder wie Deutschland wäre es ein Weg, sich langfristig die niedrigen Zinsen zu sichern. Und da man einerseits die EZB als Aufkäufer und durch Gesetze institutionelle Investoren wie Versicherungen dazu verdonnern kann, diese Ewigkeitsanleihen zu kaufen, ist der Absatz gesichert.

So kann ein volkswirtschaftlich schädliches und absolut sinnfreies Finanzprodukt eine prächtige Zukunft erleben. Denken Sie immer an das „Gebot“ in meiner Streitschrift „Monetäre Demenz“: Der Staat schützt Dein Geld nicht, er will es!

Quelle: Autor Edmund Pelikan

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Das seltene Wesen: der Wähler!

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Landshut, 19.09.2017 (Kommentar der epk media) – Bereits in der letzten Quartalsausgabe des BeteiligungsReport 03-2017 habe ich mich als FDP-Mitglied geoutet. Damit will ich Sie nicht beeinflussen, sondern mich als ein zunehmend selten werdendes Wesen beschreiben: ich bin ein Wähler. 

Und hierin will ich Sie tatsächlich motivieren, es mir gleich zu tun – gehen Sie am 24.09.2017 zur Wahl oder bestellen Sie noch schnell Briefwahlunterlagen, falls Sie nicht in Ihrem Wahllokal vorbeikommen können. Denn zur Wahl zu gehen, das ist Teil unserer Demokratie. Nur wenn wir unsere Stimme erheben, werden wir als Volk gehört. EU-Präsident Juncker hat, bevor er dieses Amt antrat, mal auf einem Podium erklärt, wie Gesetze gemacht werden: „Wir beschließen etwas, beobachten, ob jemand laut schreit und protestiert, und wenn keiner seine Stimme erhebt, wird es Gesetz.“ So oder so ähnlich wird es ihm zugeschrieben.

Kurz: Wir müssen etwas sagen, und das Wichtigste in der Demokratie sind dabei unsere Wahlstimmen.

Wussten Sie, dass über 60 Prozent des Benzinpreises staatliche Abgaben sind? Ja, das steht ja auf so mancher Zapfsäule. Aber Ähnliches gilt auch für Strom: etwas über 50 Prozent bei Privatkunden und rund 80 Prozent bei Unternehmenskunden sind staatliche Abgaben und politische Gebühren bei der Stromrechnung. In der ehemaligen DDR war es anders herum. Da wurde der Brotpreis jahrzehntelang künstlich niedrig gehalten. Heute werden der Strom und der Benzinpreis künstlich hochgehalten. Beides ist falsch und einer freiheitlichen Marktwirtschaft nicht würdig.

Soll die Finanzwirtschaft mit ihren Bankpleiten und Finanzexzessen denn überhaupt frei agieren dürfen? Ja, aber mit klaren Spielregeln des Staates, was sich ordoliberale Politik nennt. Ordoliberalismus ist ein Konzept für eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung, in der ein durch den Staat geschaffener Ordnungsrahmen den ökonomischen Wettbewerb und die Freiheit der Bürger auf dem Markt gewährleisten soll. Denn was passiert, wenn der Staat die Wirtschaft leitet, hat man in der DDR erleben können. Heute sieht man dies noch in Venezuela oder auch in Kuba. Andererseits sollten wir auch auf die Mündigkeit von Anlegern beziehungsweise von Verbrauchern bauen dürfen. Denn was ist das für eine Welt, die einer Verbraucherin Schadensersatz für ihre tote Katze zuspricht, weil auf der Mikrowelle kein Warnhinweis für Katzen innerhalb des Geräts stand.

Natürlich dürfen wir nie die Schwachen in der Gesellschaft vergessen, die unverschuldet in Probleme geraten sind. Auch denen, die unseren Schutz bedürfen, muss uneingeschränkt geholfen werden. Das sind meine Erfahrungen und meine Überzeugung.

Vielleicht haben Sie andere Erfahrungen gemacht. Das ist gut so. Und deshalb wählen Sie etwas anderes als ich. Super, sonst wäre die Demokratie doch langweilig. Aber wir sind uns einig, Sie gehen wählen. Abgemacht!

Bleiben Sie kritisch und erheben Sie Ihre Stimme.

