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Category Archives: Debatte

Der Vater des Schneeballs

Charles-Ponzi-nachgezeichnetLandshut, 03.09.2015 – Anlagebetrug ist allgegenwärtig. Allein im Jahr 2013 untersuchten die deutschen Staatsanwaltschaften bereits zwei große Fälle mit Großrazzien mit Schwerpunkt Frankfurt und Dresden. Der vermutete Schadenswert für Anleger liegt zusammen weit über 500 Millionen Euro. Im Dezember 2013 ging ein Prozess durch die Presse, bei dem die Frau des FC Bayern-Doktors Müller-Wohlfahrt Betrügern aufgesessen ist und voraussichtlich 570.000 Euro verlor. Die Masche: Man versprach eine Rendite von 60 Prozent durch Rohstoffspekulationen.

Finanzbetrug und die entsprechenden Gegenmaßnahmen in Form der Finanzforensik sind so alt wie das Thema Geld selbst. Früher wurde „nur“ zum Beispiel bei Goldmünzen minderwertiges Metall beigemischt. Aber mit der zunehmenden Komplexität der Finanzwelt wurden auch die Betrügereien schwieriger zu entlarven.

Das zeigt das erste Beispiel von Charles Ponzi (1882 bis 1949) aus unserer Serie Finanzforensik:
Ponzi war ein italienischer Einwanderer, der den Überlieferungen nach mit nur 2,50 Dollar in Kanada 1903 ankam. Nach ersten Konflikten mit der Justiz siedelte er nach Boston um. Ende 1919 war es dann soweit: Er gründete die „Old Colony Foreign Exchange Company“. Das Geschäftsmodell sollte der Handel mit Bezugskupons für internationale Post-Antwortscheine sein. Die Idee war, dass der Rückkauf der zunächst an die Währungen Europas gekoppelten Rückportokupons durch den Währungsverlust nach dem ersten Weltkrieg zum Bruchteil des in den USA üblichen Preises möglich wäre.

Verbunden war die Geschäftsidee mit einem Renditeversprechen von 50 Prozent innerhalb von 45 Tagen. Anstatt aber vorsichtig beziehungsweise misstrauisch zu werden, überschwemmten Anleger Ponzi mit Geld. Dieser hielt sich aber gar nicht mehr mit der Investition in die Rückportokupons auf, sondern zahlte die Zinsen an die bisherigen Anleger aus dem „frischen“ Geld der neuen Anleger. Heute wird diese Art von Betrug Schneeballsystem genannt. Im Angelsächsischen hat sich der Begriff „Ponzi-Scheme“ dafür eingebürgert, und so wurde Charles Ponzis zweifelhafter Ruhm als krimineller Erfinder des Schneeballsystems zementiert.

Ein Journalist der „Boston Post“ hatte mit gesundem Menschenverstand einmal nachgerechnet und in einem Zeitungsbericht Zweifel angemeldet, dass das System rechnerisch funktionieren könne. Die Folge zeichnete sich im Juli 1920 ab. Erste Anleger forderten ihr Geld zurück, und eine Buchprüfung wurde angeordnet. Damit brach das System zusammen. Etwa 40.000 Anleger verloren weitgehend ihr Geld, denn von 15 Millionen US-Dollar waren nur noch 1,5 Millionen da. In etwa entspräche dieser Schaden heute 150 Millionen Dollar. Nach einer Haftstrafe und weiteren Betrügereien wurde er 1934 nach Italien abgeschoben. – Edmund Pelikan
Kurzinfo zum Betrugsfall Charles Ponzi:

Zeitraum:
1919/1920

Betrugsart:
Schneeballsystem

Masche zur Manipulation:
Exorbitant überhöhte Rendite

Anlegerpsychologie:
Aktivierung von Gier beim Anleger

Kritische Fragen zur Vermeidung:
– Wie kommt diese Rendite zustande?
– Worin wird investiert?
– Kommen die „Zinsen“ oder „Ausschüttungen“ aus Ertrag?
– Wo liegen die Risiken?
– Welche Sicherheiten werden geboten?

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Von den Goldenen Zwanzigern direkt in die Krise

Oldtimer_Kletr_bea_alt_farbeLandshut, 03.09.2015 – Der Begriff „Goldene Zwanziger“ bezieht sich auf den Zeitabschnitt zwischen 1924 und 1929. Veranschaulicht wird der wirtschaftliche Aufschwung der weltweiten Konjunktur und steht außerdem für eine Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft. Das Ende der Goldenen Jahre kam mit der Weltwirtschaftskrise 1929.

Entwicklung ging von den USA aus. Die Unterhaltungsindustrie wuchs, Konzerte, Kino und Theater sowie Luxusgüter wie z. B. Autos wurden billiger und somit für jeden erschwinglich. Musik wie Klassik, Schlager und Jazz erfreuten sich großer Beliebtheit.

