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Category Archives: Debatte

Schwellenländer und das Coronavirus – veränderte Bedingungen 2020

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 Pittsburgh, 19.03.2020 – Die Lockerung der Geldpolitik und eine Pause bei den Handelsspannungen trugen dazu bei, dass das globale Wachstum zu Beginn dieses Jahres eine Wende nahm. Während die strukturelle Wachstumsentwicklung für die Schwellenländer intakt bleibt, gibt es weiterhin einen gewaltigen Mix diverser Herausforderungen. Dazu zählt insbesondere das Coronavirus, das in diesem Jahr das Wachstum dämpfen dürfte. Kunjal Gala, Global Emerging Markets Co-Portfoliomanager bei Federated Hermes ordnet dies für die Schwellenländer weiter ein.

Globale Konjunkturabschwächung war zunächst kein Thema – doch das Coronavirus und die volatilen Energiemärkte ändern den Ausblick

Das globale Wachstum im Jahr 2019 verlangsamte sich auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise. Grund dafür waren die Handelsbarrieren und eine zyklische Konjunkturabschwächung bei Energie, Rohstoffen und Autos. Die Schwellenländer waren davon nicht ausgenommen: Das Wachstum verlangsamte sich in China und Indien, während Argentinien und die Türkei sogar von politischen und finanziellen Turbulenzen betroffen waren.
Doch mit dem Jahresbeginn begann es aufwärts zu gehen, da die gelockerte Geldpolitik eine weitere Konjunkturabschwächung zu verhindern schien. Die Zentralbanken in aller Welt haben aggressiv auf die schwache Wirtschaftsdynamik reagiert und das Verbrauchervertrauen blieb stabil, wobei die intakten Arbeitsmärkte Gehälter und Konsum stützten.
Der Ausbruch des Coronavirus hat diese Aussichten jedoch eingetrübt. Fabrikschließungen und Reisebeschränkungen werden sich erheblich auf die Produktion auswirken: Das chinesische BIP wird im ersten Quartal wahrscheinlich schrumpfen und könnte im Laufe des Jahres um einige Prozentpunkte niedriger sein.

Nicht nur das Coronovirus bremst Wirtschaft aus

Zu Beginn des Jahres war man sich einig, dass die Welt im Jahr 2020 eine Rezession vermeiden wird. Obwohl die globalen Wachstumsprognosen als Reaktion auf den Ausbruch des Coronavirus gesenkt wurden, gibt es immer noch mehrere Risiken, die die Aussichten weiter trüben.

– Das US-amerikanische Finanzdefizit für das Haushaltsjahr 2019 ist um 26 Prozent gewachsen und wird 2020 wahrscheinlich einen Rekordwert von 1 Billion US-Dollar erreichen. Mangelnde Maßnahmen zur Konsumbelebung könnten die Wirtschaft in einer Zeit, in der sich das geldpolitische Instrumentarium erschöpft, ziemlich allein dastehen lassen.

– Eine weitere Eskalation der Handelsspannungen kann nicht ausgeschlossen werden. Der Wettbewerb zwischen den USA und China ist von strategischer Bedeutung und umfasst Technologie, Militär und den globalen Einfluss.

– Während die globale Schuldenquote seit 2017 gesunken ist, bauen sich die Unternehmens- und Staatsschulden weiter auf – bis zur potenziellen Belastungsgrenze.

– Die jüngste Volatilität des Ölpreises könnte zu einem Anstieg bei Anleihen in diesem Sektor führen und die Investitionsstimmung dämpfen.

Klar ist: Die politischen Entscheidungsträger weltweit versuchen, diesen Abschwung abzuwenden. Allerdings könnte jede Aufregung, die durch verstärkte steuerliche Impulse oder eine Lockerung der Geldpolitik ausgelöst wird, der letzte Aufbäumen sein, da eine Rezession unvermeidlich scheint. Der Markt ist davon ausgegangen, dass ihn die Zentralbanken vor Volatilität schützen und Haushaltsausgaben in den Vordergrund treten. Aber im Gegensatz zur Geldpolitik bewegt sich die Steuer- und Finanzpolitik langsam und wird durch Regierungen eingeschränkt.

