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Category Archives: Debatte

WPV-Magazin stellt Stiftung Finanzbildung vor

Hildebrand-Preis, Theresiengymnasium Ansbach

Hildebrand-Preis, Theresiengymnasium Ansbach

Die Mitgliederzeitung des Wirtschaftsphilologen Verbandes Bayern e.V berichtet in der Ausgabe 2-2015 über die Stiftung Finanzbildung und den Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“.

Landshut, 07.12.2015 – Ist Bayern im Bezug auf Finanzbildung eine Insel der Glückseligen? Wer das annimmt, greift zu weit. Aber einen richtigen Trend hat Bayern frühzeitig eingeläutet: An den Schulen ist Wirtschaft und Recht ein Unterrichtsfach, das in den Gymnasien von Wirtschaftsphilologen unterrichtet wird. Früher konnte man einen Wirtschafts-Leistungskurs belegen, heute ein W-Seminar.

Die in diesem Umfeld entstandenen Facharbeiten bzw. Seminararbeiten stehen im Fokus des Wettbewerbes „Jugend wirtschaftet!“ um den Klaus-Hildebrand-Preis. Und darüber berichtete die Mitgliederzeitung des Wirtschaftsphilologen Verbandes Bayern e.V. in der aktuellen Ausgabe 2-2015. Der Bericht greift neben dem Wettbewerb auch andere Projekte der Stiftung Finanzbildung auf.

Hier der Link zum Artikel: Link

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Sozialimmobilien europaweit interessant

Investition in ein Reha-Zentrum in Österreich, © IMMAC Holding AG

Investition in ein Reha-Zentrum in Österreich, © IMMAC Holding AG

Fondsbesprechung IMMAC Austria Sozialimmobilie XIV Renditefonds

10.11.2015 – Die IMMAC Gruppe war 2013 der erste Anbieter, der in Deutschland eine Lizenz für seine Kapitalverwaltungsgesellschaft namens HKA Hanseatische Kapitalverwaltung AG erhielt. 2015 legt nun der Hamburger Anbieter nach einigen erfolgreichen Platzierungen mehrerer deutscher und einer österreichischen Pflegeeinrichtungen das erste Produkt nach neuem Recht zur Finanzierung eines Reha-Zentrums in Österreich auf. Grund für die Redaktion, das erste dieser neuen Produkte anzusehen. Ein Blick in das Angebot lohnt sich, ohne die folgende Fondsbesprechung vorweg nehmen zu wollen.

Der Anbieter
Die Wurzeln der IMMAC Gruppe in Hamburg liegen im Jahr 1996. Das Haus ist seit diesem Zeitpunkt spezialisiert auf Investitionen im Healthcare Sektor. Der erste Fonds wurde 1998 emittiert. Die in der Leistungsbilanz zum Ende 2012 dokumentierten knapp 70 Fonds sind aus Sicht der Anleger quasi makellos. Das liegt auch daran, dass eine konsequente Objekt-ankaufsprüfung kombiniert wird mit einer stetigen segmentorientierten Marktanalyse. Das Gesamtinvestitionsvolumen der IMMAC Gruppe und dem Schwesterunternehmen DFV summiert sich insgesamt auf mehr als eine Milliarde Euro.
Die HKA Hanseatische Kapitalverwaltung AG hat seit Mitte 2013 die Dienstleistungen der IMMAC Verwaltungsgesellschaft für Immobilienfonds mbH mit über 100 Pflegeeinrichtungen übernommen. Damit war sie eine der ersten registrierten KVG in Deutschland. Inzwischen sind bereits sechs Produkte unter dem KAGB emittiert und vollständig platziert worden.

Das Konzept
Der IMMAC Austria Sozialimmobilie XIV Renditefonds investiert in ein Reha-Zentrum in Österreich, genauer in Tirol. Das Klinikum für Rehabilitation ist auf die Bereiche Herz-Kreislauf, Pulmologie, Neurologie und Onkologie ausgerichtet. Das Investitionsobjekt in Münster, Österreich, ist eine in Betrieb befindliche Bestandsimmobilie.

Der Initiator kann bereits Erfahrung in Österreich mit rund 20 konzipierten Pflegeheimen vorweisen. Auch der Markt der Reha-Zentren ist dem Emissionshaus bestens bekannt. In Deutschland ist man in drei Reha-Kliniken investiert. Das konkrete Objekt ist vier Jahre alt, hat also noch Gewährleistung. Der Betrieb hat die Anlaufphase erfolgreich hinter sich gebracht und ist sehr gut ausgelastet.

Die Zahlenwelt
Die Fondsgesellschaft hat dafür das Grundstück im österreichischen Münster samt Reha-Einrichtung für 42 Millionen Euro gekauft. Das entspricht bei einer Jahrespacht von drei Millionen Euro einem Kaufpreisfaktor von rund 14. Das im Jahr 2011 errichtete Reha-Zentrum Münster besteht aus mehreren Gebäudeteilen und hat in 164 Einzel- sowie 48 Doppelzimmern Kapazitäten für 260 Betten. Jedes Zimmer ist mit TV, Bad, Radio ausgestattet. Mit einer Quote von 93 Prozent ist das Reha-Zentrum bereits jetzt nahezu komplett ausgelastet. In den kommenden Jahren sollen auf dem über 23.000 Quadratmeter großen Grundstück daher Kapazitäten für 50 weitere Betten geschaffen werden. Diese Ausbau-Option des Reha-Zentrums bringt zusätzlich Perspektive.