Auch Sport füllte die Freizeit der Bevölkerung. Durch Ratenzahlungen wurden die Schuldenprobleme gemindert. Die Frau war zu dieser Zeit in immer mehr Berufen anzutreffen. Die Arbeitszeiten wurden verkürzt, sodass man mehr Zeit für Familie und Kinder hatte, und es entstand eine neue Lust zu leben, jedoch auch nur für die Ober- und Mittelschicht. Die sozial Benachteiligten lebten auch in den Zwanzigern in Not und Armut.

Nach diesem anfänglichen Wohlstand traf Deutschland die Wirtschaftskrise. Grund dafür waren unter anderem die instabile Währung sowie die hohen Reparationszahlungen, die geleistet werden mussten. Dies war nur durch Aufnahme von Krediten möglich, die man aber nicht zurückzahlen konnte. Vor allem stellten die kurzfristigen Kredite ein großes Problem dar, da sie innerhalb von drei Monaten zurückgezahlt werden mussten. Bis 1929 wurden diese aber regelmäßig verlängert. Auch das Warenangebot überstieg immer mehr die Nachfrage. Die Krise in Deutschland machte sich auch im Ausland bemerkbar. Vor allem in den USA, wo es am 29. Oktober 1929 zum Börsencrash kam.

Die Warnsignale für die weitere Entwicklung der Krise wurden zwar wahrgenommen, blieben jedoch vorerst unberücksichtigt. In den Zwanziger Jahren stieg der Dow Jones auf bis zu 331 Punkten (1923 lag er bei 100 Punkten). Man glaubte an einen ewigen Wohlstand. Aufgrund dieser Fehleinschätzung spekulierten neben den Großanlegern und den Firmen auch etliche Kleinanleger, die viel riskierten. Millionen Menschen nahmen kurzfristig hohe Kredite auf, um sich davon Aktien zu kaufen. Diese erhofften sich, alles mit dem daraus fließenden Gewinnen zurückzahlen zu können. Die jetzt existierende Börsenaufsicht und die entsprechenden Gesetze gab es zu dieser Zeit noch nicht. Heutzutage wird der Handel beispielsweise bei einem Kursabsturz bestimmter Aktien kurzzeitig gestoppt, um die Lage stabilisieren zu können. Warnungen, die im Vorfeld stattfanden, wurden als Schwarzmalerei abgetan. Dementsprechend wurde noch am 16. Oktober verkündet, dass der Höhenflug der Aktienkurse weiterhin bestehen bleiben wird. Erst als der Dow Jones innerhalb von drei Tagen deutlich niedriger wurde, brach Nervosität aus. Das Risiko, das man eingegangen ist, war nicht mehr zu vertreten. Bis zum 19. Oktober hatte der Dow Jones 15 Prozent verloren. Banken und Investmentfirmen begannen mit Stützungskäufen (=nicht auf Gewinn zielende Anlage, dient der Stabilisierung des betreffenden Marktes). Die Kleinanleger gingen es vorerst noch gelassen an. Die Kurse lagen zu diesem Zeitpunkt noch auf hohem Niveau, setzten jedoch immer weiter zurück. Es folgte eine Woche voll Hektik und Angst.

Am 24. Oktober 1929 begann der Handel erst ruhig, was sich gegen 11 Uhr schlagartig und ohne erkennbaren Auslöser änderte. Vermutet wird jedoch, dass der Rückzug der britischen Investitionen an der Wall Street, durch den Bankrott des Londoner Spekulanten Clarence Hatry, ausschlaggebend war. Als die europäischen Börsen davon erfuhren, reagierten diese zunächst optimistisch, da sie erwarteten, dass die amerikanischen Kreditgeber künftig ihr Geld wieder nach Europa verleihen würden, anstatt es an der Wall Street zu investieren. In den kommenden Tagen stürzten die Kurse immer rasanter bis zum endgültigen Crash – den Schwarzen Freitag. Viele Anleger blieben hoch verschuldet zurück, zudem mussten einige Firmen Bankrott anmelden. Das Ganze führte zu Massenentlassungen. In Europa brachen die Aktienmärkte ebenfalls zusammen. Gravierend war die Tatsache, dass viele Länder noch Schulden gegenüber den USA hatten und diese ihr Geld zurückzogen. Die Weltwirtschaftskrise setzte ein. Die Deutschen traf es am härtesten, da sie nicht nur hoch verschuldet waren, sondern auch durch die darauf folgende Sparpolitik mit einer Deflation zu kämpfen hatten. Um zukünftig einen derartigen Börsencrash zu vermeiden, richtete der Kongress einen Untersuchungsausschuss ein, der neue Handelsregelungen aufstellte.

