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Category Archives: Debatte

PROMETHEUS Freiheitsinstitut: Fackelträger Stiftung Finanzbildung

Landshut, 05.07.2018 (Meldung Stiftung Finanzbildung): Ein kleines Zeichen von anderer Seite, dass nicht nur wir alleine uns für eine liberale Finanzbildung einsetzen. Denn PROMETHEUS Freiheitsinstitut fördert wie wir, dass jeder Mensch sich frei entfalten und von seinen Talenten und Möglichkeiten profitieren soll. Das Team von Bundestagsabgeordneter Frank Schäffler unterstützen wir bei diesem Anliegen, denn nur ein Mensch, der gelernt hat, seine Welt zu verstehen, wird darin auch seinen eigenen Weg finden. Und gerade im Thema Finanzbildung kommen viele junge Menschen zu kurz, da diese Thematik auch in den Schulen nicht genügend Beachtung geschenkt bekommt.

Gerne zeigen wir als Stiftung Finanzbildung durch unsere Funktion als Fackelträger der PROMETHEUS unsere Verbundenheit.

Quelle: epk media

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Lehren aus dem P+R Skandal – Kriminelle Machenschaften dürfen sich nicht rentieren

Tegernsee, 20.06.2018 (Marktnews): Rund 40 Jahre ist alles gut gegangen. Das war wohl das größte Kauf- und Verkaufsargument für die Containerinvestments der Firma P+R. Als langjähriges Vorzeigeunternehmen im sogenannten „grauen Kapitalmarkt“,  ist jetzt der größte Anlegerskandal Deutschlands und ein enormer Imageschaden für eine ganze Branche entstanden. Waren die Zeichen nicht zu erkennen? Haben über 54.000 Anleger nur blauäugig investiert? Wie konnte das passieren und welche Lehren sind hieraus zu ziehen? Den Blick hinter die Kulissen und die Chance diesen Fall aus verschiedenen Gesichtspunkten und Verantwortungen zu betrachten, verbunden mit der Diskussion wie man es künftig besser machen kann und welche Chancen Anleger jetzt noch haben, präsentierten sehr renommierte Referenten und Diskussionsteilnehmer beim Thementag Geldanlage „ Welche Lehren sind aus dem P+R Skandal zu ziehen?“ veranstaltet von Verbraucherfinanzen-Deutschland.de am 14. Juni 2018 im Tagungszentrum municon am Münchener Flughafen.

Moderator Friedrich Andreas Wanschka präsentierte u.a. mit Stefan Loipfinger, den freien Fachjournalisten der bereits seit Jahren vor Ungereimtheiten bei P+R gewarnt hatte und den Fall sehr intensiv recherchiert, Peter Mattil, Fachanwalt Mattil & Kollegen, aktuell im Gläubiger-Ausschuss bei P+R, Dr.Schirp, Fachanwalt Schirp und Partner, der die BaFin in diesem Fall verklagt, Herr Wittmann, Fachanwalt der auf das Thema Anfechtungsklausel aufmerksam machte oder mit Dr. Thorsten Voß, Fachanwalt und früher beim BaFin tätig, dem Publikum bestehend aus Anlegern, Wirtschaftsmedien, Juristen, Branchenteilnehmern, prominente juristische Referenten mit spannenden Themen.  

Es fehlen rund 1 Million Container, die von Anlegern bezahlt wurden. Laut Stefan Loipfinger wurden auch Gebrauchtcontainer als Neucontainer den Anlegern verkauft. Das Firmengeflecht zieht sich über viele Länder, informierte der anwesende Presse-Chef des vorläufigen Insolvenzverwalters Jaffe. Mit der Insolvenzeröffnung ist im Sommer 2018 zu rechnen. Anlegeranwalt Mattil wies darauf hin, dass die Container in der Schweiz vermietet wurden und dort der deutsche Insolvenzverwalter keinen Zugang hat, sich das Verfahren also auf mindestens zwei Länder bezieht. Seiner Meinung nach sind in solchen Insolvenzverfahren lange Laufzeiten für die Anleger zu befürchten. Darüber hinaus ist fraglich was die Eigentumszertifikate wirklich wert sind? Denn es hat keine physische Übergabe der Container an die Anleger stattgefunden.

Ein weiteres Damoklesschwert für Anleger zeigte Fachanwalt Wittmann auf, die Anfechtungsklage. Demnach könnte der Insolvenzverwalter Ausschüttungen an die Anleger aus den letzten 4 Jahren zurückfordern. Dies wäre der Super-Gau, wie anwesende Anleger befürchten. Neben einer wahrscheinlich niedrigen Quote von 20-25 Prozent, wie Stefan Loipfinger errechnete, würde das bei einer jährlichen Ausschüttung von rund 5 Prozent auf vier Jahre, zu einem endgültigem Total-Verlust der Anleger führen. Rechtsanwalt Mattil wies darauf hin, dass viele seiner Mandanten ein hohes Alter haben, dies sei speziell gewesen bei P+R, da die guten Erfahrungen in der Vergangenheit besonders innerhalb von Familien zu ständig revolvierenden Anlagen in P+R geführt hätten. Sebastian Brunner, Pressesprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Jaffe, wiegelte die Thematik im generellem Sinn ab. Eine Anfechtungsklage sei sehr schwer durchzufechten und nicht im vorrangigen Interesse eines Insolvenzanwaltes.

Worin sich die Referenten alle einig waren, dass sich die BaFin in diesem Fall viel zu stark herausgehalten hat. Rechtsanwalt Dr. Schirp will deshalb auch die BaFin über den EuGh innerhalb der nächsten drei Wochen verklagen. Inwieweit diese Klage durchsetzungsfähig sein wird, lässt sich heute noch nicht beantworten, so die Meinung der anwesenden Juristen. Fassungslos machte auch die Bewertung der WPs im Falle P+R. Wer hat hier eigentlich was geprüft? Wenn nichts vorhanden war, was ist dann geprüft worden von den Analysten und Vermittlern? Ist bei den Vermittlern was für Anleger zu holen? Wenn es Banken oder Sparkassen waren, dann schon, meinten anwesende Juristen. Am Nachmittag der Veranstaltung wurde dann über Verbesserungen diskutiert, um solche Skandale in der Zukunft zu vermeiden. Hier ist ganz klar auch die Politik gefragt, die sich aktuell auch sehr zurückhält. Rechtsanwalt Dr. Voß, früher für das BaFin tätig, empfahl künftig keine Vermögensanlagen mehr zu genehmigen, statt dessen nur noch Anlagen nach dem KAGB zu zulassen. Ob dies reicht? Wir werden es sehen.   