Mit aktiver Fiskalpolitik gegen das Virus

Auf lange Sicht gibt es eindeutig größere Risiken für die Weltwirtschaft. Während das Coronavirus einen großen Gegenwind für das kurzfristige Wachstum darstellt, sind die Gesamtauswirkungen auf das globale BIP auf lange Sicht überschaubar. Vieles hängt von der haushaltspolitischen Reaktion auf die Epidemie ab. So unterstützt die chinesische Regierung beispielsweise die betroffenen Wirtschaftssegmente und räumt den Infrastrukturausgaben Vorrang ein. Das dürfte sicherstellen, dass das Wachstum nur vorübergehend beeinträchtigt wird. Wenn jedoch der Ausbruch des Virus und das jüngste Scheitern der Gespräche innerhalb der OPEC die Wirtschaftstätigkeit im Großen und Ganzen stört, wird das globale BIP mit einem erheblichen Produktivitäts- und Produktionsverlust zum Stillstand kommen.

Die Schwellenländer sehen sich mit den gleichen gemischten Botschaften konfrontiert wie der Rest der Welt. Ihr strukturelles Wachstum ist jedoch nach wie vor intakt und wird durch die Urbanisierung, eine aufstrebende Mittelschicht und die Digitalisierung vorangetrieben. Dennoch ist noch ein weiter Weg zurückzulegen, bis die Gewinnmargen der Schwellenländer wieder das Vorkrisenniveau erreichen – sie liegen derzeit 400 Basispunkte unter denen von 2008.

Es gibt auch eine große Bewertungslücke zwischen den Schwellen- und Industrieländern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Schwellenländer wird mit einem Abschlag von 21 Prozent gegenüber Industrieländern gehandelt, während sich der Kurs-Buchwert-Rabatt auf 37 Prozent erhöht hat. Sofern der Buchwert von Schwellenländern nicht plötzlich überbewertet wurde, ist die einzige Rechtfertigung, die uns einfällt, die Ansicht, dass ein Kursrückgang mehr Schaden bei der Eigenkapitalrendite der Schwellenländer anrichten wird. Dieser überdurchschnittliche Abschlag könnte künftig eine Chance darstellen.

Der Aufschwung zu Jahresbeginn darf zwar nicht ignoriert werden, lässt sich aber weitgehend durch eine immer lockere Geldpolitik und eine wahrscheinlich vorübergehende Pause bei den Handelsspannungen erklären. Obwohl einige Schwellenländer Anzeichen für einen Aufschwung zeigen, bleiben die Herausforderungen dennoch weiter bestehen – und das Coronavirus sowie die Disruption auf dem Energiemarkt werden eine dramatische Erholung in diesem Jahr verhindern. Die Mehrheit der Schwellenländer sind Ölimporteure und werden von einem niedrigeren Ölpreis profitieren. Die gedämpften Rohstoffpreise spiegeln jedoch das schwache grundlegende Nachfrageumfeld wider, das einen Gegenwind für die Rentabilität der Unternehmen darstellt und sich auf ihre Investitionspläne auswirkt.

Fazit und Ausblick: Treiberthemen beachten

Wir konzentrieren uns mit unseren Investments weiterhin auf die langfristigen strukturellen Themen, wie etwa 5G, Digitalisierung, IoT, Gesundheitswesen, wachsende Mittelschicht und Infrastruktur. Von diesen erwarten wir, dass sie der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit der globalen Ausbreitung des Coronavirus und den schwachen Rohstoffmärkten trotzen, – und potenzielle Probleme der Anleihequalität abmildern werden.

Quelle: Federated Hermes (Pressemitteilung vom 19.03.2020)

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Coronavirus – der neue Schwarze Schwan

Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income, und Fondsmanager Harry Richards bei Jupiter Asset Management informieren über aktuelle Entwicklungen an den Anleihemärkten, die heftigen Kursausschläge der vergangenen Tage, die Performance der Strategie und den aktuellen Ausblick.

