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Category Archives: Akteure

Makroökonomie – Die Ruhe vor dem Sturm?

Olivier de Berranger

Frankfurt, 18.06.2019: Von Olivier de Berranger, Chief Investment Officer und Enguerrand Artaz, Fondsmanager La Financière de L‘Echiquier

Die Aktienmärkte schlossen die vergangene Woche ohne größeren Trend leicht im Plus. Zu Beginn der Woche hatten sie angesichts der Einigung zwischen den USA und Mexiko deutlich zugelegt. Denn am vorherigen Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump via Twitter die Aussetzung der mehrere Wochen zuvor angekündigten Zollerhöhungen verkündet, nachdem die mexikanische Regierung beim Thema Migration Zusagen gemacht hatte. Allerdings geriet der Kursanstieg aufgrund wichtiger Treffen und anhaltender Unsicherheit rasch ins Stocken.
Die größte Ungewissheit betrifft den Handelsstreit zwischen den USA und China, da weiterhin Zweifel bestehen, ob es auf dem nächsten G20-Gipfel zu einem Gespräch zwischen Xi Jinping und Donald Trump kommen wird. Nach Angaben von Larry Kudlow, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, wartet Trump nach wie vor darauf, dass sein chinesischer Amtskollege der Unterredung zustimmt. Darüber hinaus setzten beide Seiten ihre Drohungen fort, wenn auch weniger direkt als in den Wochen zuvor. China schärft seine Waffen in Sachen seltene Erden: Offiziellen chinesischen Medien zufolge könnten auch Endprodukte, die diese Rohstoffe enthalten, unter die Exportbeschränkungen für Technologieprodukte fallen. Die Beschränkungen waren in Erwiderung der Attacken auf Huawei angekündigt worden. Das Thema seltene Erden ist aus wirtschaftlicher Sicht sehr wichtig für die USA, da der riesige Technologiesektor stark von diesen Produkten abhängt. Auch aus geostrategischer Sicht ist es von Bedeutung, denn die am höchsten entwickelten Waffen der US-Streitkräfte enthalten ganz wesentlich mit seltenen Erden gefertigte Komponenten.
Donald Trump seinerseits behauptete erneut, dass zahlreiche Währungen gegenüber dem Dollar zu schwach bewertet seien, und appellierte abermals an die chinesische Zentralbank (PBoC), keine Abschwächung des Yuan unter die Marke von 7 Yuan pro Dollar zuzulassen. Daraufhin gab der Chef der PBoC, Yi Gang, zu verstehen, dass die Zentralbank den Yuan unter Umständen nicht weiter verteidigen wird. Ein Gespräch zwischen Xi Jinping und Donald Trump auf dem G20-Gipfel und dessen Ergebnisse werden demnach Tag für Tag wichtiger.
Vor dem am 28. und 29. Juni in Japan stattfindenden G20-Gipfel wird sich die Aufmerksamkeit vorerst auf die Fed-Sitzung am 19. Juni richten. Nach den sehr moderaten Äußerungen einiger ihrer Mitglieder und insbesondere ihres Vorsitzenden Jerome Powell wird auf Maßnahmen der Notenbank gelauert. Auch wenn eine Zinssenkung auf dieser Sitzung nicht auf der Tagesordnung steht, rechnen die Märkte damit, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) die Äußerungen von Powell bestätigen und einer Senkung der Leitzinsen auf der Juli-Sitzung den Weg ebnen wird. Hierzu wird es vermutlich zwar
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kommen, doch Anleger müssen weiter misstrauisch sein. Das Ausbleiben schlechter Nachrichten beim G20-Gipfel in Verbindung mit stabileren makroökonomischen Daten ist ein glaubhaftes Szenario für die nächsten Wochen, wäre aber kein wichtiger Katalysator für die Märkte. Allerdings könnte dieses Szenario die Fed von Zinsmaßnahmen im Sommer abbringen. Zweifelsohne würde ein Status quo von den Anlegern schlecht aufgenommen werden, deren Erwartungen hinsichtlich der Maßnahmen der Notenbank und ihrer Fähigkeit, in völligem Einklang mit dem Verlauf des Konjunkturzyklus zu handeln, überzogen waren.
Nach der Korrektur im Mai war in den ersten Juniwochen eine kräftige Erholung der Märkte zu beobachten. Angesichts von Ereignissen, die erhebliche Bewegungen auslösen und uns die Richtung für die nächsten Monate weisen könnten, ist vorerst Abwarten angesagt.