Quelle: Redaktionsbüro Friedrich Andreas Wanschka

 

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Weniger Machtzuwachs für EU-Finanzaufsicht

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Frankfurt, 15. Juni 2018 – In die Reform der europäischen Aufsichtsbehörden kommt Bewegung: Die bulgarische Ratspräsidentschaft hat heute den EU-Mitgliedstaaten vorgeschlagen, die Wertpapieraufsicht ESMA nicht mit der Überwachung von europäischen langfristigen Investmentfonds (ELTIFs), Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEFs) und Risikokapitalfonds (EuVECAs) zu betrauen.

Stattdessen will sie diesen Passus aus dem Entwurf der EU-Kommission komplett streichen. „Der Vorschlag der Ratspräsidentschaft ist ein positives Signal“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI. „Wir sehen eine direkte Aufsicht der ESMA über Fonds kritisch. Sie würde nur zu einer unnötigen Doppelaufsicht durch nationale Behörden und der ESMA führen und die Kosten für die Anleger in die Höhe treiben.“

Der BVI warnt zudem vor einer Übertragung weiterer Aufsichtskompetenzen für Fonds an die ESMA: „Sobald die ESMA die Aufsicht über bestimmte Fondstypen erhalten hat, ist der Weg zur direkten Beaufsichtigung von OGAWs und AIFs nicht mehr weit“, so Richter. „Damit wären Kompetenzkonflikte zwischen der ESMA und den nationalen Aufsichtsbehörden programmiert.“ Da die nationalen Behörden ihre jeweiligen Heimatmärkte besser kennen als die ESMA, müsse die Produktaufsicht bei den nationalen Aufsichtsbehörden bleiben, so Richter weiter. Er appelliert daher an den Rat, dem Vorschlag der Ratspräsidentschaft zu folgen und ihn als Position in die Verhandlungen einzubringen.

Kritisch sieht der BVI darüber hinaus die Pläne der EU-Kommission, der ESMA mehr Kontrolle über wesentliche Auslagerungen in Drittstaaten zu geben.

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Managemente.V., Pressemitteilung vom 15. Juni 2018

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Vorsicht in Bulgarien – No-Go Area für Investoren?

Landshut, 18. Juni  2018Bulgarien gilt für Investoren als gefährliches Pflaster. Großen Chancen stehen staatliche Willkür, Korruption und fehlende Vertragstreue gegenüber.

Am folgenden Beispiel aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien wird dies sehr deutlich. Lesen und staunen Sie, was uns der Projektierer berichtet:

Das bulgarische Erneuerbare-Energien-Gesetz (Art. 31) sieht vor, dass der öffentliche Versorger und die Endlieferanten Strom aus erneuerbaren Quellen (EEG) kaufen, wie von der Kommission für Energie- und Wasserregulierung (KEVR) festgelegt. Dies basiert auf langfristigen Kaufverträgen für 20 Jahre bei Solarstrom. Die Kontrolle der Erfüllung dieser Verpflichtungen erfolgt durch die KEVR, theoretisch wenigstens.

Die Endlieferanten ( hier EVN Bulgaria, 100 %ige Tochter der mehrheitlich staatlichen Energieversorgung Niederösterreich AG) verkaufen die Mengen an Strom, die sie gemäß Art. 31 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von den  Stromproduzenten erhalten zu dem Preis, zu dem sie den Strom erworben haben (Art. 94 EnWG). Die Kosten für Vorzugspreise für Energie aus erneuerbaren Quellen werden auf die Endverbraucher umgelegt. So die Theorie.

In unserem Fall war vertraglich mit Verträgen vom 30.9 und 18.11.2013 vereinbart, dass der zuständige Energieversorger EVN Bulgaria Elektrosnabdyavane EAD, Tochterunternehmen der EVN Österreich – vom Anlagenbetreiber / Pächter Finikal EOOD den Strom abnimmt. Mitunterzeichnet hatte die Firma SIUS OOD, der Verpächter und Eigentümer der Anlage. Eigentlich wäre nun EVN Bulgaria verpflichtet, den produzierten Strom zum gesetzlich festgelegten Preis zu erwerben und an Finikal EOOD zu bezahlen.

Finikal im Gegenzug müsste die Netzzugangsgebühr an die EVN zahlen, die sie weiterleitet und die 20 % Mehrwertsteuer unverzüglich mit Rechnungsstellung abführen. Und natürlich muss Finikal die mit der Pacht und den Betrieb der Anlage verbundenen Kosten tragen. So die Theorie weiter.

Die Praxis sieht leider anders aus:

Im Mai 2015 hat die EVN die Zahlung für Strom, der von der SIUS EOOD PV Anlage produziert und von Finikal EOOD geliefert wurde, ausgesetzt. Sie sei angeblich nicht sicher, ob der Pachtvertrag rechtsgültig sei, wobei dies ein eher vorgeschobener wegen des rechtsgültigen Einspeisevertrages Finikal – EVN Bulgaria irrelevanter Einwand ist.

Gleichzeitig aber wurde durch die EVN Electric Distribution EAD Bulgaria die Rechnungsstellung und Erhebung der Netzzugangsgebühr an Finikal EOOD nicht eingestellt, sondern im Gegenteil bei Nichtzahlung mit der Abschaltung der Anlage gedroht. Die EVN Bulgaria führte weder die Mehrwertsteuer ab, was auch der Käufer in Bulgarien könnte, noch verzichteten sie auf die Geltendmachung der Vorsteuer.

Der (fehlende) Rechtsschutz

Am 04.04.2016 reichte Finikal EOOD über deren Rechtsanwalt eine Beschwerde bei der Energieregulierungsbehörde KEVR ein, die sich jedoch weigerte , über die EVN  Zahlungspflicht von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu entscheiden, bestätigte  aber im Gegenzug die Notwendigkeit der Zahlung von Netzzugangsgebühren  durch  Finikal EOOD.

So haben sich bis September 2017 Verbindlichkeiten von Finikal EOOD gegenüber der Elektrizitätsversorgungsgesellschaft (Netzzugangsgebühr), gegenüber dem Finanzamt – Mehrwertsteuer für Stromverkauf, der ja nicht bezahlt wurde – und den Gebühren für die Stromerzeugung in Höhe von mehreren hunderttausend EURO angesammelt , die teilweise aus privaten Rücklagen bezahlt wurden.