Autor: Edmund Pelikan

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Anlagestrategie: lieber durchdacht als blind gefolgt

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Frankfurt, 13. September 2017 –  „Social Investing“ oder auch „Social Trading“ liegen im Trend. Diese neue Spielart des Geldanlegens setzt auf die „Weisheit der Massen“.

Auf Internetplattformen legen Anleger ihre Handelsstrategien mit Musterdepots offen, was „Follower“ zur Nachahmung anregt. Letztlich können diese User den vorgestellten Strategien folgen. Das Social Investing wird mitunter als kostengünstige Alternative zur professionellen Vermögensverwaltung oder zu einem Fondsmanager beworben. Die Finanzaufsicht BaFin listet auf ihren Internetseiten neben den möglichen Vorteilen auch die potenziellen Risiken auf. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften hin.

So können Anleger auf diesen Plattformen Strategien einsetzen, die sie selbst für erfolgreich halten, aber nicht unbedingt mit den Bedürfnissen und Anlagezielen des Sparers übereinstimmen. Durch die im Social Investing und Social Trading häufiger eingesetzten Derivate sind beispielsweise auch schnellere und höhere Verluste möglich.

Das Social Investing kann eine ganzheitliche Anlagestrategie daher nicht ersetzen. Ein vernünftiger Vermögensaufbau braucht seine Zeit. In einem ersten Schritt sollten sich Anleger deshalb Gedanken darüber machen, was die eigenen finanziellen Ziele und Möglichkeiten sind. Ein Berater kann dabei helfen und ein maßgeschneidertes Vermögenskonzept entwickeln. Erst im Anschluss geht es an die Auswahl der Produkte.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.

 

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Anlegerbarometer: Deutsche Sparer blicken optimistisch in die Zukunft

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Frankfurt, 12. September 2017 – Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung hierzulande sind deutsche Sparer für die kommenden sechs Monate zuversichtlich gestimmt. Gleiches gilt für ihre persönliche finanzielle Situation, diese beurteilen die Befragten ebenfalls positiv. Optimistisch sind die meisten Anleger auch auf mittlere Sicht: Zwei von drei Sparern (65 Prozent) rechnen damit, dass die hiesige Wirtschaftslage in den kommenden fünf Jahren gleich bleibt oder sich sogar noch verbessert. Dabei sehen die Befragten in der Globalisierung einen wesentlichen Faktor für den Wohlstand in der Bundesrepublik. Die Chance, selbst als Aktionär von der starken deutschen Wirtschaft zu profitieren, erkennt allerdings nur eine Minderheit. Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Im kommenden halben Jahr erwarten knapp zwei Drittel der Sparer (60 Prozent), dass sich an der positiven wirtschaftlichen Situation in Deutschland nicht viel ändern wird (Vorquartal: 59 Prozent). Die Zahl derer, die von einem Konjunkturaufschwung ausgeht, ist dabei zwar um sechs Prozentpunkte auf 18 Prozent gesunken. Für ihre persönliche wirtschaftliche Situation sehen die meisten aber keine Konsequenzen aus der im Vergleich zum letzten Quartal etwas pessimistischeren Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung. 70 Prozent der Befragten rechnen weiterhin mit konstanten finanziellen Verhältnissen in ihrem Haushalt in den nächsten sechs Monaten (Vorquartal: 74 Prozent). Jeder Fünfte erwartet sogar eine Verbesserung seiner eigenen finanziellen Situation. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im zweiten Quartal 2017.

