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Category Archives: Debatte

Studienfinanzierung: Studienfonds beugen Überschuldung vor

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Landshut, 21.07.2016

Studienfonds sind mit ihrer einkommensabhängigen Rückzahlung für Studenten eine Alternative zur Finanzierung des Studiums geworden. Das Modell hebelt alle Faktoren aus, die bei einem klassischen Kredit zu Überschuldung führen können.

Knapp 170.000 Studenten in Deutschland nutzen Kredite, um ihr Studium ganz oder teilweise zu finanzieren. Studienkredite werden allerdings zunehmend kritisch gesehen, da sie Studenten unabhängig vom anvisierten Beruf und der individuellen Lebenssituation einer fixen Schuldenlast aussetzen. „Bei Studienfonds ist das anders“, sagt Anja Hofmann, Vorstandsmitglied der auf Studienfinanzierung spezialisierten Deutschen Bildung. „Die Studenten erhalten die Studienfinanzierung nicht pauschal, sondern an ihre Bedürfnisse angepasst. So achten wir bereits im Auswahlprozess auf die Eignung für das jeweilige Studienfach und vereinbaren auch grundsätzlich Summen, deren Rückzahlung sich der Einzelne später auch leisten kann“, sagt Hofmann. Die Rückzahlung sei als fester Anteil von dem Einkommen gestaltet, das die Absolventen später dann auch tatsächlich erwirtschaften. „Nur wer ein regelmäßiges Einkommen verdient, zahlt zurück. Weitere Studienvorhaben oder Elternzeit sind Phasen, in denen die Rückzahlung unterbrochen wird, ohne dass deshalb zusätzliche Kosten entstehen. Bei Krankheit oder langfristiger Arbeitslosigkeit entfällt die Rückzahlverpflichtung“, sagt Hofmann. Damit entfallen alle Faktoren, die bei Studienkreditnehmern üblicherweise zu Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit führen können.
Im CHE-Studienkredittest 2016 hat das Angebot der Deutschen Bildung eine Spitzenbewertung in vier von fünf Kategorien erhalten, darunter auch im Punkt Risikobegrenzung. Private und institutionelle Investoren beteiligen sich am Studienfonds des Unternehmens, aus dem bis Ende des Jahres noch 500 neue Studenten aller Fachrichtungen gefördert werden können. Die Studienförderung kann auch für Auslandssemester und ganze Auslandsstudiengänge beantragt werden. Die geförderten Studenten werden zusätzlich mit einem Förderprogramm auf den Berufseinstieg vorbereitet, zu dem Soft-Skill-Trainings, Bewerbungsberatungen und die Vernetzung mit Arbeitgebern gehören.

Über die Deutsche Bildung AG
Mit Deutsche Bildung Studienfonds investieren private und institutionelle Anleger in ausgewählte Nachwuchsakademiker aller Fachrichtungen. Die Studenten erhalten eine flexible Studienfinanzierung und werden mit dem Förderprogramm WissenPlus auf einen erfolgreichen Berufseinstieg vorbereitet. Die Rendite wird über die Rückzahlungen der Absolventen erzielt, die einen vereinbarten Anteil ihres Einkommens an den Studienfonds zurückzahlen.

Als Manager des Studienfonds ist die Deutsche Bildung AG für die Auswahl und gezielte Förderung der Studenten und deren Rückzahlungen verantwortlich.

Investoren können die vom Studienfonds emittierte Anleihe zeichnen oder Kommanditanteile erwerben. Die Deutsche Bildung AG realisiert dieses Geschäftsmodell seit 2007. Seit 2016 wird das Investment in Bildung auch privaten Anlegern ermöglicht.

 

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Finanzthemen : – Warum man mehr Interesse schaffen muss und wie es gelingen kann

shutterstock_Dimoza_AnlagebaumLandshut, 14.07.2016 – „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen!“ Diese Kritik einer siebzehnjährigen Schülerin aus Köln via Twitter war Anlass genug für die Finanzvermittlerfirma AVL, die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu beauftragen, eine repräsentative Umfrage durchzuführen, bei der das Interesse am Finanzwesen geprüft werden sollte.

Bei der Umfrage nahmen insgesamt 1088 Personen teil. Sowohl Männer als auch Frauen ab 14 Jahren waren involviert. Anhand der verschiedenen Fragen, die in dieser Umfrage gemacht wurden, möchte ich mittels dieser im Folgenden analysieren, welche Gründe die jeweiligen Antworten für eine Rolle spielen könnten.