In letzter Zeit machen immer mehr Gerüchte um einen bevorstehenden Börsencrash die Runde. Grund dafür sind etliche Parallelen, die man bei der Gegenüberstellung zum Schwarzen Freitag erschließen kann. Laut einer Grafik (Chart of Doom) verlaufen die Kurse fast schon identisch zu denen am Black Friday, das Einzige, was noch fehle, sei der rasante Absturz. Zudem werden jetzt, wie damals, diese Schocknachrichten als Schwarzmalerei abgetan. Die Krim-Krise sowie die Konjunkturprobleme in China, die langfristig als bedrohlich angesehen werden, beeindrucken nur die wenigsten. Ein weiterer Punkt ist, dass Russlands Leitindex RTS auf den tiefsten Stand seit vier Jahren steht, was bedeutet, dass hiervon eine gravierende Weltwirtschaftskrise ausgehen könnte, sobald Russland keine Schulden mehr begleichen wird. Noch eine Gemeinsamkeit sei auch die Neigung zu spekulieren. Experten sind sich jedoch einig, dass keine neue Krise von Amerika ausgehen würde. Das Land sei, dank billiger Energie, auf den besten Weg der Reindustrialisierung und gebe der Weltwirtschaft neue Impulse. Außerdem sei die Skala der Grafik so angepasst worden, dass sie wirklich der von 1929 ähnlich sei. Wenn man sich jedoch die unterschiedlichen Voraussetzungen ansieht, bricht diese Parallele zusammen. Damals hatte die US-Notenbank den Leitzins angehoben und damit das Geld verteuert, um der Spekulationswut entgegenzuwirken – was heute nicht der Fall ist. Der jetzige Leitzins liegt bei 0,25 Prozent und wird vorerst auch dabei belassen. Dadurch können zum Beispiel günstige Kredite vergeben werden. Ein weiterer Unterschied zu damals ist, dass die Spekulation an der Börse noch keine breiten Bevölkerungsschichten erfasst hat. Außer in den USA, wo 50 Prozent der Erwachsenen eine indirekte (z. B. Fonds) oder direkte Aktie besitzen. In Europa sei die Börseneuphorie gering. In Deutschland sind nicht mal zehn Prozent der Menschen an Aktien interessiert. Durch die Erfahrungen der Vergangenheit wie z. B. die T-Aktie (damaliger Wert: 120-130€; Jetztwert: ca. 10 Euro) erhofft sich kaum einer mehr, das schnelle Geld an der Börse zu verdienen und damit Reichtum zu ergattern.

Als Fazit betrachte ich das Ganze als ein ständiges Auf und Ab und glaube nicht daran, dass der ganze Wirbel sich bewahrheiten wird. Heute verfügen wir über Gesetze, die in Krisenfälle die Börsen vor einen 1929-Crash bewahren können. – Bianca Buzzi, Schülerredakteurin

 

„Chart of Doom“

Bloomberg-Grafik_chart-of-doom

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Ein Selbstdenker übernimmt die Bundesanstalt

hufeld_bafin_©frank-beerFelix Hufeld wird BaFin-Präsident

Landshut, 05.03.2015 – Als Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kann man sich nicht klassisch bewerben. Man wird vorgeschlagen und berufen. Und nicht durch irgendjemanden, sondern durch das Bundeskabinett. Dies ist am 04. Februar 2015 geschehen, nachdem die bisherige BaFin-Chefin Dr. Elke König nach Brüssel als Chefin des europäischen Abwicklungsmechanismus für Banken berufen wurde. Der Wechsel vollzieht sich im März 2015. Bereits König hatte ihre beruflichen Wurzeln in der freien Wirtschaft.

Und daran schließt sich der Werdegang von Felix Hufeld nahtlos an und potenziert sich in der Wirtschaftskompetenz. Geboren ist Hufeld in Mainz 1961. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Jurist, der Rechtswissenschaft in Mainz und Freiburg studierte, hat seinen Abschluss in Havard mit einem Master ergänzt.

Allein das zeigt, dass nachhaltiges Interesse an der Logik der wirtschaftlichen Zusammenhänge besteht.

Nach einer Tätigkeit als Rechtanwalt schloss sich die Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Banken und Finanzdienstleister bei der Boston Consulting Group an. Es folgten als Arbeitgeber die Dresdner Bank und der internationale Versicherungsmakler und Risikoberatungsunternehmen Marsh. Danach kamen zwischen 2010 bis 2012 verschiedene Mandate als Geschäftsführer, Gesellschafter und Aufsichtsrat. Dieser Weg führte den Pfälzer dann zur BaFin als Exekutivdirektor für Versicherungsaufsicht.

In seiner jetzigen Funktion machte Hufeld vor einem Jahr positive Schlagzeile, als er vor Studenten Tacheles redete und dies den oft politisch geprägten Worthülsen von Spitzenbeamten entgegensetzte. Medien waren überrascht und erfreut zugleich. So ist aber Felix Hufeld auch in seinen früheren Positionen aufgefallen. Er gilt als direkt, kompetent und bisweilen fordernd. Ein Mitglied eines Bankprojektes aus Hufelds Boston Consulting Zeit ist heute noch beeindruckt von der zielorientierten, hochintelligenten und ausbalancierten Art und zieht als Resümee: „Felix Hufeld bringt einen unbedingten Gestaltungswillen mit.“ In der WamS vom 8. Februar wird der künftige BaFin-Präsident von einem hochrangigen Banker wie folgt beschrieben: „Felix ist ziemlich klug!“