Anleger gehen mittelfristig von einer Belebung der Wirtschaft aus
Mit Blick auf einen längeren Horizont rechnen deutlich mehr Menschen mit veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen in Deutschland. Nur knapp jeder Dritte (30 Prozent) glaubt, dass die Wirtschaftslage in den kommenden fünf Jahren konstant bleibt. Ein wenig mehr Befragte (33 Prozent) gehen von einer schlechteren Entwicklung aus. 35 Prozent und damit die größte Gruppe erwartet eine bessere konjunkturelle Situation. „Die Zahlen zeigen, dass es in der Gesellschaft offensichtlich ganz unterschiedliche Zukunftserwartungen gibt. Die meisten Menschen blicken dennoch grundsätzlich optimistisch in die Zukunft“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Globalisierung wirkt sich positiv auf den Wohlstand hierzulande aus
Dabei erkennt der Großteil der Deutschen durchaus an, dass die Globalisierung zur allgemein guten wirtschaftlichen Situation beiträgt. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) sind der Ansicht, dass der Wohlstand durch einen erfolgreichen Welthandel steigt. Während jeder Zehnte überhaupt keinen Einfluss wahrnimmt, gibt jeder Vierte (24 Prozent) an, dass die weltweiten Verflechtungen negative Auswirkungen auf den Wohlstand haben. „Die internationale Ausrichtung der deutschen Wirtschaft ist den Menschen durchaus bewusst. Ein offener Welthandel wird als Stärke und Vorteil gesehen“, sagt Gay. Die Befragten differenzieren jedoch deutlich, wenn es um die Frage geht, wer vom guten Zustand der deutschen Wirtschaft profitiert: In erster Linie nennen die Sparer die Führungskräfte in Unternehmen (88 Prozent), die Aktionäre (86 Prozent) und den Staat (86 Prozent). Dass die breite Bevölkerung etwas von der boomenden Konjunktur hat, glaubt dagegen nur eine Minderheit (38 Prozent). Lediglich jeder Vierte (23 Prozent) sieht die Mitarbeiter in den Unternehmen als Profiteure der starken Wirtschaft.

Nur knapp jeder Zweite sieht sich als Aktionär
Beinahe neun von zehn Befragten (86 Prozent) zählen Aktionäre zu den Nutznießern der guten deutschen Wirtschaftsentwicklung. Dennoch sieht nur jeder Zweite (48 Prozent) eine Chance darin, dass er mit einer Geldanlage in Aktien selbst auch von den Erfolgen der heimischen Wirtschaft profitieren kann. Von daher hält es weniger als die Hälfte (42 Prozent) für sinnvoll, wenigstens einen kleinen Teil des Ersparten in chancenreichere Anlageformen wie Aktien anzulegen. Steigende Aktienkurse sind dabei auch kein richtiger Motivator: Lediglich jeder Vierte (26 Prozent) fühlt sich durch steigende Aktienkurse beflügelt, Geld aktienbasiert anzulegen. „Die Menschen wissen, wozu Aktienanlagen imstande sind. Aber das beziehen die meisten auf andere. Für sich selbst kommen viele gar nicht auf die Idee, dass sie über entsprechende Geldanlagen am gesellschaftlichen Wohlstand besser partizipieren können“, so Gay.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das dritte Quartal erhob Forsa die Daten vom 3. bis 15. August 2017. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

Quelle: Union Investment, Presseinformation vom 12. September 2017

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Sparen ist trotz Niedrigzins angesagt

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Nach einer Forsa-Studie ist bei den Deutschen Sparen trotz niedrigen Zinsen hoch im Kurs. 78 Prozent der Befragten gaben an, ihr Sparverhalten nicht ausschließlich von der Höhe der Zinsen, die sie für ihr Sparguthaben bekommen, abhängig zu machen. Ein finanzielles Polster zu haben gibt den Menschen ein gutes Gefühl und Sicherheit.

80 Prozent der Befragten legten monatlich einen festen Betrag auf die hohe Kante, unabhängig vom Alter. 79 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sparen, unter den ab 60-Jährigen ist der Anteil genauso hoch. Bis zu 50 Euro pro Monat legen rund 14 Prozent der rund 1.200 Befragten zurück, fast 30 Prozent sogar mehr als 200 Euro. Dabei gaben zwei Drittel der Befragten an, es beruhigend zu empfinden, ein Geldpolster zu haben. 37 Prozent sparen, um nicht unnötig Geld auszugeben. Dieses Argument gaben vor allen die unter 30-Jährigen an. Andere Spargründe wurden auch genannt, z.B. sparen 32 Prozent für andere Personen wie Kinder oder Enkel, 31 Prozent sparen aus Spaß und 25 Prozent sparen, weil sie für andere ein Vorbild sein möchten.

Nach wie vor stellen Bargeld und Einlagen bei Banken mit rund 2,2 Billionen Euro den größten Posten des Geldvermögens der privaten Haushalte dar. Dies zeigen die von der Bundesbank jüngst veröffentlichen Zahlen, wie die Bundesbürger ihr Geld anlegen (Geldvermögensbildung und Außenfinanzierung in Deutschland im dritten Quartal 2016). Zum Vergleich: Aktien machen nur gut 10 Prozent (rund 563 Millionen Euro) der insgesamt 5,5 Billionen Euro an Vermögen aus. Als möglicher Grund wäre denkbar, dass sich fast die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) Gedanken um ihr Geld macht – Frauen noch mehr als Männer (48 zu 42 Prozent).