Die prognostizierte Ausschüttung verspricht 204,77 Prozent vor Steuern nach 15 Jahren. Basis ist ein langfristiger Pachtvertrag mit einem erfahrenen Betreiber über 25 Jahre. Die Art der Ausschüttung von beginnend 6 Prozent steigend auf 6,5 Prozent an die Anleger soll monatlich erfolgen. Die Mindestbeteiligung beträgt 20.000 Euro. Die Initialkosten sind prospektgemäß im Jahr 2015 mit bis zu 19 Prozent der Kapitaleinlage angegeben. Die laufenden Kosten betragen maximal 1,5 Prozent bzw. prognosegemäß 1,12 Prozent des Nettoinventarwertes.

Prognosen zum Reha-Markt in Österreich
Daten von Statistik Austria zufolge wird die Bevölkerung Österreichs bis 2030 von 8,58 Millionen auf 9,18 Millionen anwachsen. Das entspricht einem Anstieg von knapp sieben Prozent. Die Reha-Quote ist bei Personen ab 60 Jahren besonders hoch. Das sind auch die Altersgruppen, die in den kommenden Jahren weiter wachsen werden. Die Forschungs- und Planungsgesellschaft Gesundheit Österreich geht davon aus, dass allein bis 2020 etwa 1.600 Betten fehlen werden.

Das gefällt uns
+ Gut eingeführtes Reha-Zentrum in Münster/Tirol
+ Langfristiger Pachtvertrag über 25 Jahre
+ erfahrener Betreiber
+ Nutzung des DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) D/A mit Freibetrag möglich
+ Ausgezeichnete Managementkompetenz im Healthcare Sektor
+ Professionelles Asset Management
+ Makelloser Track Record
+ Euroinvestment

Was der Anleger bedenken sollte
# Betreiberimmobilien
# Demographie-Abhängigkeit
# Single-Tenant Objekt
# Eingeschränkte Handelbarkeit
# Fokus auf einen Asset Manager
# Unternehmerische Beteiligung

Unser Resümee
Das bisherige Fondskonzept mit sehr gutem Track Record bestätigt auch der IMMAC Austria Sozialimmobilie XIV Renditefonds. Hier kauft man quasi die ausgezeichnete Managementkompetenz der Hamburger. Dabei profitieren Anleger von dem Spezialwissen im Healthcare Sektor. Bei möglichen – aber nicht zu erwartenden – Störungen ist das Management auch in der Lage, zum Wohle des Investors das Interimmanagement einer Sozialimmobilie zu übernehmen. Dass dieser Vorteil auch im Vertrieb aktuell angekommen ist, zeigen bisherigen Platzierungserfolge unter der neuen Rechtslage.

beR+ Einschätzung
Der IMMAC Austria Sozialimmobilie XIV Rendite Fonds fügt sich nahtlos in die erfolgreiche und anlegerfreundliche Konzeption der Vorgängerfonds. Die Erfahrung und Kompetenz des Sozialimmobilienspezialisten sowie die überdurchschnittliche Leistungsbilanz rechtfertigen die Kosten.

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Das Steuermärchen von Astrid Lindgren – Heute aktueller denn Je

Astrid Lindgren

Astrid Lindgren

Landshut, 10.11.2015 – Sie ist schon fast zwei Jahre alt und alle kennen sie, den einen begeistert sie noch weiterhin, andere bekommen schon langsam genug von ihr. Ein einziges Wort reicht, damit die meisten jedenfalls an genau dasselbe denken. Umparken. Einfacher und effizienter könnte eine Werbung nicht sein. Da hat sich das Marketing-Team von Opel aber was wirklich Feines ausgedacht. Einen anderen Blickwinkel ausprobieren, ganz und gar gegen die allgemein verbreitete Meinung soll man sich tatsächlich seine eigene bilden. Schließlich könnte der Vorhandene falsch sein. Solch eine Situation gab es schon einmal, nur in einem unserer Nachbarstaaten und zu einem viel früherem Zeitpunkt.

1976. Das Jahr, in dem die Politik der Schweden sich radikal änderte. Über vier Jahrzehnte hinweg kassierte die Regierung im Norden von ihren Bürgern Steuern. Hohe Steuern. Einigen waren die 85 Prozent an Spitzeneinkommenssteuer schon zu viel, aber Mitglieder der dort herrschenden Sozialdemokraten hießen das sogar noch gut. Jeder müsse schließlich seinen Teil zum Wohlfahrtsstaat beitragen. Doch ein neues Steuergesetz sollte alsbald auch jene Meinungen ändern. Ab sofort mussten Selbstständige, genau wie Arbeitsnehmer, zusätzliche Sozialabgaben leisten. In diesen Bereich fielen ebenfalls Schriftsteller, wie Schwedens wohl bekannteste Autorin Astrid Lindgren. Diese hat sich damals, der neuen Regelung gemäß, eine Gesamtabgabe von 102 Prozent ihres Einkommens ausgerechnet, was dann selbst der überzeugten Sozialdemokratin nicht mehr ganz geheuer war. Lindgren erkannte, dass die vorherrschende Regierungspartei ihre zugeteilte Macht in allen Maßen ausnutzte. Diese neu gewonnene Erkenntnis behielt sie natürlich nicht für sich, sondern veröffentlichte ihren Standpunkt in Form einer Satire, in der am weitesten verbreiteten schwedischen Zeitung, dem „Expressen“.