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London, 18.3.2020 – Wir hielten einen globalen Deflationsschock seit Langem für ein reelles Risiko. Dadurch war unsere Strategie mit einer Allokation von über 40 Prozent in Staatsanleihen der Ratingklassen AAA und AA bereits vorsichtig positioniert, wobei Short-Positionen in CDS-Körben und Währungsabsicherungen einen zusätzlichen Puffer darstellten. In der Folge weist unsere Strategie in der aktuellen Phase eine sehr gute relative Performance aus.

Das Coronavirus ist ein Extremereignis – ein sogenannter Schwarzer Schwan –, das viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt und zu einer abrupten Risikoneubepreisung geführt hat. Obwohl risikoreichere Anlagen an einigen Tagen stark zulegen konnten, haben wir es weiter mit einem ausgeprägten Risk-off-Umfeld zu tun. In Europa und den USA scheint die Ausbreitung des Virus noch relativ am Anfang zu stehen. „Shutdowns“ wie in vielen Ländern bereits eingeführt, dürften auch andernorts folgen.
Wir sind überzeugt, dass die bisherige geld- und fiskalpolitische Reaktion zu kurz greift und Zentralbanken und Regierungen noch stärker gefordert sein werden, um der Wirtschaft und den Märkten unter die Arme zu greifen. Die Zentralbanken tun, „was immer nötig ist“, verfügen aber einfach nicht über die notwendigen Instrumente, um einen globalen Angebots-/Nachfrageschock zu adressieren. Die Märkte haben am Montagmorgen negativ auf die angekündigten Maßnahmen der US-Notenbank reagiert. Die Investoren erwarten fiskalpolitische Unterstützung, aber die bislang angekündigten haushaltspolitischen Maßnahmen werden nicht ausreichen, um einem massiven deflationären Schock effektiv zu begegnen.

Wir sind in den letzten Tagen sehr vorsichtig an den Märkten tätig geworden und haben selektiv Anlagechancen bei Anleihen mit sehr kurzen Laufzeiten genutzt. Insgesamt warten wir jedoch ab und halten erst einmal Abstand von einem höheren Beta, da wir davon ausgehen, dass es noch etwas dauern wird, bis groß angelegte, koordinierte fiskalpolitische Maßnahmen verkündet werden.

Daher fühlen wir uns mit der aktuellen Positionierung in unserer Strategie wohl. Wir behalten die turbulenten Märkte genau im Auge – jederzeit bereit, die Flexibilität der Strategie zu nutzen, um das Portfolio angesichts neuer Risiken und Chancen anzupassen. Dadurch, dass wir mit einer defensiven Ausrichtung in diese Phase gestartet sind, haben wir ausreichenden Spielraum, um von starken Abverkäufen zu profitieren, zum richtigen Zeitpunkt schnell zu agieren und den Fonds so mit Blick auf die kommenden Jahre optimal aufzustellen.

Quelle: Jupiter (Pressemitteilung vom 18.03.2020)

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Nicht überall wo nachhaltige Geldanlage draufsteht ist auch nachhaltig drin – Was nachhaltige Fonds unterscheidet

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Das Thema nachhaltige Geldanlage wird zu einem immer größeren Trend und sowohl die öffentliche Diskussion rund um die Klimakrise, als auch die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten steigen. Aber wo nachhaltig drauf-steht, ist leider nicht immer nachhaltig drin. Selbst weitverbreitete „Nachhaltigkeitsan-sätze“, wie einfache ESG-Ausschlusskriterien oder Best-in-Class-Verfahren, greifen viel zu kurz, denn teils werden einfach nur die „schlimmsten“ Unternehmen aussortiert. So kann es sein, dass „nachhaltige“ Fonds in Unternehmen aus Sektoren wie Atomkraft, Rüstung oder fossilen Energien investieren, weil die Unternehmen im Branchenvergleich „am wenigsten schädlich“ sind.