Quelle: GFD – Gesellschaft für Finanzkommunikation mbH

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World Gold Council: Warum die Zentralbanken der wichtigste Treiber für die Gold-Nachfrage sind

msn finanenzen: ein Beitrag von Jakob Blume Die Notenbanken von Russland und China setzen besonders stark auf das Edelmetall. Die Länder schätzen Gold vor allem als Schutz vor geopolitischen Krisen.

Die Zentralbanken haben ihre Goldreserven in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 145 Tonnen aufgestockt. Das entspricht einem Anstieg von 68 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2018, wie das World Gold Council am Donnerstag mitteilte. Damit erreichen die Notenbank-Käufe den höchsten Wert für ein erstes Quartal seit 2013.

Größter Käufer ist einmal mehr die russische Zentralbank: Sie stockte ihre Goldreserve in den ersten drei Monaten des Jahres um 55 Tonnen auf. Bereits 2018 hatte Russland die Rekord-Menge von 274 Tonnen Gold gekauft. Damit könnte Russland das fünfte Jahr in Folge mehr als 200 Tonnen Gold kaufen. „Russland führt das Rudel an“, kommentiert John Mulligan, Sprecher des World Gold Council.

Und ein Ende des russischen Kaufrauschs ist nicht abzusehen: Sergey Shetsov, stellvertretender Chef der russischen Zentralbank sagte kürzlich, es sei nötig „die Währungs- und Goldreserven weiter zu erhöhen“ angesichts der „weiterhin bestehenden Sanktionsrisiken.“

Die türkische Notenbank hat die Atempause in der Währungskrise des Landes genutzt und rund 40 Tonnen zugekauft. Auch die chinesische Notenbank ist im Dezember vergangenen Jahres nach 25-monatiger Pause erstmals wieder am Goldmarkt aktiv geworden und hat ihre Reserven seither ebenfalls um 40 Tonnen aufgestockt.

Abkopplung vom Dollar

Aus Sicht des WGC-Sprechers Mulligan verfolgen die Zentralbanken vor allem ein Ziel: Sie wollen ihre Reserven diversifizieren und die eigene Währung stärker vom Dollar abkoppeln: „Wir sehen eine konzertierte De-Dollarisierung der Hauptkäufergruppe um Russland, China, Kasachstan und der Türkei.“

Gleichzeitig seien Akteure an den Goldmarkt zurückgekehrt, die ihre Währungsreserven lange Zeit unangetastet gelassen hatten. So haben etwa Katar, Ecuador und Kolumbien nach Jahren erstmals wieder größere Mengen Gold gekauft. „Die Zentralbanken nutzen Gold für die Stabilisierung ihrer Währung und als Schutz vor geopolitischen Risiken“, sagt Mulligan.

Viele der größten Käuferländer sind zuletzt durch geopolitische Krisen gegangen: So hatten die USA im vergangenen Jahr Russland mit Sanktionen belegt und den Rubel zweitweise unter Druck gesetzt. Der Streit zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei um einen inhaftierten Pastor hatte die Währungskrise des Landes ebenfalls verschärft.

Zwischen den USA und China schwelt der Handelskonflikt weiter. Katar wiederum wird von den Nachbarländern Saudi Arabien, Ägypten und anderen Golfstaaten seit 2018 boykottiert. Das Emirat muss seine Lebensmittelversorgung seither per Flugzeug aus der Türkei und dem Iran sichern.

Die Nettokäufe der Notenbanken wären sogar noch höher ausgefallen, wenn nicht Venezuela einen großen Teil der Gold-Reserve aufgelöst hätte. Das krisengeplagte Land war mit der Citibank ein sogenanntes Swap-Geschäft eingegangen. Venezuela hatte sich Devisen geliehen und im Gegenzug 42 Tonnen Gold als Sicherheit hinterlegt. Doch dem WGC zufolge hat Venezuela die Devisen zum Ende der Laufzeit im März nicht zurückbezahlt. Daher taucht der Deal als Verkauf von venezolanischen Gold in der Statistik des Verbandes auf.

Deutsche Gold-ETFs boomen

WGC-Experte Mulligan rechnet damit, dass die Notenbankkäufe auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau bleiben werden: „Es gibt noch jede Menge Luft nach oben bei den Gold-Reserven.“ Insbesondere die Bestände der chinesischen Notenbank seien noch lange nicht auf dem Niveau von vor einigen Jahren.

Eine weitere Stütze der globalen Goldnachfrage waren Zuflüsse in physisch gedeckte Gold-Indexfonds. Je mehr Anlegergeld in diese ETFs fließt, desto mehr Gold müssen die Index-Anbieter kaufen. Im ersten Quartal waren es rund 40 Tonnen – das entspricht einem Zufluss von rund 1,9 Milliarden Dollar.