Außerdem ermittelte Forsa per Umfrage, dass Sparen attraktiv macht. Jede dritte Frau und jeder dritte Mann finden Personen anziehend, die regelmäßig Geld auf die Seite legen.

Im Durchschnitt liegt die Sparquote der Deutschen bei 9,4 Prozent im Jahr 2017 nach Schätzung der Deutschen Bundesbank.

Quelle: RaboDirect Deutschland

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Warum niemals alles gegen jede denkbaren Risiken versichert ist

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München, 06. September 2017 – Wenn ein Versicherer sein Produkt als „All-Risk-Versicherung“ bezeichnet, dann gleicht dies bisweilen dem Werbeversprechen von „Garantie-Zertifikaten“: Bei genauer Prüfung der Vertragsbedingungen kann es sich um „Marketing-Käse mit gewaltigen Löchern“ in der Versicherungsdeckung handeln.

Deckungslücken in Hausrat- und Gebäudeversicherung

Da verspricht die Pfefferminzia-Versicherung als perfekten Schutz fürs Eigenheim, alles inklusive, damit sich der Kunde wohl fühlt und Vertrauen zum Vermittler und Versicherer bekommt Dann folgt im Nebensatz der Hinweis auf den Rundumschutz gegen alle Gefahren, sofern diese nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. In Deutschland herrscht Baufreiheit, das heißt, jedermann darf überall alles bauen was er will, es sei denn, es gibt eine Bestimmung, die das untersagt – ob das Baurecht damit klarer wird, sei dahingestellt.

Im Schadensfall liest der Anwalt des Versicherungsnehmer erstmals das Kleingedruckte. Schwer entzifferbar sind in den Versicherungsbedingungen aber Allmählichkeitsschäden und solche durch Kontamination ausgeschlossen. Allenfalls ein Fachmann kann dem Kunden erklären, dass damit auch plötzlich auftretende Schäden ausgeschlossen sind, wenn diese auf länger dauernder Einwirkung von Niederschlägen (Rauch, Ruß, Staub), Temperaturen, Gasen, Dämpfen oder Feuchtigkeit beruhen. Zur Dauer der nötigen Einwirkung gibt es Urteile, welche mehrere Tage ausreichen lassen bis hin zu Entscheidungen wo es um Einwirkungen über Jahre geht. Nachdem so etwas kein Kunde überblicken kann, müßte sich jedem Versicherer und Makler aufdrängen, darüber gesondert aufzuklären.

Free-Lunch: Alternative Deckungen auch aus dem Ausland?

Manche Industrie- und Gewerbemakler priesen beispielsweise an, dass Selbständige doch noch ein Zweitbüro im Ausland eröffnen sollten, um dann bei den Versicherungsprämien bis zu mehr als 2/3 einzusparen und vielleicht dem AllRisk-Gedanken näher zu kommen. Derlei „Verkaufsberatungen“ bergen allerdings Risiken und Nebenwirkungen, so dass der Begriff „AllRisk“ aus dieser Sicht durchaus treffend sein könnte. In USA wurden einem Schauspieler vor dem Börsencrash Aktien empfohlen, weil er doch etwas für das Älterwerden tun sollte. Nach dem Crash meinte er, dies sei nicht gelogen, er sei durch den Verlust seines Vermögens tatsächlich 20 Jahre gealtert.

Versicherungen aus dem Ausland ist eine Sache, ausländisches Recht eine andere. Das internationale Versicherungsvertragsrecht der EU verweist gegebenenfalls in eine andere als die vielleicht angenommene Rechtskultur, so dass später kostspielige Rechtsgutachten einzuholen sind und größere Prozeßkostenrisiken.

In der EU grenzüberschreitend in allen Fällen unter nur sehr vereinfachten Voraussetzungen Versicherungsschutz einkaufen zu dürfen, ist zunächst einmal überhaupt Ziel der EU-Regelungen – in der Realität wird mancher Versicherer das aber nicht wollen, weil er die rechtlichen und Versicherungs-Risiken schlecht einschätzen kann, und umgekehrt von Seiten des Kunden gibt es ja auch Unsicherheiten.