Zwischenergebnis

Das Unternehmen Finikal EOOD erhielt trotz monatlicher EVN Stromabrechnung und Rechnungsstellung von Finikal EOOD an EVN Bulgaria keine Zahlungen für den gelieferten Strom, erfüllt jedoch in gutem Glauben seine gesetzlichen Verpflichtungen für Herkunftsnachweise von EEG-Strom an die Agentur für nachhaltige Energieerzeugung, Zahlung von Eigenverbrauchsstrom und von Netzzugangsgebühr jeweils an EVN Bulgaria.

Ein Lichtblick?

Mit Beschluss Nr. G-272 vom 25.07.2017 nunmehr erlassen durch die Energie – und Wasserregulierungskommission (KEVR) wurde EVN Bulgaria aufgefordert, innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt des Beschlusses die Rechnungen von Finikal EOOD zu bezahlen, den ordnungsgemäßen Status des dreiseitigen Vertrages herzustellen und innerhalb von zehn Tagen nach Ausführung des Beschlusses KEVR über den Vollzug zu benachrichtigen. In seiner Begründung führte KEVR aus, dass ein Verstoß gegen die gesetzliche Verpflichtung der EVN Bulgaria  vorliegt, der sich aus der zwingenden Rechtsnorm des Art. 31 der ZEVI ergibt, und die Dauer der Verpflichtung wird durch den dreiseitigen Vertrag vom 18.11.2013 rechtskonform festgelegt.

Die KEVR hatte zwar unmissverständlich festgestellt, dass die Aussetzung der Stromzahlung durch die EVN Bulgaria an Finikal EOOD seit Mai 2015 rechtswidrig war, weil „ab dem Zeitpunkt, zu dem der Schuldner die Übertragung der Forderung erhält (dreiseitiger notarieller Vertrag 18.11.2013), eine Leistungspflicht  zugunsten des neuen Gläubigers (Finikal EOOD) besteht”, so die KEVR Ausführungen wörtlich.

Nach dem Inkrafttreten der Entscheidung der KEVR ist die EVN Bulgaria ihrer gesetzlichen Verpflichtung mit den laufenden Stromzahlungen an Finikal EOOD  ab  August 2017 zwar nachgekommen, für die Stromlieferungen aus dem Zeitraum  Mai 2015 bis  Juli 2017 verweigerte EVN Bulgaria weiterhin die Zahlung und behauptete fälschlicherweise, dass die KEVR die Zahlungsverpflichtung für diesen Zeitraum nicht angewiesen hatte. Für die überfälligen Steuerzahlungen beanspruchte die Steuerbehörde die in der Winterzeit üblicherweise geringeren Stromerlöse vollständig.

Fehlender effektiver Rechtsschutz

Mit einem Schreiben an KEVR und einer Kopie dieses Schreibens an die EVN Bulgaria zeigte Finikal der KEVR nochmals auf, dass EVN nur teilweise der Anordnung und der gesetzlichen Zahlungspflicht nachgekommen ist. Laut Gesetz muss die Zahlung monatlich regelmäßig erfolgen, und es handelt sich bei Nichtzahlung nicht nur um eine Verletzung eines einzelnen Verwaltungsaktes. Man hatte gehofft, dass die KEVR ihre öffentlich-rechtlich zugewiesenen Verpflichtungen umsetzen würde. Finikal hat zudem ein Verfahren gegen die EVN Bulgaria nach Art. 77 , Verordnung 3 über die Genehmigung von Aktivitäten im Energiesektor in Verbindung mit Art. 59 des Energiegesetzes eingeleitet, um die wiederholten andauernden Rechtsbrüche zu sanktionieren. Dies können finanzielle Sanktionen oder aber auch der Entzug der EVN-Lizenzrechte aufgrund der Verletzung der Ziele und Grundsätze des Energiegesetzes und des systematischen Verstoßes des Lizenznehmers gegen die Verpflichtungen aus der Lizenz und dem Bulgarischen Gesetz sein. EVN hat ja vom Staat die Lizenz erhalten.

Bis heute liegt von KEVR keine Antwort vor. Statt einer Antwort von KEVR erhielt Finikal aber einen aus Sicht der Betroffenen spöttisch-arroganten Brief. Nr. 3889-7 / vom 28.09.2017 von EVN Bulgaria mit einer Kopie an KEVR, in dem EVN Bulgaria mitteilt, dass sie trotz der klaren Anweisung der Aufsichtsbehörde ihre gesetzlichen Verpflichtungen auf dem regulierten Energiemarkt nicht erfüllen will.

Es geht noch schlimmer
In einer neuerlichen gerichtlichen Anhörung am 11. Juni 2018 haben EVN Bulgaria und KEVR jetzt völlig überraschend ein Protokoll 101 vom  08.06.2018 vorgelegt, mit dem die KEVR ohne Angabe von Gründen und ohne vorherige Anhörung der Finikal die Entscheidung Nr. G-272 vom 25.07.2017 „zurückzieht“.

In einer merkwürdigen Einstimmigkeit wollen scheinbar das Monopolunternehmen EVN Bulgaria und KEVR gemeinsam den Fall zum Schaden von Finikal EOOD beenden. Hintergrund für diese Handlungsweise ist vermutlich nach vertraulichen Informationen das persönliche Interesse von namentlich bekannten mutmaßlich korrupten Politikern und einem ehemaligen Richter des Obersten Justizrats von Bulgarien, der wegen Korruptionsverdacht aus seinem Amt entlassen wurde. Wie soll ein aufstrebendes Land die Möglichkeit haben sich zu entwickeln, wenn Politiker in einer so rechtswidrigen Art eingreifen.

Von der Entscheidung profitiert die EVN Bulgaria, deren Ziel es vermutlich ist, nach Aushungern der Finikal die der Finikal geschuldeten Beträge gewinnerhöhend auszubuchen. Man könnte das natürlich als Unterstellung werten oder als Einzelfall, wie Herr Mag. Szyszkowitz in der letzten Hauptversammlung  von zwei Bußgeldfällen in Bulgarien erzählte, weil man Zähler rechtswidrig getauscht habe.