Sie schrieb ein Märchen, wie sie es selbst nannte, in dem unschwer zu erkennen ist, dass es eigentlich um Astrid Lindgren und ihre Enttäuschung gegenüber dem Staat geht. Somit ist auch die Protagonistin Pomperipossa eine erfolgreiche Kinderbuchautorin und nicht nur in ihrem Fantasieland Monismanien bekannt. Sie ist, ebenso wie ihre Erschafferin, rundum glücklich mit ihrem Leben. Zahlt fleißig alle Steuern und erfindet immer wieder neue Geschichten. Bis der Märchenfigur eines Tages zu Ohren kommt, dass die Regierung 102 Prozent ihres Einkommens verlangen könnte, da jene schließlich sehr viel verdiene. Prompt rechnet sie sich aus, wie viel für sie wohl noch übrig bleiben mag (5000 Kronen, also ungefähr 500 Euro), doch was sie nicht merkt, sie hat sich verrechnet. Die arme Pomperipossa verfällt in tiefe Trauer, die ideologischen Grundsätze ihres hochgepriesenen Wohlfahrtsstaates wurden zerstört. Mit einem Schlag wird ihr bewusst, wie zweifelhaft dieser eigentlich ist, doch sich ganz loszulösen gelingt ihr nicht. Sie sucht nach Wegen, wie ihr der Staat helfen könnte. Als ihr schließlich auffällt, in welch einem betagten Alter sie sich bereits befindet, fordert sie von der Regierung ihre Wohlfahrt an. Nun glaubt sich die Hauptdarstellerin in finanzieller Stabilität zur Ruh setzen zu können, und es umgibt sie sogar ein leichter Hauch von Gleichgültigkeit was den Staat betrifft. In einem, wahrscheinlich zeitlich versetzten, Postskriptum wird die Reaktion Pomperipossas auf die amtliche Ausrechnung ihrer Einkommenssteuer, welche zeigt, sie müsse eigentlich noch draufzahlen, geschildert. In einer aggressiven Wortwahl verlangt sie nach den von ihr selbst ausgerechneten 5000 Kronen. Die sie erfüllende Wut gegenüber dem Staat verleitet sie sogar dazu, an illegale Machenschaften zu denken.

Diese Worte, geschrieben von einer überaus bekannten Autorin und Sozialdemokratin, feuerten bei den alltäglichen Zeitungslesern in weiten Kreisen Schwedens die Glut der Unzufriedenheit an. Pünktlich zur baldigen Wahl des nächsten Reichstags, wohl gemerkt. Es war die Chance etwas zu verändern, nicht nur für Lindgren, sondern auch für alle, und jene wurde so sehr es nur möglich war genutzt. Die Kinderbuchautorin setzte sich stark für die Abwahl der bestehenden Regierungspartei ein und mit Worten wie „Fast ein halbes Jahrhundert herrscht die sozialdemokratische Partei; das grenzt schon an eine Diktatur mit Zustimmung des Volkes“ animierte sie die Bürger zum Umdenken. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, bürgerliche Parteien erhielten eine Mehrheit im Reichstag, sie bildeten eine Koalitionsregierung ganz ohne die Sozialdemokraten. Zusammen mit der Reduzierung des Wohlfahrtsstaates konnten auch die Steuern gesenkt werden.

Eine Demokratin blieb Astrid Lindgren weiterhin, doch der Glaube an den Sozialismus hat sie verlassen.

Jetzt mag der eine oder andere sagen, dass wir weder in Schweden noch im Jahre 1976 sind und dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Aber ist so ein leichter Perspektivenwechsel, ein Umdenken, Umparken, nicht immer und in allen Lebenslagen ratsam? Gerade in Zeiten von Finanzkrisen, Problemen mit der Staatsverschuldung und Flüchtlingsdiskussionen?

Hier finden Sie das ganze Märchen von Pomperipossa in voller Länge:
Märchen Pomperipossa

Autorin: Laura Thomanek, Schülerredakteurin bei epk media GmbH & Co. KG

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Entwurf eines Gesetzes zur Novellierung von Finanzmarktvorschriften aufgrund europäischer Rechtsakte (Finanzmarktnovellierungsgesetz)

Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen

court gavel on top of a law bookBerlin,  19. Oktober 2015 – Das Bundesministerium der Finanzen hat am 16. Oktober 2015 den Ländern und Verbänden den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Novellierung von Finanzmarktvorschriften aufgrund europäischer Rechtsakte (Finanzmarktnovellierungsgesetz) zur Konsultation zugeleitet.

Das Finanzmarktnovellierungsgesetz setzt die Vorgaben der überarbeiteten Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) nebst der dazugehörigen Verordnung (MiFIR), der überarbeiteten Marktmissbrauchsrichtlinie und -verordnung (CSMAD, MAR), der EU-Verordnung über Zentralverwahrer (CSDR) und der Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (PRIIP-VO) in nationales Recht um.