Überraschungen bei Auslandsversicherungen

Da kann man auch andere Überraschungen erleben – z. B. ermittelt ein US-Versicherer den Schaden nicht selbst (es steht ihm frei, ob er etwas ermittelt, bei Betrugsverdacht wird er es sicher tun wollen), sondern erwartet, dass man ihm den Schadennachweis so führt, dass er sich anhand dieser Unterlagen abschließend von seiner Leistungspflicht überzeugen kann. Manche deutsche Niederlassung eines ausländischen Versicherers reguliert Schäden ab ca. 5stelligen Eurobeträgen niemals selbst , sondern lässt darüber immer erst nach einer Klage des Kunden ein Gericht entscheiden.

Sicher gibt es dies auch international unterschiedlich bei Gerichten: Also den Grundsatz, dass der Kläger alles zum Nachweis seines Anspruchs Erforderliche beibringen muss, und nur seltener eher im deutschen Sozialrecht den sogenannten Amtsermittlungsgrundsatz. Im Ausland muss man sich auch teils selbst um den Strafvollzug kümmern, also es wird geurteilt, dass der Betreffende gesteinigt werden soll, aber es sind keine amtlich bestellten Steinewerfer da, sondern man muss sich schon selbst darum kümmern, dass es genug Interessenten und Steine gibt, und jemand, der den LKW-Fahrer bezahlt, der die benötigten Pflastersteine abkippt. Dafür wird aber auch in Saudi-Arabien kein verurteilter Täter auf dem Marktplatz mit dem Säbel geköpft, wenn die Familie des Opfers erklärt, dass sie sich mit der Familie des Täters geeinigt habe.

Versicherungsmakler auf dem Glatteis durch Vermittlung ausländischer Deckungen?

Das Ventil für Direktversicherung oder privaten Krankenversicherungsschutz außerhalb der EU könnte auch der Makler sein, wenn man einigen Stimmen der Wissenschaft zuhört. Denn  diese meinen, dass der Makler, der nur für seinen Kunden tätig wird, dadurch kein Mittelsmann ist, über den der Versicherer in Deutschland das Versicherungsgeschäft betreibt, so dass er eine Zulassung hier als Versicherer bräuchte. Laut Versicherungsaufsichtsgesetz heißt es allerdings nicht etwa Mittelsmann „des Versicherers“, wie einige herauslesen. So wie der Versicherungsmakler nicht nur „treuhänderischer Sachwalter“ des Versicherungskunden sein kann, sondern auch beauftragter Erfüllungsgehilfe des Versicherers bei der Vermittlung selbst, bei Bestandsbetreuung, bei der Vertragsverwaltung, beim Inkasso von Prämien, sowie bei der Schadensregulierung und sonstigen Marketingaufgaben

Ratschlag für Kunden und Versicherungsmakler

Nachdem es im Leben niemals allumfassenden Versicherungsschutz gibt, müssen die Deckungslücken mühevoll aus den Versicherungsbedingungen herausgelesen und die Angebote am Markt verglichen werden. Zu denken sollte geben, dass viele Versicherer auf Nachfrage gar nicht sagen können, was denn die Versicherungsbedingungen genau meinen sollen, was versichert sei. Daher ist man als Versicherer in solchen Fällen dankbar, wenn Kunden klagen und irgendwann ein oberstes Gericht dem Versicherer sagt, was er wohl gemeint haben muss. Nach dem Motto „Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was andere darüber urteilen, was ich geschrieben habe?“

Sodann wird man für die Versicherungsdeckung einen Maßanzug anstreben, durch Einstieg des Maklers in Verhandlungen mit Versicherern, um möglichst alle Unklarheiten ausdrücklich und verbindlich klarzustellen. Sofern der Versicherungsmakler sich auf verbreitete Ratings oder Rankings von „Vorgestern & Gestern“ beruft, und diese mangels Verständnis nicht erklären kann, hat er spätestens im Haftungsprozess verloren. Denn über nicht schließbare Deckungslücken hat er zu berichten, also Rechenschaft abzulegen, anstatt den Mantel des Schweigens darüber zu breiten, dass er nur Software beim Versicherungsvergleich benutzt, ohne Kleingedrucktes zu lesen und Individuallösungen zu suchen. Später wird dann ein Sachverständiger feststellen, dass die nicht offengelegte Lücke durchaus schließbar, der Schaden also vermeidbar gewesen wäre, und damit vom Makler auch zu ersetzen.