Der künftige BaFin-Chef übernimmt keine leichte Aufgabe. Auch deshalb, da er sich auf einen Beamtenapparat stützen muss. Das ist nicht von vorneherein ein Manko, aber es ist nicht die freie Marktwirtschaft. Die Aufsicht über die größten systemrelevanten Finanzinstitute hat die Aufsichtsbehörde bereits an die EZB abgeben müssen. Als zukünftiger Schwerpunkt gilt eher der Verbraucherschutz. Sicher ist, dass Hufeld, wenn die Charakterisierung aus vielen Quellen zutrifft, diesen Ausverkauf der BaFin mit diplomatischem Geschick und politischer Finesse aufhalten wird. Klar ist aber auch, dass die BaFin einen Mann an die Spitze bekommt, der die Finanzwirtschaft nicht nur vom Hörensagen kennt. Das ist gut und darf einiges erwarten lassen. Wunder darf man weder erwarten noch fordern. Als größte Errungenschaft darf gesehen werden, dass nun neben der Bundesbank auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einen Selbstdenker an der Spitze hat.
Quelle: Erstveröffentlichung im BeteiligungsReport 1-2015

 Beitrag aus dem BeteiligungsReport als PDF

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Sparkasse darf Ihren Sparern nicht kündigen

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Landshut, 29.01.2015 – Verträge sind einzuhalten. Das hat das Landgericht Ulm entschieden. Auch wenn es sich dabei um hochverzinsliche Sparvertäge handelt, die der Profiterwartung der Bank im Wege stehen.

In einem Rechtsstreit um solche Sparverträge hat das Landgericht Ulm (Az. 4 O 273/13) den Sparern den Rücken gestärkt. Hintergrund der Auseinandersetzung sind so genannte Scala-Verträge, die die Sparkasse Ulm zwischen 1993 und 2005 mit Ihren Anlegern abgeschlossen hat.

In diesen Sparverträgen, die bis zu 25 Jahre laufen, gewährt die Sparkasse Ihren Sparern einen Bonus von bis zu 3,5 % jährlich. Bei dem aktuellen Niedrigzinsniveau, ein Verlustgeschäft für die Sparkasse – ein attraktives Geschäft für die Kunden. Zumal diese auch das Recht haben, die monatliche Sparrate von 25,- € bis 2.500,- € zu erhöhen.

2013 erklärte die Sparkasse, sie könne das Angebot in dieser Form nicht mehr verantworten. Den Sparern wurden Anlagealternativen angeboten. Rund 14.000 Kunden gingen auf das Angebot ein – wohl auch aus Angst, weil Ihnen sonst die Kündigung drohen würde. Etwa 8000 Anleger haben dieses Angebot abgelehnt. Rund die Hälfte davon, sind der Bank wegen der hohen Guthaben, ein Dorn im Auge.

Bisher hat die Sparkasse Ulm zwar noch keine Verträge gekündigt, Sie ist jedoch der Meinung, dass Sie dazu berechtigt wäre. Ein Kunde strengte daraufhin die Feststellungsklage vor dem Landgericht Ulm an – welcher stattgegeben wurde.

Ein Sprecher der Sparkasse Ulm erklärte, Sie wolle das Urteil prüfen und dann über weitere Schritte entscheiden.

Quelle: manager-magazin.de, FOCUS online

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Stiftung Finanzbildung ehrte bayerische Gymnasiasten mit dem Klaus-Hildebrand-Preis

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Der jährliche Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ fördert die Auseinandersetzung mit Wirtschafts- und Finanzthemen.

Ende Juni 2015 war es wieder soweit: Die diesjährigen Preisträger des Wettbewerbes „Jugend wirtschaftet!“, der seit 2012 mit kommunikativer Unterstützung des bayerischen Kultusministeriums durchgeführt wird, erhielten an ihren Abiturfeiern aus den Händen ihrer Lehrer und den Direktoren der jeweiligen Schulen ihre Auszeichnungen.

Die beiden Abiturienten Lea Alsheimer und Christoph Hellmann der Jahrgangsstufe Q12 des Theresien-Gymnasiums Ansbach hatten ihre Seminararbeiten, also ihre Zulassungsarbeiten des wissenschaftspropädeutischen Seminars im Fachbereich Wirtschaft und Recht für den Wettbewerb „Jugend wirtschaftet 2015“ eingereicht, bei dem insbesondere Seminararbeiten am Gymnasium oder einer Beruflichen Oberschule aus dem Themenfeld „Finanzielle Bildung“ berücksichtigt werden.