Zur Umsetzung dieser EU-Regelungen sind Anpassungen im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), Kreditwesengesetz (KWG) und Börsengesetz (BörsG) erforderlich. Hinzu kommen Änderungen U.A. im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) sowie zahlreiche geringfügige Folgeänderungen in anderen Vorschriften, da das Gesetz zum Anlass genommen wird, das WpHG zur besseren Übersichtlichkeit neu zu nummerieren.

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

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Catella untersucht BIG DATA in der Immobilienwirtschaft – Digitalisierung oftmals unterschätzt, Innovationssprünge erwartet

DatenFrankfurt, 19 Oktober 2015 – In einer aktuellen Studie „BIG DATA in der Immobilienwirtschaft – Chance oder Branchenbedrohung?“ haben die Analysten von Catella den Status Quo und die Zukunftsfähigkeit der europäischen Immobilienbranche vor dem Hintergrund der Digitalisierung untersucht. Die Umfrage bei 468 europäischen Immobilienunternehmen hat dabei interessante Ergebnisse zu Tage gefördert.

Zentrales Ergebnis: „Big Data wird als relevant und revolutionär angesehen für die zukünftige Entwicklung der Immobilienbranche“, so Dr. Thomas Beyerle, Chefanalyst von Catella. „Zwar produzieren alle befragten Unternehmen Daten zuhauf, doch nur ein geringer Teil setzt diese umfassend als Prozesselement in die Leistungserstellung, in die Prognose und strategische Planung ein“. Bei den meisten Unternehmen haben die Daten eher einen flüchtigen Charakter und sind nur teilweise auf die Gebäude selbst fokussiert. Doch gerade Immobilien werden mehr denn je zum Softwareproduzenten und wirken damit direkt auf die Unternehmen – obwohl Gebäude seit Jahrtausenden der Begriff für Hardware schlichthin waren.

Weitere wichtige Ergebnisse:

  • Die Mehrzahl der Unternehmen trifft aktuell Entscheidungen zu 60,4% auf Basis von Erfahrungswerten, lediglich ein Viertel (23,4%) gab an sich primär auf Datenbasis zu entscheiden. Die Kombination „Daten & Erfahrung“ wurde von 11,7% gewählt
  • Als größte Transparenzdefizite an den Immobilienmärkten werden gesehen „Keine standardisierten Daten/Erhebungsmethoden“ (34,2%), „keine zentrale Datenquelle“ (21,1% und „keine Datenlage auf Teilmarktebene“ (19,2%)
  • Gefragt nach den größten sektoralen Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung, erwarten 30,5% der Befragten Strukturbrüche im Bereich Immobilieninvestment, gefolgt von 23,8% bei der Transaktionsberatung. Lediglich 5,7% erwarten eine messbare Veränderung im Bereich Immobilienfinanzierung
  • Das größte Potenzial von Big Data wird gesehen im Bereich der Verbesserung der Entscheidungsfindung (77 Nennungen), gefolgt von Transparenz an den Immobilienmärkten (67) sowie der Risikominimierung (57)

Gerade in der Differenzierung auf Gebäude-, Dienstleistungs- und Marktebene werden die Vorteile von Big Data sichtbar: Auf Gebäudeebene können große Mengen an technischen Daten aufgezeichnet und in Echtzeit analysiert werden. Auf der Dienstleistungsebene kann durch transparente Kundenprofile ein verbesserter und auf den Klienten zugeschnittener Kundenservice angeboten werden. Auf Marktebene können Finanz- und Investment- und Marktdaten ähnlich wie bei Big Data Anwendungen im Finanzsektor unterstützend zur Kaufentscheidung und Risikoeinschätzung verwendet werden, so die Autoren der Catella Studie.

Dies wird zu Veränderungen in den Prognoseverfahren führen, Fragen nach dem immobilienwirtschaften Outsourcing oder make or buy werden auf der Agenda der Entscheider ganz oben stehen. Nicht nur neue Berufsbilder wie z.B. der Data Scientist werden entstehen, eine veränderte Preisgestaltung oder eine personalisierte Immobilienwerbung stehen auf der Liste der Veränderungen in den kommenden Jahren, so die Analysten. „Gerade in der kundenorientierten Spezialisierung und transparenter Preisgestaltung sehen wir einen sehr großen Strukturbruch auf die Branche zukommen“, so Beyerle. Aber auch Fragen zu den Eigentumsstrukturen der Daten werden beantwortet werden müssen. Die Gefahr der Entstehung von Datenoligopolen in der Branche wirkt dabei latent.

Doch die Catella Analysten geben sich überzeugt, dass gerade in der Immobilienwirtschaft die Möglichkeiten von Innovationssprüngen durch vermehrten Dateneinsatz gewaltig sind. Dies setzt zwangsweise voraus, dass nicht nur profane Dinge wie Verfügbarkeit der Daten, einheitliche Standards oder schlicht Transparenz die Entwicklung fördern, sondern die Erkenntnis, dass Daten der Schlüssel zum langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sind. Absehbar ist bereits heute, dass diese neuen digital orientierten Immobilienunternehmen eine neue Wettbewerbssituation ausrufen mit Alteingesessenen.

Weitere Ergebnisse entnehmen Sie bitte der Studie

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Abbildung: In welchem Sektor der Immobilienwirtschaft erwarten Sie die größten Veränderungen durch Big Data?