Quelle:Pressemeldung von Dr. Johannes Fiala / Dipl.-Math. Peter A. Schramm

 

 

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Sparen mit Plan

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Frankfurt, 23. August 2017 – Der Zinsanstieg in den USA lässt Sparer auch hierzulande auf höhere Zinsen hoffen. Doch Experten zufolge werden die Zinsen im Euro-Raum noch lange Zeit niedrig bleiben.

Angesichts der Teuerungsrate von derzeit 1,7 Prozent kommt es für Ersparnisse auf dem Sparbuch oder Tagesgeld damit zu realen Wertverlusten, so die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften. Eine Alternative, um Vermögen aufzubauen, ist ein Sparplan mit Fonds als Basisanlage. Einer aktuellen Umfrage einer Fondsgesellschaft zufolge haben davon zwar vier von fünf Befragten schon einmal gehört. Allerdings wissen nur rund 30 Prozent, wie er funktioniert.

Im Grunde ist die Sparvariante jedoch ganz einfach: Ähnlich einem Banksparplan sparen Anleger einen bestimmten monatlichen Betrag. Mit diesem erwerben sie regelmäßig Investmentfondsanteile. Das können Fonds mit Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch Mischfonds sein – je nach Anlagepräferenz. Wie viel oder wie oft gespart wird, können Sparer je nach Budget flexibel gestalten. Viele Fonds sind beispielsweise bereits ab 25 Euro monatlich erhältlich. Weitere Vorteile: Sparer müssen sich mit Fonds nicht über Jahre festlegen, sie kommen bei einem plötzlichen Kapitalbedarf jederzeit an das Geld. Auch die Fonds können sie wechseln. Zudem sind die Kosten einer Fondsanlage transparent. Bereits vor dem Kauf können die Sparer verschiedene Fonds leicht mithilfe der so genannten „wesentlichen Anlegerinformationen“ vergleichen. Diese enthalten alle wichtigen Informationen zu Anlagezielen, Risiko, Kosten und zur Wertentwicklung in der Vergangenheit.

Dass sich Fonds lohnen können, zeigt das folgende Rechenbeispiel: Wer in den letzten 20 Jahren monatlich regelmäßig 100 Euro in Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland sparte, erzielte eine durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent und verfügte Ende Juni 2017 über ein Vermögen von rund 47.370 Euro. Eingezahlt wurden lediglich 24.000 Euro.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.

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Bildungsstaatssekretär Stefan Müller fordert eine Milliarde Euro für Ausbildungs-Werbung an Gymnasien und Realschulen

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Regenstauf, 18.08.2017 (Marktnews): Es wäre ein Signal, auf das Deutschlands Handwerk und Wirtschaft seit langem warten: Auch Gymnasien und Realschulen sollen nach dem Willen des führenden CSU-Bildungspolitikers in Berlin ihre Schüler umfassend über Perspektiven einer Berufsausbildung informieren. Bisher gibt es solche Angebote meist nur an Haupt- und Mittelschulen; in Realschulen sind sie die Ausnahme. Gymnasien stellen häufig ausschließlich akademische Berufswege vor. Konkret fordert der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Stefan Müller, deshalb einen Kraftakt des Bundes: „In der nächsten Legislaturperiode müssen wir Mittel in einer Größenordnung von einer Milliarde Euro bereitstellen, um eine vertiefte Berufs- und Studienorientierung an allen Schulformen zu ermöglichen“, sagte der aus Erlangen stammende Politiker bei einem Besuch bei Bayerns größtem privaten Weiterbildungsunternehmen, den Eckert Schulen in Regenstauf bei Regensburg.

„Die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems ist vielfach weder Schülern noch Eltern und Lehrern vollständig bewusst und bekannt, hier müssen wir etwas tun“, sagte Müller bei dem Besuch an den Eckert Schulen, wo viele der jährlich rund 7.500 Absolventen in Unternehmen stark nachgefragte Weiterbildungen zum Industriemeister oder zum Staatlich geprüften Techniker absolvieren. „In vielen Branchen herrscht in diesen Berufen bereits heute Fachkräftemangel“, sagte Gottfried Steger, stellvertretender Vorstandschef der Eckert Schulen.