Lea Alsheimer hat mit ihrer W-Seminararbeit über die Thematik „Behavioral Finance“ aus dem W-Seminar von Herrn OStR Nicolas Gäbel mit dem Rahmenthemenkreis „Das Geld der Zukunft – Money makes the world go round“ den ersten Preis gewonnen und konnte sich über einen Geldpreis in Höhe von 300 EUR freuen.
Christoph Hellmann konnte die Jury mit seiner W-Seminararbeit zum Thema „Der Bitcoin“ überzeugen. Er wurde mit einem Sonderpreis für ein sehr „Innovatives Thema“ ausgezeichnet.
Als dritter Preisträger wurde Stefanie Kobler von der BOS Landshut für ihre Seminararbeit zum Thema „Der EU-Emissionshandel – Eine kritische Würdigung für Deutschland“ mit einem Sonderpreis Nachhaltigkeit, der von dem Forum Nachhaltige Geldanlage gestiftet wurde, ausgezeichnet.
Die Oberstufenschüler sind von der fünfköpfigen Jury, der der Landshuter Ökonomie- Professor, Diplom Kaufmann und ehemalige Präsident der Fachhochschule Landshut Dr. Erwin Blum, Herr Dr. Thomas Goppel, Mitglied des bayerischen Landtags und bayerischer Wissenschaftsminister a.D., die Diplom-Kauffrau und Mediatorin Frau Karin Hildebrand, der Vorstandsvorsitzende des Forums Nachhaltige Geldanlagen Volker Weber sowie der Wirtschaftspublizist Edmund Pelikan angehören, mit dem Klaus-Hildebrand-Preis ausgezeichnet worden.

Die feierliche Preisverleihung wurde Ende Juni im Rahmen der Abiturfeier vom jeweils betreuenden Seminar- und Wirtschaftslehrer vorgenommen. Damit war es Schülerinnen und Schülern aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig des Theresien-Gymnasiums Ansbach bereits zum zweiten Mal in Folge gelungen, sich im bayernweiten Wettbewerb durch ihre harte Arbeit und ihr ausdauerndes Engagement für eine exzellente Seminararbeit bis ganz an die Spitze Bayerns durchzusetzen. Der Slogan des Wettbewerbs „Hard work pays off“ hat sich also wieder einmal bewahrheitet.

„Mit diesen positiven Beispielen widerlegen wir, dass sich Oberstufenschüler in Bayern nicht mit Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzen“, stellt Edmund Pelikan, Wirtschaftspublizist und Finanzsachverständiger, der die Stiftung Finanzbildung ins Leben rief, heraus, „der wichtige Impuls hierfür kommt aber meist durch engagierte Lehrer.“

Nach erfolgreicher Etablierung des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ plant die Stiftung Finanzbildung eine Erweiterung ihrer Tätigkeit. Die Stiftung hat das Konzept eines Finanzbildungsmagazins „economissimus“ in Auftrag gegeben. Darin soll eine offene Debatte rund um Wirtschafts- und Finanzthemen angestoßen werden. Ein Twitter-Account unter @economissimus besteht bereits. Neben Journalisten und Publizisten sollen auch feste Schüler- und Studentenredakteure zur Themenfindung und -umsetzung eingebunden werden. Zur nachhaltigen Finanzierung des Projektes soll noch in diesem Jahr eine Crowdfunding-Aktion gestartet werden. Denn eines zeigt auch wieder die Griechenlandkrise: Finanzbildung ist systemrelevant.

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Stiftung Finanzbildung ehrte bayerische Gymnasiasten mit dem Klaus-Hildebrand-Preis

©Stiftung Finanzbildung

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Der jährliche Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ fördert die Auseinandersetzung mit Wirtschafts- und Finanzthemen. 

Ende Juni 2015 war es wieder soweit: Die diesjährigen Preisträger des Wettbewerbes „Jugend wirtschaftet!“, der seit 2012 mit kommunikativer Unterstützung des bayerischen Kultusministeriums durchgeführt wird, erhielten an ihren Abiturfeiern aus den Händen ihrer Lehrer und den Direktoren der jeweiligen Schulen ihre Auszeichnungen.

Die beiden Abiturienten Lea Alsheimer und Christoph Hellmann der Jahrgangsstufe Q12 des Theresien-Gymnasiums Ansbach hatten ihre Seminararbeiten, also ihre Zulassungsarbeiten des wissenschaftspropädeutischen Seminars im Fachbereich Wirtschaft und Recht für den Wettbewerb „Jugend wirtschaftet 2015“ eingereicht, bei dem insbesondere Seminararbeiten am Gymnasium oder einer Beruflichen  Oberschule aus dem Themenfeld „Finanzielle Bildung“ berücksichtigt werden.

Lea Alsheimer hat mit ihrer W-Seminararbeit über die Thematik „Behavioral Finance“ aus dem W-Seminar von Herrn OStR Nicolas Gäbel mit dem Rahmenthemenkreis „Das Geld der Zukunft – Money makes the world go round“ den ersten Preis gewonnen und konnte sich über einen Geldpreis in Höhe von 300 EUR freuen.

Christoph Hellmann konnte die Jury mit seiner W-Seminararbeit zum Thema „Der Bitcoin“ überzeugen. Er wurde mit einem Sonderpreis für ein sehr „Innovatives Thema“ ausgezeichnet.

Als dritter Preisträger wurde Stefanie Kobler von der BOS Landshut für ihre Seminararbeit zum Thema „Der EU-Emissionshandel – Eine kritische Würdigung für Deutschland“ mit einem Sonderpreis Nachhaltigkeit, der von dem Forum Nachhaltige Geldanlage gestiftet wurde, ausgezeichnet.