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Abbildung: Welches Potenzial bietet Ihrer Meinung nach der Einsatz von Big Data in der Immobilienwirtschaft?

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Quelle: Catella
Fotoquelle: © www.shutterstock.com

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DER GARANTIEZINS

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Was ist das und warum lässt man ihn verschwinden?

Landshut, 15.10.2015 – Am 30.10 ist es wieder mal so weit, der internationale Weltspartag steht an und mit ihm die unterschiedlichsten Angebote verschiedener Banken und Versicherungen. Manch ein Institut macht aus dem einen Tag gleich eine ganze Woche, wäre auch nicht anders zu erwarten im „Land der Sparer“.

Jeder Deutsche hat im Schnitt mindestens eine Lebensversicherung abgeschlossen und erhofft sich, nach regelmäßigem Sparen, eine durch den Garantiezins bestimmte Rendite. Doch bekommt er sie wirklich? Was genau ist überhaupt dieser Garantiezins, dass er die Bevölkerung unter anderem dazu verleitet, über 90 Millionen Verträge zu unterzeichnen?

Es handelt sich hierbei um den Zinssatz, der für den Sparanteil gilt und nicht auf die gesamte Versicherungsprämie gewährt wird. Dieser Garantiezins lag bis 2004 bei über 3 Prozent und fiel dann konstant auf 1,25 Prozent in diesem Jahr. Die derzeitige Finanzkrise stellt jedoch ein Problem dar für die Auszahlung jener prozentual hoch angesetzten Versicherungen, da diese nicht mehr zu erwirtschaften sind. So will der Gesetzgeber den Garantiezins, auch Höchstrechnungszins genannt, bis zum nächsten Jahr rechtlich gesehen abschaffen.

Die Einführung von Solvency II Anfang 2016, wodurch die Versicherungsaufsichtsgesetze geändert werden, spielt in diesem Konflikt eine überaus wichtige Rolle. Demnach wird der Garantiezins als Aufsichtsmaßnahme nicht mehr weiter gebraucht, doch war gerade dieser für die meisten Anleger einer Lebensversicherung der entscheidende Punkt. Wer schon eine solche Versicherung hat, muss sich vor Veränderungen nicht fürchten, denn diese betreffen lediglich die zukünftigen Anleger. Diese wird es aber umso härter treffen, denn wenn jeder Versicherer den Zins erst selbst bestimmen kann, ist der Markt kaum noch zu überblicken. Schon steigt der Konkurrenzkampf, der Wettbewerb beginnt und nur die stärksten Versicherer können dabei gewinnen. Dass die Kundschaft sich auch weiterhin auf ihre Verzinsung verlassen möchte, wird dabei nicht übersehen. Denn Fakt ist, die Garantiezusage zu einem festen Zinssatz beruht nicht allein auf einer staatlichen Verordnung, sondern könnte aus ebendiesen Wettbewerbsgründen von einer besonders finanzstarken Versicherung freiwillig vertraglich mit dem Kunden vereinbart werden.

Ob man dann nach all den Abänderungen noch den Sparwillen der Deutschen weiterhin an der großen Zahl abgeschlossener Lebensversicherungen messen kann, bleibt abzuwarten bis zum nächsten Weltspartag.

Laura Thomanek, Schülerredakteurin

Link zur Musterseite im Magazin „economissimus“:
Der Garantiezins Artikel

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Eine etwas andere Finanzkrise

©pixelio.de, Fotograf: Joujou

Landshut, 15.10.2015 – Das 17. Jahrhundert ist das goldene Zeitalter Hollands. Ein reicher Kaufmann erwarb eine Tulpenzwiebel für etwa 500 Gulden. Selbstverständlich diente sie nur zur Verzierung. Als ihm kurz danach ein Bootsmann Waren lieferte, lud er diesen zu einem Essen ein. Der Bote fand einen prächtig gedeckten Tisch vor, von dem er einen frischen Hering und eine Kanne Bier speiste. Nun sah er die Zwiebel liegen, hielt sie für eine gewöhnliche und verzehrte sie in aller Ruhe zu einem weiteren Hering. Diese Mahlzeit kostete den Kaufmann ein kleines Vermögen. Man spricht von der Zeit des Tulpenwahnsinns.

Zeitleiste_TulpenzwiebelDer Auslöser ist im Jahr 1593 zu vermerken, als der Franzose Charles de L’Écluse eine Tulpenzwiebel in die Niederlande importiert hatte. Wenige Jahre später wurden Wohlhabende auf die ursprünglich türkische Pflanze aufmerksam. Sie legten sich private Gärten zu, in denen die Tulpenzwiebeln gezüchtet wurden. Hier traf man sich, unterhielt sich begeistert über diese neuen, exotischen Exemplare, und es entstand ein Tauschgeschäft zwischen den Züchtern.