Nicht nur die Schlechtesten ausschließen, sondern die Besten auswählen

Was es stattdessen braucht, sind Investitionen in Unternehmen, die eine messbare posi-tive Wirkung im Bereich der Pariser Klimaziele und den Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs) haben und Produkte entwickeln und anbieten, die Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen von Mensch und Umwelt bieten. Nur von solchen Anlagestrategien geht eine positive transformative Wirkung aus und sie kommen dem zunehmenden Wunsch vieler Anleger nach, die in wirklich nachhaltige Investmentfonds investieren und mit ihrem Geld eben nicht bestimmte Branchen und Geschäftsfelder unterstützen und von deren Gewinnen profitieren wollen. Mit diesem Wunsch müssen Anleger auch nicht auf Rendite verzichten, denn mehrere Studien haben gezeigt, dass sich nachhaltige Strategien auch positiv auf die finanzielle Rendite auswirken: Der Fokus auf nachhaltige Unternehmen im Investmentportfolio be-deutet eher eine Beschränkung des Risikos als der Rendite, da nachhaltige Unternehmen tendenziell stabilere und positive Wirtschaftsergebnisse erbringen.

Vermeidung von Greenwashing durch Reporting – nicht nur finanzieller Kennzahlen

Mit Veröffentlichung der EU-Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungs-pflichten im Finanzdienstleistungssektor Ende November 2019 wurde ein erster wichti-ger Schritt zur Vermeidung von Greenwashing getan. Aber damit Anleger leichter erkennen können, wie nachhaltig ein Fonds ist, bedarf es neben Transparenz über die Zusammensetzung der Portfolios auch Reportings über die Wirkung der Fonds.
Dadurch werden Transparenz und Vergleichbarkeit geschaffen und das Ziel von wirklich nachhaltiger Geldanlage deutlich gemacht: Nicht nur einen möglichst kleinen negativen Fußabdruck zu hinterlassen, sondern durch gezielte Investments in ausgewählte Unter-nehmen einen möglichst großen positive Beitrag z.B. zur Erreichung der SDGs zu leisten und damit Lösungen für ökologische und soziale Herausforderungen zu unterstützen.

Beispiel für Wirkungsreporting

Am Beispiel der Fonds von Triodos Investment Management (Triodos-IM) kann man er-kennen, wie sich die Auswirkung von Investmentfonds darstellen lässt. Alle Triodos-Fonds werden auf ihren ökologischen Fußabdruck hin mit anderen Benchmark-Fonds verglichen: Beispielsweise hat der Triodos Global Equites Impact Fund einen im Ver-gleich zum Benchmark MSCI World um 66% geringeren CO²-, einen um 55% geringeren Wasser- und einen um 51% geringeren Müll-Fußabdruck. Bei einem Investment von 10.000 Euro macht das pro Jahr schon eine Ersparnis von umgerechnet etwa einer Auto-fahrt von 8.000 km, über 3.000 Duschen und sechs Mülltonnen aus.
Durch den speziellen Investmentansatz, der sich an sieben Transformationsbereichen orientiert, wird gezielt in Unternehmen investiert, die einen nachweislich messbaren Beitrag zum Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft leisten. In einem Vergleich mit dem MSCI World und dem MCSI World ESG Index zeigt sich der deutlich höhere Beitrag z.B. auf die SDGs.

Können ETFs genauso nachhaltig sein wie gemanagte Fonds?