Müller als Botschafter für die duale Ausbildung: „Vom Azubi zum Staatssekretär“

Ziel der geplanten Initiative des Parlamentarischen Staatssekretärs: zu erreichen, dass die duale Ausbildung wieder als gleichwertige Alternative zu einem Hochschulstudium wahrgenommen wird, sagte Müller, der selbst nach seinem Realschulabschluss eine Banklehre absolviert und später berufsbegleitend BWL studierte. Er wirbt offensiv mit seinem Berufsweg „vom Azubi zum Staatssekretär“ und sieht die Stärkung der beruflichen Bildung nach eigenen Worten als Priorität: „Die Basis für unseren Wohlstand sind innovative Unternehmen und hervorragend ausgebildete Mitarbeiter. Unser duales System der beruflichen Bildung ist dafür eine tragende Säule“, sagte Müller. Stärker informieren will der Bildungspolitiker auch über die Chancen einer beruflichen Weiterbildung jenseits vom klassischen Studium: „Nicht im Traum habe ich mir vorstellen können, dass mich mein Weg irgendwann in den Bundestag oder in ein Bundesministerium führt“, so der Bundespolitiker.

Neben der zusätzlichen Milliarde Euro als praktischen Werbefeldzug für die Ausbildung will der Parlamentarische Staatssekretär berufliche Weiterbildung besser fördern, um die Attraktivität nichtakademischer Bildungswege zu erhöhen. So sollen nach Müllers Worten mehr Teilnehmer vom Aufstiegs-BAföG profitieren und mehr Lehrgangsgebühren übernommen werden. „Die Bewusstseinsbildung für den Wert der beruflichen Aus- und Weiterbildung kann man nicht per Gesetz verordnen, aber wir brauchen politische Signale“, sagte er in Regenstauf.

Besonders beeindruckt von Leuchtturm-Projekt für Studienabbrecher

Bei einem Rundgang über den Campus der Eckert Schulen zeigte sich der Gast aus Berlin beeindruckt von der Infrastruktur und den Angeboten an Bayerns größter Praktiker-Uni mit mittlerweile rund 50 Standorten im gesamten Bundesgebiet. Besonders würdigte er eine Initiative der Eckert Schulen, um Studienabbrechern aus technisch-naturwissenschaftlichen Fächern eine zweite Chance zu geben: Das Programm „Fast Track“ führt Studienaussteiger aus MINT-Fächern – bundesweit einzigartig und in enger Partnerschaft mit Unternehmen – in zweieinhalb Jahren zu einer abgeschlossenen Ausbildung und einem Abschluss als Staatlich geprüfter Techniker.

Eine enge Zusammenarbeit mit großen und mittelständischen Betrieben sei auch der Schlüssel für Erfolgsquoten von bis zu 98 Prozent und auch dafür, dass die meisten Eckert-Schüler schon vor der finalen Prüfung ein Jobangebot hätten, so der stellvertretende Vorstandschef Gottfried Steger. Er gab dem Staatssekretär noch einen Wunsch mit auf den Weg: die Lehr- und Ausbildungspläne schneller an die neuen Inhalte im Berufsleben anzupassen. „Wir wollen die Digitalisierung, den Techniker 4.0 leben, aber bräuchten hier mehr Tempo von der Politik, was die Aktualisierung der Pflichtinhalte betrifft“, so Steger. Vieles, was in der Industrie bereits zur Standardforderung zähle, sei bislang noch nicht in die Lehrpläne integriert. Derzeit löse man diese Herausforderung mit gezielten Zusatzangeboten außerhalb der eigentlichen Curricula, wie SAP-Zertifikaten oder Cisco-Lehrgängen, sagte der Eckert-Manager.