Aufgrund der hohen Beliebtheit sowie der Seltenheit der Tulipan, entwickelte sie sich zu einem finanziell kostbaren Gut. Künstler ließen die Zwiebel mit in ihre Werke einfließen, andere sammelten sie in Wunderkammern, ein Sammlungskonzept der frühen Museumsgeschichte. Anfang der 1630er Jahre waren erste Preisanstiege zu bemerken, bis die Preise in den Folgejahren
auf ein extrem hohes Niveau explodierten. Die „Semper Augustus“, eine besondere Tulpenzwiebel, war 1624 noch für
1000 Gulden zu erwerben, 1637 benötigte man dafür die 30-fache Menge an Geld. Die teuersten Tulpen kosteten bis zu
30.000 Gulden. Zum Vergleich: Ein Haus bekam man zu diesem Zeitpunkt für 10.000 Gulden, und das durchschnittliche Jahreseinkommen betrug etwa 150 Gulden.

Spätestens 1634 betraten Spekulanten den Markt, die Tulpen nicht nur in der Hoffnung kauften, sie zu späterer Zeit selbst in ihren Garten zu setzen, sondern sie erwarben, um diese bei steigenden Preisen mit Gewinn zu verkaufen. Solange die Preise stiegen, konnte man quasi nur gewinnen. Auf diese Weise wurden damals viele zum Millionär. Bis am 5. Februar 1637 bei einer der regelmäßigen Versteigerungen keine der angebotenen Pflanzen zu dem erwarteten Preis verkauft werden konnte. Es war der Zeitpunkt gekommen, an dem das Angebot größer als die Nachfrage war. Die Folgen waren logisch: Binnen weniger Tage brach in den gesamten Niederlanden der Markt zusammen. Der Wert der Tulpen fiel um 95 Prozent. Alle versuchten vergebens ihre Tulpen loszuwerden, Kredite konnten nicht mehr zurückgezahlt werden und wurden nicht mehr gewährt. Viele Händler verloren ihr gesamtes Vermögen, wenn sie es in Tulpen investiert hatten.

Es ist der erste Wirtschaftscrash der Geschichte, bei dem die Wirtschaft in Holland für mehrere Jahre zum Erliegen kam.
Der Staat verbot, die Tulpenzwiebel als Wertobjekt zu handeln und untersagte jede weitere Spekulation. Die Blumenhändler und Gemeinden veranstalteten Treffen und versuchten, einen Weg aus der Krise zu finden. Es wurde Hilfe vom Staat gefordert. Doch dieser entschied sich dazu, nicht zu helfen. Der Staat vertrat die Meinung, dass die Händler selbst ihre Schuld tragen sollen.
Hätte man sich da wohl besser für 2500 Gulden, dem durchschnittlichen Preis einer Tulpe, 15.000 Kilogramm Weizen, 24.000 Kilogramm Roggen, vier fette Ochsen, acht fette Schweine, zwölf fette Schafe, 400 Liter Wein, 4000 Liter Bier, zwei Fässer Butter, 1.000 Pfund Käse, ein Bett, einen Anzug und einen silbernen Trinkbecher anstatt einer einzigen Tulpenzwiebel gekauft.

Philipp Brunner, Schülerredakteur

 

 

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Wo findet man in der Finanzwelt Psychologie?

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Landshut, 15.10.2015 – Überall, ist die einfache Antwort! Ein entscheidender Faktor in der Welt der Finanzen ist die Psychologie. Und das gilt nicht nur an der Börse. Im Folgenden stellen wir Situationen dar, die als Experimente in der Verhaltensökonomie aufgezeigt werden, aber auch in der Wirklichkeit auf die Beeinflussbarkeit setzen!

Beispiel 1: Die Patronatserklärung für Spareinlagen der Bundeskanzlerin im Jahr 2008:
Am Beginn der aktuellen Finanzkrise trat im September 2008 Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr damaliger Finanzminister Peer Steinbrück in der Nacht nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers und vor Börsenöffnung nach dem Wochenende vor die Presse. Die Botschaft: Die Spareinlagen der deutschen Sparer auf deutschen Banken sind sicher. Es gab davor keinen Kabinettsbeschluss, keine Bundestagssitzung, keine Sitzung der Verfassungsorgane. Diese Erklärung schwebt bis heute im rechtsfreien Raum. Das Ziel dieser Erklärung: Unsicherheit bei den deutschen Sparern zu vermeiden, damit diese nicht in Panik ihr ganzes Geld von ihren Bankkonten holen.

Die Fakten dazu: Zum damaligen Zeitpunkt hatten die Anleger rund 1,7 Billionen Euro auf ihren Sparkonten liegen. Das ist ein Einser mit 12 Stellen danach. Der Bundeshaushalt lag damals bei rund 300 Milliarden Euro – also knapp 1/6 dieser Summe. Und seit Jahren reicht dieses jährliche Geld nicht für die Kosten, die der Bund verursacht, aus. Und seit Jahrzehnten hat der Bund keinen Cent an Schulden zurückgezahlt.

Das bedeutet: Wahrscheinlich war die Aussage der Kanzlerin nicht den Briefbogen wert, worauf der Satz stand. Aber: Psychologisch hatte sie genau das Richtige gemacht. Sie erzeugte Sicherheit allein durch das gesprochene Wort. Und überzeugte die Menschen, obwohl sie nie das Versprechen hätte einlösen können.