Bei der ersten Frage, in der insgesamt 75  (sieben Prozent der Gesamtteilnehmer) Jugendliche im Alter von 14-19 Jahren befragt wurden, gaben nur 10 davon an, sich für Finanzthemen zu interessieren. Woran liegt es also, dass 65 der Befragten dieser Alterskategorie überhaupt kein Interesse aufbringen?

Zum einen muss man sich überlegen, inwiefern Jugendliche diesen Alters überhaupt von dieser finanziellen Thematik betroffen sind. Es ist anzuführen, dass vor allem die 14-15 jährigen, die zwei Prozent bei der Umfrage ausmachen, sich  weder in einem Arbeitsverhältnis noch in einem Studium befinden. Daher kann man davon ausgehen, dass ökonomische Fragen und Finanzthemen einfach viel zu abstrakt und komplex sind, als dass sich diese Zielgruppe damit auseinandersetzen würde.

Da jedoch auch ein großer Anteil der 16-19 jährigen laut der Umfrage Desinteresse zeigt, ist anzunehmen ,dass finanzwissenschaftliche Themen generell ein schwieriges Thema für junge Menschen darstellen , mit dem sie sich noch nicht befassen wollen oder müssen. Beispielsweise werden Jugendlichen zu viele Aufgaben des alltäglichen Lebens im Bereich der Finanzen, wie ein Konto anzulegen meistens von den Eltern abgenommen. Somit ist es schwieriger eine Grundlage für ein späteres eigenständiges Leben aufzubauen. Wenn außerdem diese Sensibilisierung für wirtschaftliche Themen auch in der Schule nicht stattgefunden hat, ist es nicht verwunderlich , dass die Mehrzahl der Jugendlichen der Thematik keinerlei Beachtung schenkt. Denn wie soll man ohne jeglichen Input von außen überhaupt Interesse entwickeln können?

Anders verhält es sich bei den Altersgruppen ab 20, bei denen das Interesse zunehmend vorhanden ist. Das könnte vor allem daran liegen, dass (junge) Erwachsene gezwungen sind, sich vermehrt mit finanzwissenschaftlichen Aspekten des Lebens zu beschäftigen, womit sich schon eine ganz andere Grundeinstellung ergibt.

Um Henry Ford, den bekannten Automobilhersteller (1863-1947) zu zitieren: „Das höchste Ziel von Kapital ist nicht, Geld zu verdienen, sondern der Einsatz von Geld zur Verbesserung des Lebens.“ 

Das würde erklären, warum das Interesse bei Geldanlagen und der Altersvorsorge bei allen Altersgruppen prozentual gesehen im Vordergrund steht.

Auffallend ist auch, dass die Neugierde umso größer wird, je höher die schulische Bildung ausfällt. Das mag wohl auch daran liegen, dass bessere Schulabschlüsse mit finanziell höherwertigen Berufen einhergehen und ergo mehr Geldmittel zur Verfügung stehen.

Warum sollte sich ein Geringverdiener für das Investment von Immobilien oder Geldanlagen interessieren, wenn diese Möglichkeit gar nicht oder in einem nur sehr kleinem Umfang gegeben ist? Diese Schlussfolgerung kann man auch an Ergebnissen der Umfrage festmachen, denn mit steigendem Nettoeinkommen steigt auch das Interesse der Befragten am Thema.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es wichtig ist in Zukunft insbesondere junge Menschen für wirtschaftliche Themen zu sensibilisieren und zu begeistern. Denn der richtige Umgang mit Geld und die Fähigkeit richtige Entscheidungen treffen zu können, tragen maßgeblich zu einem finanziell sorgenfreiem Leben bei.

In erster Linie sollten alle Schulformen so früh wie möglich mit dem Wirtschaftsunterricht beginnen und nicht erst ab der neunten oder zehnten Klasse, wie es in den meisten Schulen der Fall ist. Aus der Studie geht auch hervor, dass sich die 14 bis 19-jährigen mit 65,5 Prozent wünschen, von Fachlehrern an ihrer Schule über finanzielle Themen unterrichtet zu werden.

Insofern wäre es vielleicht auch an der Zeit Lehrer die beispielsweise Mathematik unterrichten und ein Grundverständnis für logische und abstrakte Zusammenhänge mitbringen durch speziell für Lehrer ausgerichtete „Finanzkurse“ für einen Unterricht im Fach Wirtschaft zu befähigen.