Die Oberstufenschüler sind von der fünfköpfigen Jury, der der Landshuter Ökonomie- Professor, Diplom Kaufmann und ehemalige Präsident der Fachhochschule Landshut Dr. Erwin Blum,  Herr Dr. Thomas Goppel, Mitglied des bayerischen Landtags und bayerischer Wissenschaftsminister a.D., die Diplom-Kauffrau und Mediatorin Frau Karin Hildebrand, der Vorstandsvorsitzende  des Forums Nachhaltige Geldanlagen Volker Weber sowie der Wirtschaftspublizist Edmund Pelikan angehören, mit dem Klaus-Hildebrand-Preis ausgezeichnet worden.

Die feierliche Preisverleihung wurde Ende Juni im Rahmen der Abiturfeier vom jeweils betreuenden Seminar- und Wirtschaftslehrer vorgenommen. Damit war es Schülerinnen und Schülern aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig des Theresien-Gymnasiums Ansbach bereits zum zweiten Mal in Folge gelungen, sich im bayernweiten Wettbewerb durch ihre harte Arbeit und ihr ausdauerndes Engagement  für eine exzellente Seminararbeit bis ganz an die Spitze Bayerns durchzusetzen. Der Slogan des Wettbewerbs „Hard work pays off“ hat sich also wieder einmal bewahrheitet.

„Mit diesen positiven Beispielen widerlegen wir, dass sich Oberstufenschüler in Bayern nicht mit Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzen“, stellt Edmund Pelikan, Wirtschaftspublizist und Finanzsachverständiger, der die Stiftung Finanzbildung ins Leben rief, heraus, „der wichtige Impuls hierfür kommt aber meist durch engagierte Lehrer.“

Nach erfolgreicher Etablierung des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ plant die Stiftung Finanzbildung eine Erweiterung ihrer Tätigkeit. Die Stiftung hat das Konzept eines Finanzbildungsmagazins „economissimus“ in Auftrag gegeben. Darin soll eine offene Debatte rund um Wirtschafts- und Finanzthemen angestoßen werden. Ein Twitter-Account unter @economissimus besteht bereits. Neben Journalisten und Publizisten sollen auch feste Schüler- und Studentenredakteure zur Themenfindung und -umsetzung eingebunden werden. Zur nachhaltigen Finanzierung des Projektes soll noch in diesem Jahr eine Crowdfunding-Aktion gestartet werden. Denn eines zeigt auch wieder die Griechenlandkrise: Finanzbildung ist systemrelevant.

Quelle: Stiftung Finanzbildung

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Promis sind schlechte Anlageberater

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Letztendlich geht es immer um die Kosten

Landshut, 03.06.2015 – Kennen Sie die Geissens im Trash-Programm von RTL?

Ich kenne kaum Schlimmeres. Irgendwie erinnert mich dieser großkotzige Prolet an die S&K-Bilder, die derzeit wegen des nahenden Prozessbeginns wieder in den Medien präsent sind. Die neue Werbekampagne „Reich mit Geiss“ schießt aber den Vogel ab. Sie spielt genau mit den Faktoren, die kürzlich meine Stiftung Finanzbildung mit ihrer “Finanztraum-Anzeige” aufdecken wollte. Da ist einer, der vermeintlich Millionen hat und diese Strategie verrät er nun. Nichtig ist, dass der Fonds schon vor dem Werbeengagement existierte und im Vergleich zu anderen dividendenorientierten Fonds eher Underperformer ist. Um eines klarzustellen: der Fonds ist nicht unseriös, die Werbung ist aber in puncto Geschmack daneben. Selbst die Depotbank des Fonds, Hauck & Aufhäuser, distanziert sich von dieser Werbung nach einem Welt-Bericht vom 18.03.2015. Auf der Fondsvergleichsplattform Fondsweb ist der hinter Werbung steckende Fonds von Patriarch mit laufenden Kosten von 1,52 Prozent ausgewiesen. Die Total Expense Ratio liegt bei 1,98 Prozent. Aber dass die Geissens nicht der billige Jakob sind, sieht man bei dem Blick auf ihre persönliche Promoseite: meine Autos, meine Jachten, meine Häuser. Bei den S&K-Geschäftsführern der wegen Betrugsverdacht verhafteten Initiatoren brachte man Bentley noch mit dem Hinweis auf Geldverschwendung in Verbindung. So ändern sich die Blickwinkel.

Aber Geiss ist nicht der erste Prominente, der für Finanzanlagenprodukte wirbt. Ein Klassiker ist Manfred Krug gewesen, der die Privatisierung der Telekom zur Volksaktie machte. Wer heute sich an die überteuerte 2. und 3. Tranche erinnert, denkt absolut zurecht, wie wir denn einem Schauspieler je in Finanzfragen glauben konnten. Das ist genauso, wie wenn wir Stevie Wonder gebeten hätte, einen Blick darauf zu werfen.