Die EVN schreibt zwar im Konzerngeschäftsbericht 2016/17 auf S. 55 vollmundig:

„Ethik und Integrität –  Im Verhaltenskodex der EVN sind all jene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit verankert, die Menschenrechte, Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Er umfasst Unternehmensgrundsätze, die über geltendes Recht hinausgehen, und legt Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter des Konzerns fest. Verlässlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Qualität im Umgang mit internen und externen Partnern sind dabei die zentralen Leitlinien.“

Interessanter als diese scheinbar nicht gelebten Grundsätze sind aber die auf S. 57 im gleichen Bericht versteckten Angaben:

„Im Jahr 2013 hat die bulgarische Wettbewerbskommission (CPC) ein Verfahren gegen die EP Yug (vormals EVN Bulgaria EP), die EVN Bulgaria EC, die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria eingeleitet, um mögliche Verletzungen gesetzlicher Bestimmungen zu bewerten. Gegenstand des Verfahrens war der Vorwurf unzureichender Unterstützung bzw. der Behinderung des Registrierungsprozesses auf dem freien Markt sowie des Lieferantenwechsels durch Kunden. Mit Entscheidung vom 29. Juni 2017 stellte die CPC das Verfahren gegen die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria ein, das Verfahren gegen die EP Yug und die EVN Bulgaria EC ist weiterhin anhängig.

Im Jahr 2016 eröffnete die CPC ein weiteres Verfahren gegen die EP Yug, die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria. Die Vorwürfe in diesem zweiten Verfahren decken sich im Wesentlichen mit jenen des im Jahr 2013 eröffneten. Zudem wurden gegen die EVN Bulgaria EC und die EP Yug acht weitere Verfahren vor der bulgarischen Wettbewerbskommission eröffnet. Sie zielen darauf ab, mögliche Verstöße gegen Artikel 15 (ungesetzliche Vereinbarungen, Beschlüsse und konzertierte Praktiken) und Artikel 21 (Missbrauch eines Monopols oder einer kontrollierenden Marktposition) des bulgarischen Wettbewerbsrechts zu bewerten.“

Also gab es da insgesamt zehn Verfahren gegen zwei EVN-Töchter wegen Behinderung des freien Marktes und Kartellverstößen. Aber auch mit der KEVR in Bulgarien hat man Probleme, wobei laut dem Vorstandsvorsitzenden Szyszkowitz genau zwei Verfahren den Zählertausch betrafen (Aussage in der letzten HV). Wieder auf S. 57 kann man lesen:

„Der bulgarische Regulator hat bei der EP Yug Untersuchungen wegen diverser Verstöße durchgeführt.“ Die meisten (2) dieser Verfahren betreffen Verstöße gegen Vorgaben für Protokolle über den Ersatz kommerzieller Zähler. Die behaupteten Verstöße bestehen z. B. im Fehlen von Unterschriften der Kunden, Zeugen oder Mitarbeiter der EP Yug. Als Ergebnis der Prüfung hat der Regulator bisher in 304 Fällen Geldbußen in Höhe von umgerechnet rund 3,1 Mio. Euro verhängt. Die EP Yug hat vor den zuständigen bulgarischen Gerichten Berufung gegen diese Geldbußen eingelegt. Bislang wurden 124 Verurteilungen (rund 1,3 Mio. Euro) aufgehoben und 172 Verurteilungen (rund 1,8 Mio. Euro) bestätigt.“

Sieht man vom Zählertausch ab also 170 rechtskräftige Geldbußen über zusammen 1,8 Mio. Euro. Die Bußen wurden, mit zustimmendem Nicken der Aufsichtsratsvorsitzenden, laut Vorstandsvorsitzendem aus der Firmenkasse bezahlt.

Bei der Vielzahl der alleine in Bulgarien erfolgten Bußgelder liegt der Schluss nahe, dass

  • man in Bulgarien sich mutmaßlich nicht um die lästige Einhaltung der Gesetze kümmern will und
  • seitens der Konzerngeschäftsleitung kein ernsthafter Wille ersichtlich ist, die regelmäßigen Verstöße abzustellen oder die Verantwortlichen für systematische und scheinbar vorsätzliche Gesetzesverstöße zur Rechenschaft zu ziehen.

Dabei berichtet man aber nicht einmal über alles.

Lizenzentzugsverfahren

So laufen in Bulgarien nach gut unterrichten Quellen noch Verfahren wegen Bilanzmanipulation / Bilanzfälschung, und es liegen Insolvenzanträge gegen EVN Bulgaria vor. Staatliche Gutachter zur bilanziellen Situation berichten von Einschüchterung, Behinderung und Bestechungsversuchen. Das weckt kein Vertrauen. Das Aushungern von Produzenten alternativer Energie scheint bei EVN scheinbar System zu haben. Ein weiteres Beispiel hierfür ist ein deutscher Investor, der in Wasserkraftwerke investiert hat und dessen Einkünfte ebenfalls von EVN u.E. rechtswidrig zurückbehalten werden, ja sogar in der EVN Bulgaria Bilanz u.E. rechtswidrig ausgebucht wurden. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine Schönung des Bilanzergebnisses handelt, wobei es sich dabei um einen hohen 6- stelligen Betrag handelt. Der Investor versucht nun schon seit Jahren, diesen Rechtsbruch gerichtlich ahnden zu lassen, aber es gelingt EVN Bulgaria immer wieder gemeinsam mit den Behörden, eine Entscheidung zu verschleppen. Daneben wäre die EVN AG verpflichtet, Ad-hoc-Mitteilungen über ein Insolvenzverfahren oder ein Lizenzentzugsverfahren in den Märkten, in denen Aktien des Unternehmens gehandelt werden, zu veröffentlichen.

Zusammenfassung

Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union stellt die Nichtbeachtung der Primär- und Sekundärvorschriften durch Verwaltungshandlungen, die den Zielen des Rechts der Europäischen Union zuwiderlaufen oder diese nicht befolgen, eine fehlerhafte Anwendung des Rechts der Europäischen Union  dar (Urteil der Kommission vom 25. Mai 1982, der Europäischen Gemeinschaften gegen das Königreich der Niederlande, Rechtssache 96/81 (12); Urteil des Gerichtshofes vom 23. Mai 1985, Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Bundesrepublik Deutschland, Rechtssache 29/81. 84 (22) ).

Trotz der Umsetzung der Anforderungen aus der Richtlinie 2009/72 / EG und der Richtlinie 2009/28 / EG zur Förderung der Stromerzeugung und des -verbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen in nationales Recht durch die Einführung von präferenzbegünstigten Stromverkauf und Bestimmungen zur Gewährleistung der Unabhängigkeit  und Unparteilichkeit und deren  Umsetzung durch  die nationale Regulierungsbehörde, hat die KEVR mit ihren Handlungen beziehungsweise deren Unterlassungen die Verpflichtungen aus der europäischen Gesetzgebung unseres Erachtens in erheblichem Maße verletzt.