Quelle: Dr. Robert Eckert Schulen AG

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Umfrage zur wachsenden Bedeutung passiven Investierens zeigt Dilemma der Investment Professionals: ETFs haben das bessere Preis-/Leistungsverhältnis, aber das Potenzial, die Stabilität der Finanzmärkte zu beeinträchtigen – Preisverzerrungen schaffen Chancen für aktives Asset Management – Indexanbieter sollten reguliert werden

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Frankfurt, 18. August 2017 (Marktnews): Passives Investieren ist auf dem Vormarsch; in Europa werden bereits annähernd 600 Mrd Euro in ETFs verwaltet. Während die ETF-Branche Absatzrekorde feiert, warnen die Verfechter aktiven Managements vor Marktverzerrungen und Governance Problemen. Ebenfalls geteilter Meinung sind die im DVFA e.V. organisierten Investment Professionals in Deutschland: Sie erkennen an, dass ETFs das bessere Preis-/Leistungsverhältnis haben (74 Prozent). Gleichzeitig sehen sie aber, dass der Siegeszug des passiven Investierens das Potenzial hat, die Stabilität der Finanzmärkte zu beeinträchtigen (62 Prozent). Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier kommentiert: „Sollte der Anteil von Indexprodukten weiter zunehmen und tatsächlich zu Anzeichen von Fehlbewertungen führen, würde dies im Gegenzug die Chancen für aktive Fondsmanager wieder erhöhen. So könnte die Effizienz der Märkte bei der Preisfindung wiederhergestellt werden“.

Die überwältigende Mehrheit der Analysten, Fondsmanager, Banker und Berater (90 Prozent) rechnet damit, dass der ETF-Markt weiter wachsen wird; sogar noch schneller als bisher (41 Prozent). Das liegt ihrer Ansicht nach vor allem daran, dass die meisten aktiv gemanagten Fonds zu stark am Index klebten (76 Prozent) und ETFs das bessere Preis-/Leistungsverhältnis hätten (74 Prozent). Die oft  angeführte Begründung, aktives Management bringe in den seltensten Fällen Outperformance, teilen hingegen nur 57 Prozent der Befragten; 38 Prozent sind dezidiert anderer Meinung. Die großen Marketinganstrengungen der ETF-Anbieter halten dementsprechend fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) für ein wichtiges Erfolgskriterium. Außerdem erhalte der Vertrieb von ETFs Rückenwind von der Regulatorik – etwa durch die Mifid II (50 Prozent). Dass das Wachstum der Branche neue Anbieter auf den Plan rufen werde, erwarten allerdings nur 35 Prozent der Befragten; eher sehen sie eine Konsolidierung des Marktes (50 Prozent).

Was die Rolle der ETFs als treuhänderische Eigentümer von Unternehmen angeht, ist die Meinung der Investment Professionals ebenfalls geteilt. Zwar glaubt die Hälfte von ihnen, dass durch einen immer höheren Anteil passiver Investoren die Corporate Governance bei den investierten Unternehmen leide. Aber 23 Prozent sind in dieser Frage unentschieden, und 27 Prozent sehen dieses Problem nicht. Jedenfalls wachse der Einfluss der ETF-Anbieter auf die von ihnen gehaltenen Unternehmen (72 Prozent).

An Preisverzerrungen durch indexgebundenes Investoren glauben 58 Prozent der Befragten. Noch mehr Zustimmung findet die Annahme, dass ein größer werdender Anteil passiven Investierens einen negativen Einfluss auf die Liquidität und Volatilität der im Index enthaltenen Einzeltitel habe (64 Prozent). Die in der Wissenschaft vereinzelt vorgebrachte These vom „Common Ownership“, nach der große Indexfonds den Wettbewerb behindern, weil ihnen als Miteigentümer vieler Unternehmen der Erfolg ganzer Branchen wichtiger sei als der des einzelnen Unternehmens, überzeugt die Praktiker nicht; ihr stimmen nur 39 Prozent zu.

Indexanbieter sollten reguliert werden

Zwei Drittel der Investment Professionals sehen umso mehr Chancen für aktive Manager, je mehr Geld passiv verwaltet wird. Schließlich halten sie – vor allem im Anleihebereich – die Gewichtung nach Größe in einem Index für ein unsinniges Investitionskriterium (62 Prozent). Mehr Transparenz über die Zusammen-setzung eines Index und dessen Veränderung fordern folglich drei Viertel aller Befragten. Zuletzt habe die Aufnahme chinesischer A-Shares in den MSCI EM-Index gezeigt, dass die Entscheidungen von Index-providern nicht nur Kapital€ströme lenkten, sondern auch politisch wirkten. 55 Prozent der Befragten wünschen sich deshalb eine Regulierung von Indexanbietern.

Die Umfrage wurde in der ersten Augusthälfte durchgeführt; 257 Mitglieder der DVFA nahmen teil.

Quelle: DVFA e.V. Der Berufsverband der Investment Professionals 

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