Denn je früher man beginnt sich mit einer Thematik auseinander zu setzen und ein Grundgerüst aufzubauen , desto leichter wird man später komplexere Zusammenhänge verstehen .

Man kann also nur an die Kultusministerien appellieren etwas zu verändern, sodass Twitterposts über mangelnde wirtschaftliche Kenntnisse nur noch zu Einzelfällen werden.

 

Autorin : Alina Wagner

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Einfach der Masse hinterher

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Landshut, 14.07.2016 – Die meisten Menschen, vor allem Jugendliche, folgen Trends! Ob diese ihnen auch persönlich gefallen oder nicht ,sei dahingestellt – sie gehen mit der Masse.

In der 21 Seiten umfassenden Seminararbeit von Andreas Erhart geht es, vereinfacht ausgedrückt, indirekt auch um ein von der Masse gesteuertes Verhalten zwischen verschiedenen wirtschaftlichen Akteuren. Zu diesen zählen Unternehmen, Verbraucher und öffentliche Institutionen, die durch Handlungen einen positiven oder negativen Einfluss auf den Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklungen nehmen. Dieses Phänomen, das Akteure dazu veranlasst, andere Akteure in ihrem Verhalten nachzuahmen, wird im wirtschaftlichen Kontext als Herdenverhalten bezeichnet. Welche Gründe es dafür gibt und welches spezifisches Verständnis man für diese Thematik haben muss, wird in der Facharbeit „Herdenverhalten: ein ökonomisches Problem – Ursachen und Lösungsansätze“ des ehemaligen Schülers der Fachoberschule Holzkirchen gut und verständlich dargestellt. Andreas Erhart schafft es, in seiner Seminararbeit durch eine gezielte Herangehensweise den Leser über Ursachen sowie Problematiken des Herdenverhaltens aufzuklären. Außerdem informiert er über Lösungsansätze und übt Kritik am Herdenverhalten.Es werden hierbei unter anderem präzise Antworten darauf gegeben, wie Herdenverhalten dazu beiträgt, dass es zu Krisen auf den Finanzmärkten kommen kann. Anhand dieses Beispiels kann man auch erkennen, dass die Psychologie des Menschen deutlichen Einfluss und somit auch Auswirkungen auf das Marktgeschehen hat, wie es bei der Immobilienkrise 2007 der Fall war. Das drückt folgendes Zitat aus der Seminararbeit am besten aus:„The real impact of herding is contested. Nevertheless, the dynamic of masses should never be underestimated. “ ( übersetzt: “ Das tatsächliche Ausmaß des Herdenverhaltens ist heftig umstritten. Dennoch sollte die Dynamik der Massen nie unterschätzt werden.”)

Für seine herausragende Leistung im Bereich Wirtschaft und Finanzen wurde der Schüler aus Holzkirchen mit dem 2. Platz des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ zum Klaus-Hildebrand-Preis geehrt.

Die Jury: „Im wirtschaftlichen Umfeld gewinnt der Bereich Verhaltensökonomie und Wirtschaftspsychologie zunehmend an Bedeutung.“

Die Jury würdigt die Arbeit von Andreas Erhart für das Aufgreifen dieses sehr interessanten und wichtigen Themas mit Zukunftspotenzial und die sehr gute Bearbeitung des eher schwierigen Fachgebiets. Eine Abschlussarbeit über „Das ökonomische Herdenverhalten“ ist eine besondere Herausforderung, da die wissenschaftliche Lehrmeinung sich regelmäßig weiterentwickelt und sogar ändert.“

 

Autorin: Alina Wagner

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„Versicherungsbetrug durch Selbstverstümmelung!“

 

Landshut, 14.07.2016,

„Versicherungsbetrug in der KfZ-Versicherung: Nicht jeder Unfall ist Zufall.“ 

„Versicherungsbetrug für neue TV – Geräte zur EM!“ 

 

Handschellen und GeldDas Wort scheint Programm. Versicherungsbetrug. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Und wieso wird er so häufig und meist bedenkenlos begangen?

Mit dieser Frage hat sich auch Johannes Ohlmann vom E.T.A. Hoffmann-Gymnasium in Bamberg auseinandergesetzt. In seiner Seminararbeit beschäftigt er sich vorrangig mit den Ursachen des Versicherungsbetrugs und dessen Akzeptanz durch die Gesellschaft. Doch neben etlichen Theorien um Motive und Auswirkungen entwickelt er schließlich auch Vorschläge zur Betrugsvorbeugung an Versicherungen und Politik.