Aber jetzt ist auch Börsen-Guru Dirk Müller mit von der Partie. Seit Langem predigt er vor den Gefahren, die Anleger ereilen können. Viele Anhänger hat er mit seiner Finanzethos GmbH, die seine Vorträge, Bücher und Finanznachrichten vermarktet. Bei seinem ersten Fonds – beziehungsweise mit seinem Namen gelabelten Fonds – setzt er aber aufs Nachmachen: Die Value-Strategie von Warren Buffett ist das Konzept. Interessant liest sich, dass er auf die großen Sauereien verzichten will, die in der Fondsindustrie üblich sind. Explizit nennt er hier den Verzicht auf die Wertpapierleihe, die in vielen Fondskonzepten erlaubt ist. Das ist gut und sicherlich der richtige Ansatz. Sehr robust erwies der Fonds sich in den ersten Wochen seiner Platzierung seitens der Kursentwicklung nicht, obwohl er dem Vernehmen nach stark nachgefragt war. Und das, trotzdem Müller bzw. die Emittenten Warburg/FOCAM nicht einen kostengünstigen Fonds an den Markt gebracht hatten. Die Total Expense Ratio liegt immerhin bei 1,69 Prozent. Dirk Müller argumentiert, dass man kein Aldi-Fonds sei. Erstaunlich ist seine Einstellung zur Performance-Fee. In einem Interview äußerte er, dass er eine Managementgebühr bekomme, wozu brauche er dann noch einen Bonus on top. Wirkt eher wie die Aussage eines Beamten. Den aus einer geringeren Managementgebühr und einer echten Performance-Fee wird ein Schuh. Denn dann sitzen Fondsmanager und Anleger in einem Boot. Ich schätze Dirk Müller wirklich. Er hat sich als einer der ersten vehement gegen Volksfinanzverdummung gestellt. Langsam reklamiert er eine Stellung für sich wie Helmut Schmid in der Politik. Der weiß auch alles, und er ist derzeit noch der Einzige in Deutschland, bei dem sich sogar das Navigationsgerät entschuldigt.

Eine ordentliche Vermögensverwaltung für kleine Vermögen ist durchaus fondsbasiert sinnvoll. Da widerspreche ich eindeutig manchen schreibenden Mathematikern. Aber es kommt immer auf die Kosten an. Meist sind hier die ETFs eine gute Basis. Die wenigsten Fondsmanager schlagen den entsprechenden Index. Wie entscheidend die Kosten mit der tatsächlichen Performance zusammenhängen, zeigt eine Studie, die vor einem knappen Jahr von Morningstar veröffentlicht wurde. Darin wurden 718 globale Aktienfonds im Zeitraum 2009 bis 2013 analysiert. Das Ergebnis  erstaunt nicht: Bei den Fonds mit einer Total Expense Ratio p.a. von 0,8 Prozent konnte eine Performance von 13,7 Prozent im Jahr erzielt werden. Bei jährlichen Kosten von 1,5 Prozent beziehungsweise 1,9 Prozent erreichten die Fonds nur noch Jahresergebnisse von 13 Prozent beziehungsweise 12,8 Prozent. Das Fazit: Die Kosten schlugen nahezu eins zu eins sich in einer Performanceverschlechterung nieder.

Wir lernen also: Traue nicht jedem Prominenten, sondern mache Dir selbst Gedanken und achte immer auf die Kosten! Diese machen nur dann Sinn, wenn ein echter Mehrwert damit erreicht werden kann. In jedem Fall muss jeder Anleger etwas tun und sich Gedanken über sein Geld machen. Auf Rente und Anleihemärkte ist kein Verlass mehr. Selbst eingefleischte Hütchenspieler sagen über die deutsche Finanzpolitik, dass sie unseriös ist.

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Unser letzter Flug

‎In eigener Sache

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Landshut, 20.05.2015 – Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Auf meinem Rückflug von der Sparkassenakademie NRW aus Münster hat der Kapitän am Abend, zu Beginn des Fluges, die Fluggäste mit folgenden Worten willkommen geheißen: „Wir begrüßen Sie heute zu unserem letzten Flug“. Einen Raunen ging durch die Maschine.
Nach einer kleinen Pause ergänzte er: „des Tages“! Auf Englisch hat er dann die Wendung „evening-flight“ verwendet. Auf jeden Fall sind wir alle gut nach Hause gekommen.

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Griechen zahlen Miete mit Kaution

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Kommentar von Edmund Pelikan

Landshut, 13.05.2015 – Langsam werden alle Tabus eines vernünftigen Finanzgebarens Griechenland gebrochen. Die Rückzahlung von 750 Millionen Euro IWF-Gelder am 12. Mai 2015 zeigt dies eindrucksvoll. 

Der Löwenanteil des Geldes von 650 Millionen Euro zahlt Griechenland nach Pressenberichten durch eine IWF interne Umbuchung. Belastet wird dabei der für alle IWF obligatorische Notfallfonds jeden Landes.

Das wäre genauso, wie wenn ein Mieter seine fällige Miete durch die Kaution begleichen würde. Diese Kaution ist aber eine Art Sicherungsleistung – wie auch der IWF-Notfallfonds – für den Fall, dass der Mieter zahlungsunfähig wird. Kein normaler Vermieter dieser Welt würde sich auf diesen Deal einlassen. Der IWF scheint aber zu diesem Finanztrick seine Zustimmung gegeben zu haben. Das zeigt, dass übliche monetäre Verhaltensregeln bereits für Griechenland außer Kraft gesetzt wurden.