Beispiel 2: Wirkung von Lügen nach Dan Ariely
Wir stellen uns ein Klassenzimmer vor, und dort wird ein Fragebogen verteilt. Die Klasse hat nun 20 Minuten Zeit und muss Frage beantworten. Danach wird abgegeben, und es wird statistisch festgestellt, wie viel Fragen der Durchschnitt der Probanden in dieser Zeit und unter diesen Bedingungen richtig beantwortet hat. Wir nehmen jetzt an, dass es im Durchschnitt 20 richtige Antworten sind. Für jede durch ein Aufsichtsteam kontrollierte korrekte Anwort erhalten die Versuchspersonen einen Euro.

Diesen Basisversuch hat der Verhaltensökonom Dan Ariely nun variiert:

1. Abwandlung: Der Versuch wird in einem anderen Klassenzimmer wie oben durchgeführt, nur dass die Probanden nach dem Testende und nach eigener Kontrolle die Fragebögen durch einen Reißwolf vernichteten. Trotzdem sollten sie dem Kontrollpersonal die Anzahl der richtigen Fragen nennen und bekamen anstandslos ihr Geld. Die Folge war, dass im Durchschnitt die Testpersonen etwa zehn Prozent mehr richtige Fragen angaben, also rund 22. Daraus ist abzulesen, dass bei fehlender Kontrolle ein bisschen geschummelt wird.

2. Abwandlung: Der Versuch wird in einem weiteren Klassenzimmer wie bei der 1. Abwandlung durchgeführt, also ohne Kontrolle und mit Reißwolf, aber mit einer entscheidenden Ergänzung. Nach nur fünf Minuten springt eine eingeweihte Testperson auf, ruft „ich habe alles richtig“, vernichtet den Fragebogen im Reißwolf und bekommt problemlos den vollen Betrag ausbezahlt. Die Folge: Viele Probanden logen deutlich mehr und gaben deutlich höhere Quoten als richtige Antworten an. Durch die offensichtliche Lüge des einen, der damit auch durchkam, sahen sie kein Problem darin, auch deutlich häufiger und extremer zu lügen.
Das große Fazit von Dan Ariely: Wenn Lügen gesellschaftsfähiger sind, werden mehr Menschen dazu greifen. Das ist die Herausforderung einer psychologisch ausgerichteten Finanzpolitik für eine gerechtere Steuerpolitik oder einen gerechteren Sozialstaat!

Psychologie ist allgegenwärtig. Viele Annahmen sind wegen einer Fixierung auf den homo oeconomicus in der heutigen Wirtschaftswissenschaft tatsächlich falsch. Aber nicht alles was falsch ist, ist immer unrichtig. Deshalb ist aber immer das Credo:

Glaube nichts und hinterfrage alles!

Edmund Pelikan

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Zwei Finanzbetrüger

Geldanlage

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Landshut, 15.10.2015 – Stellen Sie sich vor: Sie treffen einen guten Freund, um mit ihm ein wenig über interessante Neuigkeiten zu plaudern. Dieser berichtet Ihnen begeistert von einem neuen Anlagesystem eines angesehenen Börsenmaklers, der eine Investmentfirma besitzt. Weiterhin erzählt er stolz, dass er nun sein gesamtes Vermögen bei diesem Makler angelegt hat, der dieses wiederum in Aktien investiert. Jedem Anleger werden 15 % Zinsen versprochen und Sie werden sofort gefragt, ob Sie Ihr Geld nicht auch dort anlegen möchten? Schließlich kann man sein Kapital in kurzer Zeit ohne Aufwand um einen beeindruckenden Prozentsatz vermehren – was würden Sie antworten?

Mit diesem Ansatz wurden ab Ende des 20. Jahrhunderts Tausende, vor allem wohlhabende Bürger zum Anlegen verführt. Die Rede ist vom amerikanischen Milliardenbetrüger sowie ehemaligen Finanzmakler Bernard Madoff. Er wurde 1938 in New York City geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, nachdem das Sportgeschäft seines Vaters pleite ging. 1960 gründete er die Investment Securities, eine Investmentfirma, die Anlagegelder von vermögenden Kunden verwaltete und in Aktien anlegte. Viele wohlhabende Stiftungen vertrauten Madoff ihr Geld an, da er und seine Frau Spender für zahlreiche wohltätige und kulturelle Einrichtungen sowie Mitglieder im Vorstand vieler Theater, Stiftungen und Colleges waren. Dadurch wurde er als äußerst vertrauenswürdig eingestuft. Doch es sollte zu dem ersten wirklich globalen Betrugsfall kommen. Der Auslöser hierfür ist im Jahr 1987 zu vermerken, als der Aktienmarkt infolge des Börsencrashes still stand. Madoff hatte zu viel Geld von anderen Leuten, aber zu wenige Möglichkeiten, es sinnvoll zu investieren. Somit packte er das Geld in Staatsanleihen mit 2 Prozent pro Jahr – versicherte seinen Anlegern weiterhin Renditen von 15 Prozent. Von da an bezahlte er versprochene Gewinne aus immer neuen Kundeneinlagen aus. Heute würde man diese Strategie als „Ponzi scheme“ oder Schneeballsystem bezeichnen. Als 2007 einer seiner Kunden im Zuge der Finanzkrise mehrere Milliarden an Einlagen zurückforderte, brach sein System zusammen. Ende 2008 wurde er verhaftet. Rund 51 Milliarden Euro und 4800 Geschädigte sind die Bilanz. Deutschland musste einen Schaden von über einer Milliarde Euro hinnehmen. Der Fall betraf im April 2009 weltweit rund drei Millionen Personen direkt oder indirekt. Etwa 45.000 Anwälte sollen sich zu dieser Zeit mit dem Fall befasst haben. Bernard Madoff wurde schließlich am 29. Juni 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Der heute 75-Jährige ist inzwischen ein beliebter Häftling, da er Mitgefangenen clevere Anlagetipps gibt.