26 Seiten ist sie lang – die Seminararbeit von Johannes Ohlmann aus Bamberg. Unter dem Titel „Versicherungsbetrug – ein Kavaliersdelikt?“ definiert und interpretiert J. Ohlmann eine der häufigsten Wirtschaftsstraftaten in Deutschland. Doch wie kommt es dazu? Der ehemalige Schüler des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums macht hierfür das Fehlverhalten der

Versicherungen und falsche moralische Werte und Einstellungen der Gesellschaft verantwortlich, die die Hemmschwelle für die Begehung einer solchen Tat herabsetzen. Doch nicht nur die Ursachen des Versicherungsbetrugs beschäftigen J. Ohlmann. Fehlerhafte Vorstellungen von Schaden und Geschädigten in Bezug auf das Ausmaß des Betrugs, Wertewandel und die Anonymisierung der Gesellschaft sind für ihn die Grundlage des Kavalierdelikts. Doch sich lediglich mit den harten Fakten rund um das Thema Versicherungsbetrug auseinander zusetzen genügt dem Schüler aus Bamberg nicht und so bietet er an letzter Stelle auch Vorschläge zur Betrugsvorbeugung wie z.B. eine Lockerung der Datenschutzbestimmung zur einfacheren Kooperation zwischen Versicherungen und Polizei, sowie die Erhöhung des Strafmaßes für den Versicherungsbetrug.

Für seine herausragende Arbeit im Bereich Wirtschaft und Finanzen wurde der Schüler aus Bamberg mit dem 2. Platz des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ zum Klaus-Hildebrand-Preis geehrt.                  

„Besonders zu würdigen ist bei Johannes Ohlmann, dass er ein heikles Thema wie den Versicherungsbetrug aufgegriffen, interessant herausgearbeitet und insgesamt gut aufbereitet hat. Im Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ der Stiftung Finanzbildung ist genau diese kritische Auseinandersetzung abseits von Mainstream-Themen und mit hohem Praxisbezug preiswürdig, “ so die Jury.

 

 

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Finanzhistorie – Die Formel der Superreichen

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Das sind sie, die fünf reichsten Menschen weltweit im Jahr 2016 (nach Vermögen in Milliarden US-Dollar):

Platz 1: Bill Gates (USA): 76,4
Platz 2: Armancio Ortega (Spanien): 73,2
Platz 3: Warren Buffet (USA): 66,2
Platz 4: Jeff Bezos (USA): 63,1
Platz 5: Mark Zuckerberg (USA): 51,2

Keine große Überraschung also, Bill Gates führt die Liste ja bereits seit Jahren an. In Deutschland hingegen gab es heuer einen Wechsel auf dem Thron des reichsten Deutschen!

Das US-Magazin „Forbes“ krönte Georg Schäffler zum reichsten Deutschen mit einem Vermögen von 26,9 Milliarden US-Dollar.

Doch einer stellt die Superreichen von heute in den Schatten: Jakob Fugger! Auf heutige Verhältnisse hochgerechnet betrug sein Vermögen rund 400 Milliarden US-Dollar. Was erlaubte es Jakob Fugger, innerhalb einer relativ kurzen Zeit so unermesslich reich zu werden? Gibt es eine Formel, die die Milliardäre verbindet?

Nun ja, es gibt zumindest einige Parallelen, die Jakob Fugger mit den heutigen Milliardären verbindet. Sie alle verbringen eine große Managementleistung und schaffen es, ihre Mitarbeiter dadurch zu Höchstleistungen anzutreiben. Außerdem scheuen sie sich alle nicht, zu spekulieren, denn durch Arbeit allein sind sie nicht so reich geworden! Oft muss man in kritischen Momenten extreme Risiken eingehen. Diese Spekulationen gingen bei den obigen Milliardären auch manchmal schief, doch meistens gewannen sie und häuften so ein gigantisches Vermögen an!

Einiges davon lässt sich für eigene Investments übernehmen, aber letztendlich muss man bedenken: Es gehört auch ein Quäntchen Glück dazu, ein solch gigantisches Vermögen aufzubauen.

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Wie hat die Fondslandschaft den Brexit überstanden?