Um so erstaunlicher ist, dass Markus Söder, bayerischer Finanzminister in der Sendung „Hart aber Fair“ seine Überzeugung geäußert hat, Griechenland würde seine Schulden je zurückzahlen können. Ehrlicher war hier die Einspielung einer Tsipras-Rede vor dem griechischen Parlament, in der er deutlich sagt, dass bereits der Beitritt Griechenlands lediglich eine politische Frage war. Er bestätigte damit die oft geäußerte Vermutung, dass die formelle Unfähigkeit der Beitrittsbedingungen der EU bereits damals bekannt war. Deshalb so schließt er an, ist auch die Entschuldung Griechenlands heute nicht eine ökonomische, sondern eine politische Entscheidung.

So gehen die verantwortlichen Politiker mit unseren Steuergeldern um!?!

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Bauernfängerei durch Staat und Münze

Gold und Silber im Tresor

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Landshut, 13.05.2015 – Eine satirische Streitschrift von Edmund Pelikan, ob das Bundesfinanzministerium betrügt!

Die Geldrevoluzzer legen deshalb ihre Guthaben in Edelmetalle an. Das scheint gut und sicher zu sein. Gold gilt zwar als Notfallwährung, was aber beim Euroexodus tatsächlich passieren würde, steht in den Sternen. Am besten fragt man Max Otte oder Dirk Müller, denn die wissen es sicher. Spaß beiseite.

Eine absolute monetäre Realsatire entdeckte ich gerade in einer Internetanzeige. „Tausche 25 Euro gegen 25 Euro“ hieß es dort. Etwas irritiert, ob ich den Eurozusammenbruch verpasst habe und bereits wieder Tauschhandel eingeführt wird, las ich weiter. Mensch, eine Münzerei (Name zum Schutz vor unvorsichtigen Anlegern geändert) bietet eine 25 Euro-Geldmünze aus purem Silber für 25 Euro an. Und der Clou dabei: Aufgrund eines Beschlusses des Bundesfinanzministeriums kommt erstmals eine offizielle Gedenkmünze mit einem Geldwert von 25,– Euro in den Umlauf. Ist das nicht toll? Ich wollte gleich eine Kerze in der Kirche für den armen Münzhändler anzünden, da dieser ja scheinbar nichts verdient. Aus der ganzen Internetanzeige ging leider nicht hervor, wie schwer diese 999/1000 pure Rarität ist. Aber es wurde betont, dass jeder Haushalt lediglich eine Münze bekommen würde. Verständlich, Raritäten sind schließlich beschränkt. Klingt irgendwie nach Vorstufe zum Schwarzmarkt. Aber bestellen konnte man auch gleich, ohne weitere Aufklärung!

Leider kann ich dann immer mein Sachverständigenherz nicht zurückhalten, und begann nachzuforschen. Auf der Seite des Münzhändlers war dann die Angabe des Gewichts zu finden – 18 Gramm wog das gute Stück. Ein Blick auf den aktuelle Silberkurs (am 06.05.2015, Anmerkung der Redaktion) ergab einen Wert pro Gramm von 0,47 Euro. Damit liegt die 25 Euro-Gedenkmünze bei einem Materialwert von 8,46 Euro, und dieser ist höher als bei anderen Münzen aus dem Strauß der gesetzlichen Zahlungsmittel. Ja, ich weiß auch, dass Edelmetallmünzen durchaus mit einem Aufschlag von 10 bis 30 Prozent zum reinen Materialpreis gehandelt werden. Aber über 200 Prozent Aufschlag? Da verdient irgendwer kräftig!

Auf den Punkt gebracht:
Ein Materialwert von 8,46 Euro wird für 25 Euro verkauft, nur weil das Finanzministerium sagt, es ist ein gesetzliches Zahlungsmittel. Langsam ist es soweit, Bundesfinanzminister Schäuble zur Heiligsprechung bei Papst Franziskus anzumelden, wenn er solche Wunder wirkt. Die Münzerei hat, wie man hört, schon eine Anfrage von ZDF-History Chef Guido Knopp für eine Folge aus der Serie „Schäubles Helfer“. In jedem Fall ist diese Werbung waffenscheinpflichtig!

Zurück zur Realität:
Bei Edelmetallkäufern spielt meist der Gedanke an einen Finanzmarktzusammenbruch eine Rolle. Wenn dieser stattfinden sollte, ist das Geldwertversprechen von 25 Euro des Finanzministers Makulatur. Die Münze ist dann nur soviel wert wie der Materialwert, nämlich 8,46 Euro. Also wie schizophren muss man sein, um auf solch ein Bauernfängerangebot hereinzufallen? Und das Wichtigste: Wer verdient daran? Ich frage mal im Bundesfinanzministerium und bei Parlamentariern nach. Versprochen!

Mein Vorschlag zum Schluss:
Sollte nicht Handel mit Gold und Silbergedenkmünzen noch nachträglich in das Kleinanlegerschutzgesetz inklusiv Werbeverbot und Verbot zum Verleiten von Gedenkmünzhandel aufgenommen werden?

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