Bei Exchange Traded Funds (ETFs) werden oft sehr niederschwellige Maßstäbe für Nach-haltigkeitskriterien angelegt und Best-in-Class-Ansätze verwendet. Dass passive Abbil-den eines Index hat dann zufolge, dass zum Beispiel Aktien von Öl- und Kohlekonzernen in einem vermeintlich nachhaltigen ETF landen können. „Tatsächliche nachhaltige Transformation geht von gemanagten Fonds aus, die gezielt in sorgfältig ausgewählte Unter-nehmen investieren. Best in Class reicht nicht aus“, sagt Hans Stegeman, Head of Invest-ment Analysis and Economics von Triodos-IM.
Aber nicht nur darin unterscheiden sich Investmentfonds mit umfangreichem Research und Ausschlusskriterien, wie die von Triodos-IM, wesentlich von vielen anderen „grünen“ Fonds und insbesondere von ETFs. Neben der Auswahl von Unternehmen, die zu einer progressiven positiven Entwicklung beitragen und auch hohen ESG-Kriterien ent-sprechen, entsteht dadurch eine positive Wirkung, dass in Form von Engagement, z.B. durch Stimmrechtswahrnehmung auf Hauptversammlungen und öffentliche Stellung-nahmen, Einfluss auf die Unternehmen genommen wird.

Quelle: Triodos Bank N.V. (Pressemitteilung vom 03.03.2020)

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Stiftung Finanzbildung ist Mitglied beim Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB)

Das Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB) ist eine Initiative von Lehrkräften, Verbänden, Wirtschaft und Wissenschaft. Es setzt sich ein für eine Verankerung ökonomischer Bildung in allen weiterführenden Schulen in Deutschland – in angemessenem Umfang, auf fundierte und objektive Weise vermittelt sowie verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler. Dazu macht sich die Initiative auch für eine bessere fachbezogene Qualifizierung der Lehrkräfte stark und vernetzt alle relevanten Akteure der ökonomischen Bildung in Deutschland miteinander. Aktuell unterstützen mehr als 50 Institutionen das Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland.

Die Stiftung Finanzbildung wird sich gerne in diesem überregionalen Bündnis einbringen. Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit mit dem BÖB auf dem ersten Deutschen Finanzbildungsforum in Landshut im Oktober 2020.

Den Bericht zur Auftaktveranstaltung am 29.11.2019 des Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB) können Sie hier lesen.

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Mehrheit der DAX-Investoren kommt aus dem Ausland

von Matthias Janson, 27.01.2020

Der DAX wird bei ausländischen Investoren immer beliebter. Wie die Statista-Grafik auf Basis einer Erhebung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY, PDF-Download) zeigt, kamen im Jahr 2018 bei einer Gruppe von 23 DAX-Unternehmen nur noch 33 Prozent der Investoren aus dem Inland. Im Jahr 2005 waren es noch 45 Prozent. Der deutlich überwiegende Teil von 58 Prozent waren ausländische Investoren, viele davon aus dem europäischen Ausland und aus Nordamerika: Allein die beiden US-Investmentgiganten Blackrock und Vanguard halten zusammen etwa ein Siebtel Anteile der 30 größten deutschen Unternehmen. Anleger erhoffen sich einen baldigen Aufschwung des zuletzt geschwächten DAX-Kurses. Bei dem Anteil, der nicht zuzuordnen ist, handelt es sich laut EY überwiegend um Privataktionäre, deren Herkunft sich schwerer feststellen lasse.

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Quelle: Matthias Janson,https://de.statista.com/infografik/20620/anteil-der-investoren-am-aktienbestand-von-dax-unternehmen-nach-herkunft/

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Kapitalismus – Wirtschaftssystem mit Imageproblem

von Mathias Brandt, 23.01.2020

55 Prozent der für das Edelman Trust Barometer befragten Menschen in Deutschland finden, dass Kapitalismus der Welt mehr schadet als nützt. Dazu passt ein weiteres Ergebnis der Studie: Nur 23 Prozent der Deutschen sind bezüglich ihrer ökonomischen Zukunft optimistisch. Wie verbreitet die Systemskepsis ist, zeigt der Blick auf die Statista-Grafik. In Indien halten beispielsweise drei Viertel der Befragten den Kapitalismus für schädlich, nicht viel weniger denken das in Frankreich. Von den 28 abgedeckten Ländern hat das aktuelle Wirtschaftssystem nur in einer Handvoll kein ausgewachsenes Imageproblem – allen voran Japan, wo nur 35 Prozent den Kapitalismus eher für schädlich halten.