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Das kommt sehr auf die Gestaltung des Investmentfonds an. Denn das was für breit gestreute Portfolios gilt, wirkt sich auch bei Fondsportfolios aus: Je breiter diversifiziert ist, um so weniger anfällig waren die Fonds gegenüber dem unerwarteten Wählervotum in Großbritannien. Den fallenden Aktien insbesondere von exportorientierten Werten standen Gewinne bei Anleihen und Gold gegenüber. Konkret heißt dies für einige Topseller im Markt auf der Basis von Analysen von Morningstar:

Der über 9 Milliarden Euro schwere Flossbach von Storch Multiple Opportunities ging am Brexit-Freitag (23.06. bis 24.06.2016) mit einem kleinen Plus von 0,25 Prozent aus dem Markt und verlor aber über das Wochenende inklusiv Montag (23.06. bis 27.06.2016) etwa ein halbes Prozent. Damit ist er um etwa ein ¾ Prozent besser als die Kategorie-Performance bei Morningstar.

Der über 14 Milliarden Euro schwere Nordea-1 Stable Return erwies seinem Name Ehre. Am Brexit-Freitag schloss er quasi unverändert und gewann sogar über das Wochenende inklusiv Montag etwa 0,2 Prozent. Damit liegt er ein Prozent besser als die Kategorie -Performance bei Morningstar.

Ein wahrer Brexit-Outperformer war der JPM Global Macro Opportunities. Am Brexit-Freitag schloss er im Plus mit fast einem halben Prozent und gewann sogar über das Wochenende inklusiv Montag sage und schreibe 1,77 Prozent. Er ließ damit die Kategorie-Performance im Vergleich um fast drei Prozent hinter sich.

Eher zu den Verlierer zählen die bekannten Fonds Deutsche Concept Kaldenmorgen und der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Am Brexit-Freitag schlossen diese Werte bereits deutlich im Minus bei – 0,8 Prozent bzw. -1,92 Prozent. Auch über das Wochenende inklusiv Montag bauten die Verlierer die Verluste aus und schlossen mit -1,72 Prozent bzw. – 3,85 Prozent. Insbesondere der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen mutete seinen Anlegern im Vergleich zu dem Durchschnittswert seiner Kategorie Mischfonds Euro flexibel bei Morningstar damit über ein Prozent mehr Verlust zu.

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Sündhafte Investments: Ja oder Nein?

Landshut, 04.07.2016 – Schaut man sich den Index der International Securities Exchange in New York (ISE) an, muss man klar Ja sagen. Dieser „Sünden-Index“ bildet die Entwicklung der bedeutendsten Tabakkonzerne, Alkoholhersteller und Kasinobetreiber der USA ab und legte in den letzten Jahren um 300 Prozent zu, der US Leitindex S&P 500 nur um gut 100 Prozent.

Nein zu unethischen Investments hingegen sagen immer mehr Versicherer, die Allianz und die AXA ziehen sich aus Tabakaktien zurück und riskieren damit, den Kunden eine Underperformance zu liefern, denn tatsächlich sind die SündenInvestments sehr einträglich.

Das zeigt besonders eindrucksvoll ein Vergleich des bislang einzigen „Sündenfonds“ mit einem ethisch korrekten Fonds. Der „böse“, im August 2002 aufgelegte, US Barrier Fund hat den „guten“ Vanguard FTSE Social Index Fund um nicht weniger als 100 Prozentpunkte geschlagen.

Zu den größten Positionen des US Barrier Fund zählen einige Tabak-Multis wie Reynolds, Altria oder Imperial Brands, aber auch Glücksspielanbieter und Alkoholhersteller sind vertreten. Auch zu den best gelaufenen Aktien gehört der Waffenhersteller Smith & Wesson, sie habe seit der Jahrtausendwende durchschnittlich 21 Prozent Jahresrendite erwirtschaftet.

Stellt sich die Frage, warum sich viel Zaster mit Laster machen lässt. Dafür sehen die Forscher mehrere Gründe. Die Sünden-Investments unterliegen keinen radikalen Technologie-Veränderungen. Selbst wenn die Gesetze für die Tabak-Industrie immer mehr verschärft werden, rauchen die Leute weiter. Außerdem beschert das Bevölkerungswachstum auf der Erde den Konzernen weitere Zuwächse, und die Papiere werfen hohe Dividenden ab, was gerade in einer Niedrigzinsphase gut ankommt.

Außerdem sind die meisten Sündenbranchen weniger konjunkturabhängig. Denn Tabak- und Alkoholkonsum nehmen in wirtschaftlich schwachen Zeiten nicht ab – im Gegenteil. Der Alkoholverbrauch, das Rauchen und Glückspiel haben als menschliche Laster auch in ökonomischen Schwächephasen oder trotz staatlichen Verbots Bestand. Das sah man besonders gut zur amerikanischen Prohibition.