Aber Finanzbetrüger gab es zu jeder Zeit. Ein zum Teil vergleichbarer Fall ist der der Adele Spitzeder. Sie wurde 1832 in Berlin geboren, besuchte teure Privatschulen und lebte über ihre Verhältnisse in verschiedenen Hotels. Verschuldet und ohne Einkommen versuchte sie sich als Bankerin. Aus dem Augenblick heraus versprach sie einem Zimmermann zehn Prozent Zinsen im Monat für 100 Gulden und zahlte ihm die ersten beiden Monatszinsen sofort aus. Dies sprach sich schnell herum, wodurch weitere einfache Leute ihr Geld zu diesen Konditionen bei ihr anlegen wollten. Adele gründete mit ihrer Lebensgefährtin die Spitzedersche Privatbank in München, die in kürzester Zeit zum Großunternehmen wurde. Wie Madoff verschaffte sie sich mit großzügigen Spenden Vertrauen, lockte mit hohen Zinssätzen und lebte verschwenderisch. Auch das System war dasselbe. Angeforderte Auszahlungen wurden mit dem Geld, das Andere angelegt hatten, ausbezahlt. Im Gegensatz zu Madoff, war ihr Unternehmen ein einziges Chaos. Das Geld lag sackweise in ihrer Villa, unqualifizierte Mitarbeiter bedienten sich laufend daran, und eine Buchführung gab es nicht. Ebenso die Dauer des Betrugs ist sehr unterschiedlich. Während Madoff mindestens 15 Jahre lang sein Schneeballsystem halten konnte, brachte Spitzeder es gerade einmal auf drei Jahre. Denn Gegner von ihr brachten 60 Gläubiger dazu, gleichzeitig ihr Geld zurückzufordern. Die Bank brach zusammen, insgesamt wurden 31.000 Anleger um acht Millionen Gulden geprellt, was heute einem Wert von 3,5 Millionen Euro entsprechen würde. Manche begangen Selbstmord. Auch Gemeinden waren ruiniert. Parallel dazu stürzten Bankensysteme und Wirtschaft in die Gründerkrise. Am 12. November 1872 wurde Adele Spitzeder zu drei Jahren Haft verurteilt. Nachdem sie ihre Strafe abgesessen hatte, trat sie unter dem Namen Adele Vio als Volkssängerin auf, bis sie im Oktober 1895 an Herzversagen starb.

Was würden Sie jetzt auf die Frage Ihres Freundes antworten?

Philipp Brunner, Schülerredakteur

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Sovereign wealth fund – Staatsfonds

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Landshut, 15.10.2015 – Was sind Staatsfonds?
Unter Staatsfonds versteht man Fonds, deren Kapital sich im Besitz eines Staates befindet, oder auch staatlich kontrollierte Fondsgesellschaften. Das Fondsvermögen stammt daher hauptsächlich aus der überschüssigen Liquidität eines Staates. Der Fonds ist meistens der Zentralbank zugeordnet, kann aber auch dem Finanzministerium unterliegen. Der erste Staatsfonds der Welt wurde 1953 in Kuwait gegründet, das sich absicherte, wenn die Ölressourcen einmal verbraucht sind.

Wozu gründet man Staatsfonds?
Das Vermögen eines Staatsfonds geht aus überschüssigen Einnahmen eines Staates hervor. Dieser hat dann zwei Möglichkeiten, das Geld direkt in Projekte fließen zu lassen oder einen Staatsfonds zu gründen und das Geld damit gewinnbringend zu verwalten.

Welche Arten von Staatsfonds gibt es?
Nicht jeder Staat gründet einen Staatsfonds mit den gleichen Absichten und Zielen. Im Grunde gibt es vier Hauptziele, die Staatsfonds verfolgen.

Erstens wäre das ein so genanter Stabilisierungsfonds. Er soll dazu dienen, das Budget eines Staates über längere Sicht ausgeglichen zu halten.

Das Zweite wären Spar- und Generationenfonds. Diese haben die Absicht, eine Grundlage an Vermögen für nachkommende Generationen zu sichern.

Entwicklungsfonds wären eine Art, um die eigene Wirtschaft anzukurbeln, indem man in die Infrastruktur investiert oder gezielt Unternehmen fördert.

Der letzte Grund für eine Gründung von Staatsfonds wäre, dass Staaten ihre Rendite verbessern wollen. Dabei spricht man von sonstigen Staatsfonds.

Wie finanziert sich ein Staatsfonds?
Die Einrichtung von Staatsfonds erfolgt nahezu ausschließlich in guten Haushaltszeiten, da die Fonds aus Liquiditätsüberschüssen finanziert werden. Meistens entstehen diese Überschüsse aus dem Verkauf von Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas usw., aus allgemeinen Exportüberschüssen (wie z.B. China) oder auch aus Reserven der Zentralbank.

Tobias Fleischmann, Schülerredakteur

 

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