EVN als mutmaßlicher Anstifter und die KEVR als mutmaßlicher Täter verstoßen nach unserer Auffassung dagegen,  ihrer Verpflichtung in einem regulierten Markt nachzukommen und dessen Teilnehmer zur Einhaltung der Gesetze und der Ziele der Rechtsvorschriften der Europäischen Union zu zwingen:

  1. Die Rechtssicherheit von Investoren und berechenbare Förderregelungen in Bezug auf erneuerbare Energieträger wird unter Verstoß gegen die Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Förderung der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen durch wirksame Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Richtlinie 2009/28 / EG unterlaufen
  2. KEVR unternimmt nichts bei Verstößen gegen monopolistische Marktteilnehmer wie EVN Bulgaria, was den anderen Marktteilnehmern erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
  3. Dem Lieferanten (Erzeugern von EEG-Energie) Finikal EOOD wird die Unterstützung durch die Regulierungsbehörde (KEVR) verweigert, ihre gesetzlich garantierten Zahlungen für Energielieferung zu erhalten um diese für anderweitige Zahlungsverpflichtungen verwenden zu können. Gleichzeitig soll allem Anschein nach dem Endlieferanten EVN Bulgaria als Monopolmarktteilnehmer die Möglichkeit gegeben werden, sich mit Stromzahlungen, die von dem staatlichen Stromverteiler NEC an EVN Bulgaria entsprechend dem Art. 94 der EA monatlich bezahlt werden, jedoch nicht an den Stromlieferanten Finikal EOOD weitergeleitet werden, dem die Zahlungen gesetzlich als Hersteller zustehen.
  1. Finikal EOOD hat durch diese Vorgehensweise erhebliche Zahlungsschwierigkeiten, denn 25 Monatsrechnungen mit einer Gesamtsumme von ca. 2,7 Mio. EURO wurden von EVN Bulgaria nicht bezahlt, jedoch ist die Mehrwertsteuer für diese Summe fällig und muss durch Finikal EOOD ebenso wie die aufgelaufenen Verzugszinsen vom Finanzamt bezahlt werden.
  2. KEVR unterstützt durch seine Vorgehensweise und Untätigkeit den mutmaßlichen durch EVN begangenen Steuerbetrug, indem sich EVN die Vorsteuer der von Finikal EOOD erhaltenen Rechnungen erstatten lässt und gleichzeitig Finikal nicht in die Lage versetzt, die Mehrwertsteuer an den Staat abführen zu können.

 

Wir haben uns entschlossen, dieses Beispiel zunächst aus Sicht des Investors darzustellen. Um aber auch die andere Seite aufgrund der journalistischen Unabhängigkeit zu hören, werden wir eine Stellungnahme von der Deutsch-Bulgarischen Handelskammer AHK sowie der bulgarischen Botschaft erbitten. Wir sind gespannt auf deren Antworten.

 

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Inflationsschutz durch Immobilienfonds

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Frankfurt, 13. Juni 2018 – Der Preisanstieg hat sich in den vergangenen Wochen stark beschleunigt: Mit einer Teuerungsrate von 2,2 Prozent war die Inflationsrate im Mai so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr.

Zugleich zahlen Banken kaum noch Zinsen. Zehnjährige Bundesanleihen werfen lediglich eine Rendite von 0,3 Prozent ab. Sparer müssen daher andere Anlageformen wählen, wollen sie ihre Ersparnisse vor einem weiteren Kaufkraftverlust schützen, so die Aktion „Finanzwissen für alle“ der im BVI organisierten Fondsgesellschaften.

Immobilien gelten seit Langem als wertstabil und werden daher gerne für den Inflationsschutz genutzt. Doch nicht immer ist das Betongold wirklich dazu geeignet, das Privatvermögen zu schützen. Experten zufolge kommt es auf das jeweilige Objekt und die Lage an. Allerdings gilt wie bei Aktien auch: Es sollte nicht das gesamte Vermögen in Immobilien investiert werden. Denn falls die Immobilienpreise nicht wie erwartet steigen oder sogar sinken, schmilzt auch der Wert des Vermögens.

Statt Wohnungen oder gar Häuser zu kaufen, können Anleger auch mit kleinen Beträgen regelmäßig in Aktien von Immobilienunternehmen investieren oder Anteile an offenen Immobilienfonds erwerben. Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in verschiedenen Gebäuden an. Sie investieren zum Beispiel in Büro-, Handels- oder Industrieimmobilien, aber auch in Hotels und Restaurants. Mit einem guten Mix der Nutzungsarten streuen Anleger das Risiko ihrer Immobilienanlage. Die Mieteinnahmen, mögliche Wertsteigerungen und Veräußerungsgewinne steigern den Wert des Fondsanteils.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass für Anleger offener Immobilienfonds eine zweijährige Mindesthaltefrist gilt. Zudem müssen Anleger eine einjährige Kündigungsfrist einhalten. Allerdings ist ein Verkauf von Fondsanteilen häufig über die Börse möglich. Er ist dann gebührenpflichtig und abhängig vom aktuellen Tagespreis.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.

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„Jugend wirtschaftet!“ 2018 der Stiftung Finanzbildung geht ins Finale

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Landshut, 24.05.2018 (Beitrag der Stiftung Finanzbildung) – Auch dieses Jahr wird wieder der Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ der Landshuter Stiftung Finanzbildung in der bayerischen Oberstufe durchgeführt. Hierbei können Schüler ihre Facharbeiten und Seminararbeiten einreichen, wenn die Arbeiten aus dem Fachgebiet Wirtschaft und Finanzen thematisieren. In diesem Jahr wurden fast 30 Facharbeiten eingereicht. Für die Jury galt es also viele Seiten durchzuarbeiten, um eine faire und richtungsweisende Entscheidung zu treffen.

In die finale Runde haben es sieben Schüler geschafft. Die Gewinnerarbeiten, die mit dem Klaus-Hildebrand-Preis 2018 ausgezeichnet werden,  werden Ende Juni an den Abiturfeiern bekanntgegeben.

Besonderen Dank gilt den engagierten Lehrkräften, die die Schüler an anspruchsvolle Themengebiete heranführen und die Arbeiten betreuen.