Dass aber sogar zu Zeiten des Brexit die Formel gilt, überrascht. Tabak und Alkoholtitel profitierten von der Entscheidung der Engländer, die EU zu verlassen. Bei Gold hatte man das erwartet, bei sündhaften Aktien eher nicht. Manche Aktienwerte explodierten regelrecht zwischen dem schwarzen Freitag (24.06.2016) und dem Beginn der darauffolgenden Woche (28.06.2016), wie das Handelsblatt herausgearbeitet hatte.

Nun muss aber jeder selbst entscheiden, ob er für oder gegen Sünden-Investments ist, nach Ansicht einiger Experten ist die Börse aber nicht gemacht für Gutmenschen.

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BREXIT

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– eine Meinung von Edmund Pelikan

Landshut, 01.07.2016 – die spinnen die Briten, wusste schon der „Philosoph“ Obelix über die europäischen Inselbewohner zu berichten. Am Tag des BREXITs war ich auf einer Journalistenkonferenz und der Herausgeber unseres InvestAnalyseBriefes. Werner Rohmert stellte die Frage aller Fragen: Wird es den BREXIT am 23. Juni 2016 geben? Nur etwa drei Prozent der anwesenden Pressevertreter glaubten an das Unmögliche – darunter Werner Rohmert. Seine weise Begründung: Noch nie hat man Menschen aufhalten können, etwas Dummes zu tun! Und er behielt recht.

Seit Freitag, den 24. Juni 2016 stehen Europas Märkte Kopf. Das Pfund fiel um 10 Prozent, die Börsen ebenfalls, britische Banken teilweise um bis zu 30 Prozent. Der Grund lag in der Überraschung. Wie soll das auch anderes sein, wenn noch nicht einmal die englischen Buchmacher recht behalten, denn die gingen von einem Verbleib Britanniens in der EU aus. Der Wortwitz liegt in dem Vertrauen in ein Wettsystem. Letztendlich nur eine Fußnote im heutigen Finanzmarktwettsystem.

Gelernt hat die Politik immer noch nicht. Man darf doch nicht das Volk fragen, wenn das Richtige rauskommen soll – was auch immer das Richtige ist. Die Alten (Wähler) haben für die Sicherheit gestimmt, und die Unsicherheit erzeugt. Die Jungen (Wähler) hielten laut einer Umfrage BREXIT mehrheitlich für ein Abführmittel und dürfen die Sch…. nun ausbaden. Manchmal ist es doch von Vorteil, wenn man sich darüber informiert, worüber gerade abgestimmt wird. Was immer deutlicher wird: Wirtschaftsverstand kommt gegen stupiden Nationalismus und dumpfe Lügen mehrheitlich nicht an. Das sieht man an der britischen Ukip, an der deutschen AfD, an der französischen Front National und an der österreichischen FPÖ. Es herrscht in Europa Finanzanalphabetismus und zwar aus Überzeugung.

Fakt ist, dass die Engländer mit ihrem Votum gegen Europa an dem 24. Juni 2016 rund fünf Billionen Euro vernichtet haben, die in Aktien und Devisen steckten – das errechnete die DZ Bank. Das ist etwa doppelt so viel wie die jährliche Wirtschaftsleistung von Großbritannien. Lichtblick war Gold, das etwa acht Prozent hinzugewann. Ein schwarzer Freitag also nicht für alle! Die Strafe folgte auf dem Fuße: die Isländer schossen die Engländer aus der Fußball-EM.

Die Wirtschaftswelt wird weitergehen. Binnen zwei bis vier Wochen wird die größte Entrüstung vorbei sein, und man sich die Wunden geleckt haben. Der Großteil des Marktes wird BREXIT-Lösungen präsentieren, und dann war alles doch nicht so schlimm. Ein junger britisch stämmiger Bundestagsabgeordneter namens Kai Whittaker vertrat in seiner Rede einen starken Standpunkt: „Wir werden euch vermissen, aber nicht vergessen. Der Tag wird kommen, an dem wir wieder vereint sind, stärker als zuvor.“ In Deutschland dauerte dies über 40 Jahre.