© Statista

Quelle: Mathias Brandt,https://de.statista.com/infografik/20592/befragten-die-glauben-dass-kapitalismus-mehr-schadet-als-nuetzt/

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Steuerwahnsinn macht vor Weihnachten nicht Halt


Bild von Free-Photos auf Pixabay

Frank Schäffler, MdB, Abgeordneten-News vom 13.12.2019:

Rund 29 Millionen echte Weihnachtsbäume kaufen die Deutschen jedes Jahr. Dafür zahlen sie zusammengerechnet gut 700 Millionen Euro. Doch was kaum jemand weiß: Je nach Nadel-Art und Herkunft sind nicht nur die Preise, sondern auch die Steuer unterschiedlich. Insgesamt vier verschiedene Steuersätze gibt es. Das hat eine Kleine Anfrage des FDP-Finanzexperten Frank Schäffler an die Bundesregierung ergeben. So werden unechte Bäume mit dem normalen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent belegt, bei Naturnadelbäumen variiert der Steuersatz aber je nach Herkunft.
Kauft man eine Nordmanntanne im Baumarkt, im Supermarkt oder am regionalen Verkaufsstand, so wird lediglich ein Steuersatz von 7 Prozent berechnet. Absurd wird es, wenn man den Weihnachtsbaum direkt bei dem Bauer seines Vertrauens kauft: Ist der Baum zufällig im Wald gewachsen und wird dort geschlagen, gilt der Steuersatz für forstwirtschaftliche Erzeugnisse in Höhe von 5,5 Prozent. Hat ihn der Landwirt oder die Baumschule extra in einer Kultur angepflanzt, gilt der landwirtschaftliche Steuersatz in Höhe von 10,7 Prozent. Wenn der Betrieb nicht an diesem Verfahren teilnimmt, zahlt er auf den Weihnachtsbaum wie im Laden sieben Prozent. Gar keine Steuern muss abführen, wer als Privatperson oder Kleinunternehmer einen Baum verkauft.
FDP-Finanzexperte Frank Schäffler kann das nicht nachvollziehen: „Der Mehrwertsteuerirrsinn macht nicht mal vor Weihnachten halt. Wir brauchen endlich eine Reform, die Ausnahmen abschafft und den allgemeinen Mehrwehrsteuersatz entsprechend reduziert.“ Und legt weitere Beispiele nach: „Man kann niemandem erklären, warum Mandel und Marzipan mit dem reduzierten Satz besteuert werden, Weihnachtskekse aber nicht. Oder frische Adventskränze mit dem ermäßigten Steuersatz, aber Adventskränze aus trockenem Material nicht.“ 
Doch an ein Ende des Steuerwirrwarrs ist nicht zu denken, das macht die Antwort des Bundesfinanzministeriums deutlich. Dort erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Sarah Ryglewski den Weihnachts-Irrsinn mit den „objektiven Unterschieden der Erzeugnisse“ und hält die Regeln „auch weiterhin für angemessen“.

Quelle: Frank Schäffler, MdB, Abgeordneten-News vom 13.12.2019

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Verleger Frank-B. Werner erweitert die Jury des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“

Frank-B. Werner

Landshut, 26.11.2019 – Inzwischen zum neunten Mal fördert die Stiftung Finanzbildung mit ihrem Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ die Auseinandersetzung mit finanz-ökonomischen Themen in der Oberstufe von Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen. Dabei können die Absolventen ihre Facharbeiten beziehungsweise Seminararbeiten zum Wettbewerb einreichen, wenn sich diese rund um den Themenkomplex Finanzen und Wirtschaft drehen.

Viele Fachlehrer stellen sich regelrecht bereits auf den Wettbewerb ein und bieten Seminarthemen dazu an. Durch gezielte Hinweise sowohl in Rundschreiben des Kultusministeriums als auch des bayerischen Wirtschaftsphilologen Verbandes steigt die Zahl der eingereichten Arbeiten kontinuierlich. Die Jurymitglieder müssen somit jedes Jahr bis zu 1.000 Seiten Facharbeiten würdigen. Deshalb ist es notwendig, die Jury weiter zu vergrößern.