Der hochkarätigen Jury ist es wichtig, mit der Durchführung des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ und der Vergabe des Klaus-Hildebrand-Preises positive Finanzbildungsimpulse an Schulen und junge Erwachsene zu senden.

Autor: epk media

 

 

 

 

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FDP – Bürgerfonds mit Macken

Landshut, 14.05.2018 (in eigner Sache): Durch einen Zufall ist mir als Wirtschaftspublizist und Sachverständiger das Entwurfspapier eines FDP Bürgerfonds in die Hände gefallen, das am 15. Mai auf dem Wirtschaftsforum der Partei präsentiert und diskutiert werden soll. Entwickelt und vorgestellt werden soll das Papier von Unternehmerlegende und Milliardär Dr. Lutz Helmig. Geladen sind nur Wirtschaftsgrößen und hochrangige Parteifunktionäre.

Durch die Kenntnis des Papiers und meiner Aktivität als Gründer der Stiftung Finanzbildung habe ich gemeinsam mit dem Young Professional Fabian Langaard die Finanzierung dieses „Deutschen Staatsfonds“ näher betrachtet. Und was dort geplant ist, ist einer FDP, die seit der Finanzkrise mit den verfehlten Griechenlandrettungen und dem Wirken eines Eurorebels Frank Schäfflers etwas gelernt haben will, nicht würdig.

Es werden zum Beispiel die deutschen Targetsalden der EZB als Wert angesehen oder eine Ausgabe einer oder mehrerer 100-jährigen Deutschland-Anleihen in Erwägung gezogen. Insbesondere letzteres grenzt an Anlegerbetrug. Details lesen Sie in unserem Magazin FOR – family office report April/Mai 2018.

Wie ein solider Staatsfonds geschaffen werden kann, beweist eindrucksvoll seit mehr als 20 Jahren Norwegen. Das kürzlich erschienene Buch „So werden Sie reich wie Norwegen“ von Clemens Bomsdorf beschreibt die Wirkungsweise des erfolgreichsten und nachhaltigsten Staatsfonds der Welt wunderbar.

Ich muss gestehen, dass ich selbst FDP Mitglied bin und ein überzeugter Anhänger einer sozial-liberalen Wirtschaftspolitik, was man meinen Schriften entnehmen kann. Aber in dem vorliegenden Entwurf eines Deutschen Bürgerfonds von Dr. Lutz Helmig, ein von mir sonst sehr geschätzter Unternehmer und kluger Investor, erkennen ich nichts davon wieder. Das Credo dieses Entwurfs folgt der bekannte Aussage Francois Hollands „Das kostet ja nichts, das bezahlt der Staat“ oder anders ausgedrückt: Geldschöpfung aus dem Nichts bis ans Ende der Tage.

Hoffentlich nicht bis ans Ende der Tage der FDP!

Quelle: Stiftung Finanzbildung

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Gottfried Heller: Die Revolution der Geldanlage

André Kostolany war eine Börsenlegende. Er war in den 1980er und 1990er Dauergast in den abendlichen Talkshows, wo er in einfachen Sätzen die Börsenwelt erklärte, und die Menschen von der Aktie als Altersvorsorge überzeugen wollte. Seine Weisheiten werden heute noch viel zitiert. Eine davon lautet: „Ein Anleger soll in ein solides, internationales Aktiendepot investieren, dann Schlaftabletten nehmen und schlafen, und wenn er nach fünf oder sechs Jahren aufwacht, wird er meist eine angenehme Überraschung erleben.“ Sein kongenialer Partner war Gottfried Heller, mit dem er 1971 die FIDUKA, eine unabhängige Vermögensverwaltung in München, gründete, die bis heute zu den Großen der Branche gehört. Heller, ein überzeugter Anhänger der Marktwirtschaft im Erhardschen Sinne, hat jetzt ein Buch vorgelegt, das die Idee Kostolanys aufgreift und heutigen Lesern zugänglich macht. Nicht mehr und nicht weniger als „Die Revolution der Geldanlage“ schwebt ihm dabei vor. Dabei ist das Buch nicht ein typisches Anlegerbuch, sondern es ist autobiographisch, politisch und visionär. Das unterscheidet es von vielen anderen auf dem Büchermarkt. Wahrscheinlich gibt es kaum jemanden in Deutschland, der so viele Erfahrungen als Investor gesammelt hat. Daher ist schon alleine der Rückblick auf ein erfolgreiches Leben als Vermögensverwalter lesenswert.

Was Gottfried Heller umtreibt, ist der Umstand, dass die Deutschen ihr Geld falsch anlegen, damit Chancen für die Zukunft verspielen und so vielfach Altersarmut droht. Diese Ängste haben historische und politische Gründe. Die historischen Währungsreformen 1923 und 1948 haben sich tief in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingeprägt. Über diese Ängste schreibt er ein ganzes Kapitel. Die Angst vor Inflation, vor dem Verlust mit Lebensversicherungen und von der dauerhaften Nullzinspolitik der EZB. Nicht alles wischt er als unbegründet einfach weg. Denn die Währungsunion in Europa ist tatsächlich ein Sprengsatz für den Kontinent. Der Euro habe die Europäische Union in zwei Lager gespalten. Durchhalteparolen im Merkelschen Sinne hält er für gefährlich.

Er schlägt vor, eine flexible Währungsunion zu bilden, die einen geregelten Austritt, aber auch einen Wiedereintritt erlaubt. Speziell für Griechenland hält er den Austritt für erforderlich, damit das Land außerhalb des Euros seine neue Währung abwerten und selbstbestimmte Reformen durchführen kann. Die Glaubwürdigkeit der EZB sieht er schwer beschädigt. Der Ankauf von Staatsanleihen in Billionenhöhe ist für ihn eine Staatsfinanzierung durch die Hintertür. Er schlägt eine Stimmgewichtung nach der Größe der Haftung der einzelnen Notenbanken vor. Ob das hilft, wenn alle im Glashaus sitzen?

Die Revolution der Geldanlage sieht er in den ETFs (exchange-traded funds), also börsengehandelten Fonds. Sie ermöglichen es inzwischen auch Kleinanlegern, in breitgestreute Portefeuilles und Indizes zu investieren. Was früher nur großen Vermögensverwaltern oder Fonds möglich war, ist heute mit geringen Beträgen und geringen Kosten jedem Anleger möglich. Er ist geradezu begeistert von dieser Anlagekategorie. „Wenn es um Einfachheit, niedrige Kosten und eine solide Performance geht, sind ETFs unschlagbar.“ Inzwischen gibt es über 1.000 ETFs, die an deutschen Börsen gehandelt werden. Alleine mit 15 ETFs könnten so 8.000 bis 10.000 Einzeltitel abgebildet werden.