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„Jugend wirtschaftet!“ der Stiftung Finanzbildung geht ins Finale

Staffelübergabe in der Jury von Dr. Thomas Goppel, MdL, an Helmut Radlmeier, MdL

Helmut Radlmeier und Dr. Thomas Goppel

Helmut Radlmeier, MdL und Dr. Thomas Goppel, MdL

Landshut, 02.06.2016 – Bereits zum vierten Mal wird im Jahr 2016 der Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ der Landshuter Stiftung Finanzbildung in der bayerischen Oberstufe durchgeführt. Hierbei können Schüler ihre Facharbeiten und Seminararbeiten zum Wettbewerb einreichen, wenn die Arbeiten aus dem Fachgebiet Wirtschaft und Finanzen thematisieren. In diesem Jahr wurden über 30 Facharbeiten eingereicht – so viel wie nie zuvor. Für die Jury galt es also fast 1.000 Seiten durchzuarbeiten, um eine faire und richtungsweisende Entscheidung zu treffen. Die Finalisten im Wettbewerb sind nun:

Andreas Erhart von der staatlichen Fachoberschule Holzkirchen, mit dem Thema „Herdenverhalten: ein ökonomisches Problem – Ursachen und Lösungsansätze“,

Justus Müller vom Gabelsberger – Gymnasium Mainburg, mit einer Erörterung über „Öffentliche – private Partnerschaft“,

Johannes Ohlmann vom E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg, über „Versicherungsbetrug – ein Kavaliersdelikt?“,

Dana Regner vom Theresien-Gymasium Ansbach, über „Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof als Selbstversorgungswirtschaft“,

Florian Reuther vom Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg über eine „Auseinandersetzung mit ethischen Aktienfonds aus verschiedenen Perspektiven“ und schließlich

Marlene Schmidt wiederum vom Theresien-Gymasium Ansbach, mit ihrer Arbeit über „Genossenschaftliches Wirtschaften zur Steigerung des Gemeinwohls am Beispiel der Genossenschaft „Regional Versorgt eG““.

Dank gilt in erster Linie den Lehrkräften, die die Schüler an solch anspruchsvolle Themengebiete heranführen und die Arbeiten betreuen. Trotz allem ist dies aus Sicht der Stiftung Finanzbildung die positive Erkenntnisspitze, denn jeder Oberstufenschüler sollte mit finanz- und wirtschaftsökonomischem Grundwissen die Schule verlassen. Denn auch ein Arzt ist später als Praxisinhaber ein Unternehmer oder ein Künstler ein Selbstständiger, der sich vermarkten muss und seine Finanzen im Griff haben sollte.

Insofern ist es für die hochkarätige Jury des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ zum Klaus-Hildebrand-Preis wichtig, positive Impulse für das Thema Finanzbildung an Schulen zu senden. Um so mehr bedauert es Stiftungsgeschäftsführer Edmund Pelikan, mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel ein prominentes Jurymitglied 2016 zu verlieren und dankte diesem für sein erfolgreiches Wirken für die Stiftung. Dr. Goppel hat seit Beginn des Wettbewerbs diesen mit vollem Einsatz begleitet, auch um seinen Freund Klaus Hildebrand zu ehren. Dr. Goppel hatte für die Stiftung seine Kontakte in das Kultusministerium zur Verfügung gestellt, welches seit drei Jahren auf die Möglichkeit der Wettbewerbsteilnahme hinweist. 2014 konnte es sich Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler einrichten, die Ehrung persönlich vorzunehmen. Aber Dr. Goppel hat mit dem Landtagsabgeordneten und Bankkaufmann Helmut Radlmeier bereits seinen profunden Jurynachfolger eingeführt, der das Amt ab 2017 gerne übernimmt und im Sinne von Dr. Goppel weiterführt. Helmut Radlmeier wird im Kreise der weiteren Jurykollegen aus Hochschulpräsident a.D. Prof. Dr. Erwin Blum, Unternehmerin Karin Hildebrand, Versicherungsvorstand Dr. Stefan Kunowski, FNG-Vorstand Volker Weber sowie Stiftungsgeschäftsführer Edmund Pelikan herzlich aufgenommen.

Die diesjährigen Gewinner des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ werden mit dem Klaus-Hildebrand-Preis 2016 im Rahmen ihrer Abiturfeier bekanntgegeben und ausgezeichnet.