Dieses Jahr wird nun der Verleger Frank-B. Werner, Geschäftsführer des Münchner Finanzen Verlags und Herausgeber von Finanzmedien, wie EURO, EURO am Sonntag, Börse Online und des Anlegerportals boerse-online.de., in die Jury berufen. Werner studierte Volkswirtschaftslehre an der Georg-August-Universität Göttingen und promovierte 1987 mit der Dissertation „Kurzfristige Wechselkursschwankungen und neue Märkte für Kurssicherungsinstrumente“. Er ist gleichfalls Juror beim DJP (Deutscher Journalistenpreis) und beim Helmut-Schmidt-Journalistenpreis. Im FINANZEN Verlag initiierte er Finanzbildungsinitiativen, wie die Euro Akademie, die in webbasierten Kursen Einsteigern leichtverständlich das Basiswissen für die Geldanlage nahebringt.

„Werner ist wohl einer der profiliertesten Medienunternehmer in der deutschen Finanzwelt und wir sind glücklich, Ihn als Unterstützer für die Stiftung Finanzbildung gewonnen zu haben“, so Edmund Pelikan, Stiftungsgeschäftsführer, „er wird nicht nur als Jurymitglied beim Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ zur Verfügung stehen, sondern auch den für 2020 geplanten „Deutschen Finanzbildungstag“ mit seiner Expertise fachlich und medial begleiten.“

Frank-B. Werner bemerkt zu seinem Engagement: „Edmund Pelikan leistet seit vielen Jahren wertvolle Aufklärungsarbeit, und ich freue mich als Jurymitglied künftig auch einen kleinen Beitrag zum Gelingen des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ leisten zu können.“

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Exporo: Bundesbürger halten Investitionen in Immobilien für guten Schutz vor Minus-Zinsen

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Hamburg, 18.11.2019 (OPM) – Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hält Investitionen in Immobilien für sehr wertstabil und für eine gute Maßnahme, sich vor einer Minderung des Geldwertes zu schützen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Online-Umfrage des Hamburger Fintechs Exporo zum Thema „Anlageverhalten in der Niedrigzinsphase”, zu der im November diesen Jahres 1.000 Bundesbürger befragt wurden.

Viele Menschen fürchten sich vor einer Verminderung des Geldwertes durch stetig sinkende Zinsen. Es verwundert daher nicht, dass mehr als 75 Prozent aller Bundesbürger Immobilien für sehr wertstabil halten. Allerdings empfinden sie die nötigen Anlagesummen, um in “Betongold” investieren zu können, als sehr hoch. 

Über 70 Prozent der Befragten halten Investitionen in Immobilien darüber hinaus auch für einen guten Schutz vor den aktuellen Niedrig- bzw. Minuszinsen. Allerdings nimmt dieses Vertrauen in Immobilien mit zunehmendem Alter ab: Bei den 18 bis 30 Jährigen sind es 76,2 Prozent, bei den 31 bis 45 Jährigen noch 70,7 Prozent und bei den über 45 Jährigen nur noch 68,2 Prozent.

Sparen dagegen wird in allen Altersklassen immer unbeliebter: 65 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Sparen sie nicht vor einer Verminderung des Geldwertes schützt. 

Gewisse Anlagerisiken eingehen will die Mehrheit (51,9 Prozent) der Befragten jedoch nicht. Das gilt auch für Risiken, die die Befragten selber einschätzen und beurteilen können. 

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei der Frage an die Interviewpartner, ob  sie generell erwägen, in Sachwerte zu investieren. Nur 46 Prozent der Umfrageteilnehmer überlegen, aktiv in Sachwerte zu investieren um ihr Erspartes vor Minuszinsen zu schützen. Auch wenn Investitionen in Sachwerte schon zu geringen Anlagesummen ab 500 Euro zu tätigen sind, bleiben 54 Prozent  skeptisch.