Der Regierung liest der Grandseigneur der deutschen Vermögensverwalter die Leviten. Die einseitige Förderung der Riester-Rente hält er für grundfalsch. Er zitiert Horst Seehofer, der 2016 die Riester-Rente für gescheitert erklärt hat. Ähnlich wie Rürup-Renten und die vielen Pensionskassen leiden diese Instrumente an der übermäßigen Anlage in Zinspapieren und an der Verrentungspflicht am Ende ihrer Laufzeit. Dies mache die Produkte unrentabel und teuer. Zahlreiche Länder machen es da wesentlich besser. Als Beispiel nennt er die USA, wo in die so genannten 401(k)-Pläne bis zu 15 Prozent des Jahreseinkommens steuerfrei auch in Aktien- und gemischte Fonds investiert werden können.

Letztlich plädiert Gottfried Heller in seinem Buch für mehr Freiheit des Einzelnen. Der Staat solle die Menschen nicht an die Hand nehmen, sondern jedem einzelnen die Chance für ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Das ist das eigentliche Bekenntnis dieses sehr lesenswerten Buches. Daher zitiert er auch die Philosophie Erhards: „Jeder ist seines Glückes Schmied. Es herrscht die individuelle Freiheit und dies umso mehr, je weniger sich der Staat anmaßt, den einzelnen Staatsbürger zu gängeln oder sich zu seinem Schutzherren aufspielen zu wollen.“

Gottfried Heller: Die Revolution der Geldanlage – Wie Sie mit einfachen Methoden erfolgreich investieren, FinanzbuchVerlag, München, 2018.

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Finanzanalysten erstellen Kurs- und Gewinnprognosen nicht ausschließlich nach objektiven Kriterien, sondern stark nach individuellen Persönlichkeits-Präferenzen

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Studie des Investment Lab Heilbronn:

Heilbronn, 02.Mai 2018 – Finanzanalysten lassen sich bei ihren Bewertungen der Ertragsaussichten eines Unternehmens von der Persönlichkeit des Vorstandsvorsitzenden beeinflussen. Bei ansonsten absolut gleichen wirtschaftlichen Zahlen prognostizieren die Analysten im Schnitt eine deutlich bessere Entwicklung, wenn  Firmen einen  extrovertierten CEO haben im Vergleich zur Leitung durch  einen zurückhaltenden Vorstand.

Das ist das Ergebnis einer umfassenden Studie des Investment Lab Heilbronn. Bewertungen von 173 Analysten aus 12 europäischen Ländern flossen in die Untersuchung ein. „Wie eindeutig die Unterschiede bei den Prognosen zu den Gewinnaussichten und den Kurszielen in vielen Fällen ist, hat uns doch sehr überrascht“, erläutert Dr. Jochen Becker, Assistant Professor für Finanzkommunikation an der German Graduate School of Management and Law Heilbronn (GGS) und Direktor des Investment Lab: „Wenn alleine die Frage, ob der CEO aus sich herausgeht oder nicht, solche Bewertungsunterschiede zur Folge hat, muss so manche Analystenbewertung kritisch gesehen werden. Denn dann legen viele Experten auch subjektive Kriterien zugrunde. Doch Investoren, die ihr Anlageempfehlungen nach professionellen Vorgaben ausrichten und erhebliche Summen aufgrund solcher Empfehlungen umschichten, erwarten ja absolute Bewertungsobjektivität.“

Bei den Prognosen zur künftigen Ertragskraft und weiterer Entwicklung des Aktienkurses spielte nicht nur die Persönlichkeit des CEOs eine Rolle, sondern auch die des Finanzanalysten selbst. Eindeutig ist die Bevorzugung der Unternehmen mit extrovertierten Chefs nämlich nur dann, falls der Analyst ebenfalls selbst extrovertiert ist. Dann wird beispielsweise der in einem Jahr bei dem analysierten Software-Unternehmen erwartete Gewinn je Aktie („Forecasted EPS“ – earnings per share) mit 1,41 Euro vorhergesagt, wenn der CEO extrovertiert ist. Bei introvertierten Chefs wurde bei ansonsten unveränderten Daten ein Wert 1,32 Euro genannt. Sind die Analysten hingegen selbst introvertiert, ist der Unterschied bei der Gewinnprognose nur sehr gering: 1,36 Euro bei extrovertierten und 1,35 Euro bei introvertierten Chefs.

Noch größer ist der Einfluss persönlicher und damit rein subjektiver Kriterien beim langfristig prognostizierten Kursziel des von den Experten analysierten fiktiven Software-Unternehmens. Extrovertierte Analysten vermelden hier bei einem extrovertierten CEO in drei bis fünf Jahren einen Aktienkurs von durchschnittlich 38,48 Euro. Bei einem introvertierten Chef sehen solche Analysten durchschnittlich nur ein Kursziel von 32,00 Euro. „Das ist ein so dramatischer Unterschied, dass ganz andere Investmententscheidungen gefällt werden“, so Dr. Becker: „Schaut man sich im Vergleich dazu an, wie ganz anders introvertierte Analysten die Zukunftsaussichten dieses Softwareunternehmen beurteilen, ist das ein eindeutiger Beleg, dass man bei Empfehlungen der Analysten stets auch dessen Persönlichkeitskomponente mit einbeziehen muss.“ Die introvertierten Bewertungs-Experten sehen nämlich das Kursziel des Softwareunternehmens in drei bis fünf Jahren durchschnittlich bei knapp über 35 Euro, unabhängig von der Persönlichkeit des Chefs.