Quelle: Stiftung Finanzbildung

 

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Mischfonds sind derzeit der Renner – aber nicht ungefährlich

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Landshut, 25.05.2015 – Wenn derzeit Bankberater oder freie Finanzanlagenvermittler eine Fondsempfehlung aussprechen, sind es meist Mischfonds, die verkauft werden. 2015 waren es 38 Milliarden Euro, die in diese Assetklasse flossen. Seit Jahresbeginn bis April sind es immerhin schon wieder 2,2 Milliarden Euro. Damit sind Mischfonds nach offenen Immobilienfonds in diesem Jahr die zweitstärkste Fondskategorie. Die vermeintlichen Argumente dafür: breite Streuung sowohl in Anleihen und Aktien, Risikopuffer, lukrative Renditen. Leider sind diese Annahmen, die aus einer Vergangenheitsbetrachtung kommen, in ihrer Einfachheit schlichtweg falsch.

Die breite Streuung in ganz unterschiedliche Wertpapierarten erhöht das Risiko. Anleihen steuern in der aktuellen Niedrigzinssituation keine oder nur eine minimale Rendite in das Fondsportfolio bei. Die Anleihenkurse schwanken in dieser Marktphase ähnlich stark wie Aktien. Das bewirkt keinen Puffer, sondern steigert das Risiko. Nach dem Analysehaus Thomson Reuters Lipper notierten 705 von 895 in Deutschland angebotene Mischfonds in diesem Jahr im Minus. Und bei einem in Zukunft steigenden Zinsniveau werden die Anleihekurse überproportional fallen. Befürworter wenden hier ein, dass Zinserhöhungen auf breiter Front nicht zu erkennen sind. Das ist zwar richtig, aber bei einem Anlagehorizont von mindestens 5 bis 10 Jahren (in den meisten Beratungsgesprächen reden wir von langfristigen Anlagen), werden auch irgendwann wieder steigende Zinsen zu sehen sein. Andere Verkäufer sprechen von den derzeit immer noch attraktiven Renditen bei Mischfonds. Auch das ist richtig. Aber die Verkäufer verschweigen die eingepreisten Risiken. Ein Großteil der Renditen ist nur möglich, da der Rentenanteil durch Unternehmensanleihen dargestellt wird, mit all seinen erhöhten Risiken.

Mischfonds sind durchaus eine Anlagealternative, wenn sie in der Beratung nicht als Sicherheitspapier mit Toprenditeaussicht dargestellt werden. Wahr ist, dass in vielen Mischfonds eine hohe Volatilität versteckt ist, über die sich der Anleger nicht bewusst ist. So muss festgehalten werden, dass die gemischten Investmentfonds nur deshalb ein solcher Verkaufsschlager sind, weil die Zeichner sich nicht mit dem Anlageprodukt beschäftigen. Deutsche lieben Zinsprodukte. Leider ist diese Liebe nicht mehr zeitgemäß. Ein vernünftig gemanagter Aktiendividendenfonds oder Aktienindexfonds hat wahrscheinlich die gleichen oder sogar geringere Risiken als die umjubelte Assetgattung Mischfonds. Experten bestätigen den Eindruck, dass die Ergebnisse der Mischfonds in der Vergangenheit sich nicht mehr im aktuellen Marktumfeld wiederholen lassen werden.

Dies zeigt auch eine Studie von Feri EuroRating, die auf der Frühjahrstagung Ende April in Frankfurt vorgestellt wurde. Die Erkenntnis: Mischfonds verlieren in fallenden Märkten überproportional. Vor allem haben die Fondsanalysten aus Hamburg ermittelt, dass die Schwankungsbreite – also die maximal eintretenden Verluste – bei Mischfonds im Abwärtstrend sogar höher waren als bei reinen vergleichbaren Aktienportfolios. Das sollte schon zu denken geben. Aber wie bei allen Assets gibt es gute und schlechte Manager, die auch im Abwärtstrend ordentliche Ergebnisse gegen den Markttrend abliefern. Bei der Feri Studie waren dies MFS Meridian Funds-Prudent Wealth (ISIN LU0337786437), Nordea 1 – Stable Return (ISIN LU0227384020), ACATIS – Gane Value event Fonds UI (ISIN DE000A0X7541) und schließlich Flossbach von Storch – Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657). Alle diese Fonds sind aus der Vergleichgruppe Balanced Flexible genommen.

Resümee: Mischfonds sind nicht die oft dargestellte eierlegende Wollmilchsau, sondern eine Assetklasse mit Risiken und entsprechender Volatilität. Deshalb sollte sie nicht als sichere Bank verkauft werden. Vielleicht ist bei entsprechender Aufklärung der Anleger dann sogar eher dazu bereit, einen Aktienfonds als Alternative zu wählen.

Autor: Edmund Pelikan

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