Quelle: Exporo AG

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IMMAC research: Bis 2030 feiern jeden Monat rund 100.000 Personen ihren 65. Geburtstag

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Bis 2030 feiern jeden Monat rund 100.000 Personen ihren 65. Geburtstag. Dies geht aus einer Analyse von IMMAC research hervor, die auf der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes basiert. Aus dem demographischen Wandel ergeben sich große gesellschaftliche Veränderungen, die auch heute schon vielfach zu spüren sind. Das ergibt die Recherche von IMMAC research, der hausinternen Marktbeobachtungsabteilung der IMMAC group aus Hamburg.

Was passiert mit der Stadt, der Gesellschaft und ihrer Versorgung, wenn alle Einwohner einer Stadt wie Kaiserslautern monatlich ihren 65. Geburtstag feiern?

Stellt man sich jene fiktive Stadt vor, in der nur 65-Jährige leben, so hat dies sicherlich große Auswirkungen auf das innerstädtische Bild. Büroflächen werden vermutlich leer stehen, genauso wie Großteile der ehemals 1-A-Innenstadtlagen im Erdgeschoss. Hintergrund ist einerseits die abnehmende Erwerbstätigkeit und andererseits die voraussichtlich nachlassende Kaufkraft aufgrund geringerer Einkommen im Alter. Busse und Bahnen werden ihren Betrieb nur schwer aufrechterhalten können. Der 65-jährige Taxifahrer stockt seine Rente mit täglich drei Stunden Arbeit auf. Dies wird die Nachfrage wahrscheinlich nicht decken. Auch der 65-jährige Arzt tritt kürzer und wird keinen Vollzeitjob mehr ausüben. 

Laut Statistik liegt aktuell die vollstationäre Pflegequote bei 4,27 Prozent. Von den rund 100.000 Einwohnern der fiktiven Stadt werden also statistisch ca. 4.270 Personen in einem Pflegeheim versorgt. Bei einer durchschnittlichen Größe von 80 Plätzen pro Heim müssen in der Stadt also 53 Pflegeheime zur Verfügung stehen. Dies werden die einzigen Immobilien sein, die nicht leer stehen werden. Gepflegt werden die Pflegebedürftigen von Robotern und täglich in die Stadt pendelnden Pflegefachkräften.

Auch wenn es sich hierbei um ein ausgedachtes Szenario handelt, wird zukünftig die sich verändernde Altersstruktur Auswirkungen auf das gesellschaftliche Umfeld haben. Beim Immobilienankauf sollte also auch heute schon bei der Marktbeurteilung auf Themen wie die Altersstruktur innerhalb einer Gemeinde geachtet werden. Im Fokus von IMMAC stehen nur Standorte, die langfristig attraktiv sind und eine rentable Nachnutzung ermöglichen. „Man sollte sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Renditekompression auch in anderen etablierten Assetklassen und dem leicht zugänglichen Thema des demographischen Wandels jedoch nicht täuschen lassen. Das Pflegeheim ist und bleibt eine anspruchsvolle Assetklasse, die eine hohe Marktkompetenz erfordert“, so Jens Wolfhagen, Mitglied des Vorstands der IMMAC group. Wer heute an falschen Standorten womöglich gut ausgelastete Pflegeheime kauft, kann schon morgen ein großes Risiko im Portfolio haben. Gründe hierfür kann der jüngst fertigstellte Neubau nebenan, eine nachlassende Nachfrage aufgrund der lokalen Altersstruktur oder aber ein Betriebsausfall durch Betreiberverschulden sein. All diese unterschiedlichen Faktoren werden von der IMMAC – dem Spezialisten für Sozial- und Betreiberimmobilien – berücksichtigt. Hierdurch ergeben sich Wohnraumlösungen für Betagte als Investitionsmöglichkeit auch für private Anleger als Beimischung des persönlichen Portfolios eignen.

Quelle: IMMAC

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