Das Investment Lab Heilbronn hat in einer sehr aufwändigen Untersuchung Wert darauf gelegt, eine absolute Vergleichbarkeit der Bewertungen herzustellen. „Somit gab es Unterschiede lediglich im Persönlichkeitsmerkmal ´Extrovertiertheit` von Vorstand und Analysten“, erläutert Josip Medjedovic, Research Associate am Investment Lab den Versuchsaufbau. Nach seiner Ansicht ist es durchaus möglich, dass das Kriterium des extrovertierten oder zurückhaltenden Chefs im Falle des analysierten fiktiven Software-Unternehmens grundsätzlich eine größere Bedeutung als bei Firmen anderer Branchen hat. „Vielleicht ist man durch die legendären Auftritte von Steve Jobs oder Steve Ballmer bei Apple bzw. Microsoft so gepolt, dass man beim Thema Software einfach einen extrovertierten CEO als Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen aus diesem Bereich sieht“, so Becker: „Doch das darf nicht der Grund für solche Bewertungsunterschiede sein. Gerade von einem Analysten erwartet man, dass dieser sich von Bühnenshows oder anderen öffentlichkeitswirksamen Auftritten nicht davon ablenken lässt und einzig nach harten Fakten beurteilt.“

Zudem sei die Beeinflussung der Analystenbewertung durch subjektive Kriterien sicherlich nicht auf die Software-Branche beschränkt. „Unser Studien-Aufbau hat sich ja nur auf den Faktor unterschiedlicher Extrovertiertheit beschränkt“, so Medjedovic: „Im Analyse-Alltag sind aber angesichts dieser Studienergebnisse noch andere Kriterien denkbar, die eine unterschiedliche Unternehmensbewertung beeinflussen können, etwa das Geschlecht oder andere Persönlichkeitsmerkmale des Unternehmensvorstands.“ Die Jahre an Berufserfahrung sowie der Branchenfokus der Finanzanalysten spielte bei den untersuchten Bewertungsunterschieden keine signifikante Rolle. „Hier gibt es im Gegensatz zum Persönlichkeitsmerkmal `Extrovertiertheit` keine Zusammenhänge“, erläutert Medjedovic.

Das Investment Lab, das als Research-Institut für börsennotierte Wachstumsunternehmen und Venture Capital-Akteure konzipiert ist, rät Investoren, nie auf einige wenige Analysten-Urteile zu vertrauen. „Investoren können anhand dieser Studie verstehen, wie kritisch reflektierend sie mit Aktien-Empfehlungen umgehen müssen.  Deren Zustandekommen ist stets zu hinterfragen und mit den Rahmenbedingungen anderer Bewertungen abzugleichen“, so Becker: „Auch die Analysten selbst können wichtige Schlussfolgerungen aus unserer Untersuchung ziehen und versuchen, den subjektiven Faktor in ihren eigenen Analysen zu minimieren.“ Die Heilbronner Wissenschaftler wollen im Blick behalten, ob auch die bewerteten Unternehmen selbst Schlussfolgerungen aus der Studie ziehen werden. „Eventuell wird ja das ein oder andere Unternehmen angesichts solcher Zusammenhänge dazu neigen, einen extrovertierten CEO an die Spitze zu berufen“, stellt Investment Lab-Direktor Dr. Jochen Becker als Überlegung an: „Wenn alleine die Extrovertiertheit des CEO die Aussicht auf bessere Analysten-Bewertungen steigert, könnte das eventuell einen Effekt auf die personellen Entscheidungen haben.“

Quelle: Investment Lab Heilbronn

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Die Stiftung Warentest bzw. Finanztest begeht Denkfehler

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Landshut, 16.04.2018 (Ein Kommentar von Edmund Pelikan):  Die Stiftung Warentest beziehungsweise ihr Ableger Finanztest gilt als Gradmesser für Verbraucherschutz und fast so was, wie der mediale Arm des Bundesverbands Verbraucherschutz. Wenn die Berliner eine Assetklasse kritisieren, ist das nicht selten der Tod dieser. Als Diskutant war ich mal auf einem Podium mit einem Vertreter eines regionalen Verbraucherschutzvereins und der war scheinbar allwissend. 

In einem gerade veröffentlichten Artikel zu einer Studie wurde nun die Thema Sparen in ETF in den Mittelpunkt gestellt. Das Fazit der Studie: ETF Sparen macht Sinn wegen der geringen Kosten, sicherheitsorientierte Anleger sollten sich auf Anleihen ETF konzentrieren. So weit so gut!

Alles was hier beschrieben wird, ist grundsätzlich nicht falsch. Gleichzeitig entspricht diese Meinung dem absoluten Mainstream. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn inzwischen ist durchaus das Thema ETF nicht mehr unumstritten. Auf dem Punkt bringt dies ein kritisches Buch über Black Rock, einem der führenden Anbieter von ETFs. Denn die Entscheidungen treffen Computer und Algorithmen und es werden blind die Indices nachgebaut. Das was klassisch als Vorteil gesehen wird, birgt auch Risiken. Diese können am besten mit dem Herdentriebvergleich erklärt werden. ETF-Anleger investieren in der Regel immer mit dem Trend!

Der zweite Denkfehler ist die Fehleinschätzung, dass Anleihen und Festverzinsliche Renten etwas für sicherheitsorientierte Anleger sind. Wenn die Marktzinsen steigen – und dieser Zinsanstieg wird kommen – werden die Anleihenkurse in den Keller fallen. Und finanzmathematisch begründet ist, dass je länger die Restlaufzeit ist, umso höher der Wertverlust. Und bei Fonds und ETFs wird der Ausweis der Kursverluste auch wegen der börsentäglichen Kursfeststellung sofort sichtbar sein.

Kurz gesagt: Wie ein Finanzpolitiker nie Risiken für eine 10-jährige Staatsanleihe bejahen wird, wird ein Verbraucherschützer von Finanztest immer verdrängen, dass Anleihen deutliche Risiken innewohnen und auf lange Anlagehorizonte die Aktie oft die bessere Alternative ist.

Quelle: epk media

Noch ergänzend hinzugefügt:

Welt.de schreibt in seiner Ausgabe vom 18.04.2018, dass der IWF vor plötzlicher anspringender Inflation warnt. Der schnell ansteigende Dollar-Zins könnte weltweit übergreifen. Gerade die freigiebige Wirtschaftspolitik von Donald Trump könnte laut Meinung der Experten aus Washington dafür sorgen, dass die Notenbanken ihren Kurs schlagartig ändern müssen.

Wenn die Zinsen steigen und das Geld in den USA wieder knapper wird, hat dies Einfluss auf die Finanzierungsbedingungen weltweit. Daher rät der IWF den Geldhäusern außerhalb der USA, sich unabhängig zu machen.

Aber auch die ETFs sind von der Zinsentwicklung betroffen. Da diese Fonds vermehrt in riskante, hoch verzinsliche Papiere investiert haben, sei die Ansteckungsgefahr bei größeren Kapitalbewegungen auf dem ETF-Markt sehr hoch.

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