Aus Sicht von Mulligan ist vor allem der Mittelzufluss in den USA ein Zeichen dafür, dass sich Profi-Investoren taktisch für steigende Goldpreise positionieren. Auch die beiden größten deutschen Index-Fonds, Xetra-Gold und der xtrackers Physical Gold ETC verzeichneten massive Zuflüsse. Bei Xetra-Gold war es ein Plus von rund zwölf Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2018. Beim Konkurrenzprodukt der DWS betrug das Plus sogar mehr als 150 Prozent.

Dass der Goldpreis mit rund 1280 Dollar pro Feinunze derzeit schwächelt, liegt vor allem an dem hohen Goldangebot. Sowohl die Minenproduktion, als auch das Recycling sind im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres leicht gestiegen. Den Angebotsüberschuss auf dem Goldmarkt beziffert das WGC auf rund 90 Tonnen.

Quelle: www.msn.com/de-de/finanzen

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„Goldener Engel der Scheinheiligkeit“ 2019: Oxfam Deutschland 

5. April 2019/von Prometheus

Den Negativ-Preis „Goldener Engel der Scheinheiligkeit“ erhält in diesem Jahr die Organisation Oxfam Deutschland. Die Organisation erhält den zum zweiten Mal verliehenen Preis für ihre irreführende, auf Negativität und Neid basierende Kommunikation. Frank Schäffler dazu: „Man darf sich nicht auf die Logik Oxfams einlassen. Sie malen alles dunkel und schlecht.“

Prometheus legt wert darauf, dass sie die im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und insbesondere der Nothilfe stattfindende Arbeit Oxfams ausdrücklich von dem Preis ausnehmen.

Aus der Begründung:

Sie setzen auf Neid anstatt auf Motivation. Anstatt den Blick darauf zu richten, wie arme Menschen nachhaltig aus ihrer Situation herauskommen können, konzentrieren Sie sich in Ihrer Kommunikation auf Vorschläge, wie man „den Reichen“ etwas wegnehmen könnte.

„Diese Kommunikation ist in Zeiten von Fake News und wachsendem Populismus besonders gefährlich“, sagt Schäffler.

Ihre populistische Rhetorik gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Durch Ihre zugespitzten und zum Teil unsinnigen Vergleiche und plakativen Formulierungen tragen sie dazu bei, dass innergesellschaftliche Debatten an Schärfe gewinnen und unterschiedliche Gruppen gegeneinander in Stellung gebracht werden. Diese Klassenkampfrhetorik löst bestehende Probleme nicht, produziert aber neue.

Ihre Kommunikation ist unglaubwürdig. Wenn man Ihre eigenen Maßstäbe auf Ihre Organisation in Deutschland anwendet, wird klar, dass Sie selber auch nicht an diese Maximen glauben. Folgt man dieser Logik im Blick auf die Gehälter von Oxfam Deutschland, wird die Absurdität der Vergleiche deutlich:

Die Geschäftsführerin verdient an einem Tag das, was jemand in Burundi in einem Jahr verdient. Oder: Um so viel zu verdienen wie ein Bereichsleiter im Monat bekommt, müssen Menschen, die in Bangladesch zum Mindestlohn arbeiten, fünf bis sechs Jahre lang schuften. Oder: Was eine Fachliche Koordinatorin in einer Woche verdient, entspricht dem Gesamtvermögen von vier Äthiopierinnen oder 22 Malawiern. Oder: Die vier leitenden Angestellten verdienen im Jahr so viel wie 173 Haitianer. Oder: Das jährliche Personalbudget für 92 Hauptamtliche, 13 Studenten und 1 geringfügig Beschäftigten (4.462.278,60 €) ist so viel wie 11.668 ugandische Kaffeebauern-Familien in einem Jahr an Einkommen generieren.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: https://prometheusinstitut.de/goldener-engel-der-scheinheiligkeit-2019-oxfam-deutschland/

Quelle: prometheusinstitut.de

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Nils Hesse Wirtschaftsthemen verständlich vermitteln

Wie schreibe ich verständlich?

Verständliche Texte öffnen die Tür zu interessierten Lesern und interessanten Karrieremöglichkeiten.

1. Für den Leser schreiben

Die wichtigste Regel auf dem Weg zu verständlichen Texten: Schreib nicht für dich, schreib für die Leser. Dazu musst du deinen typischen Leser kennen, seine Interessen, sein Vorwissen, seine Wünsche.

2. Eine Kernbotschaft transportieren

Dein Text braucht genau eine spannende Kernbotschaft, die möglichst aktuell und ungewöhnlich ist oder den Leser persönlich betrifft. Die Kernbotschaft gibt die Richtung für deinen Text vor. Jede Frage, die du beantwortest, sollte einen direkten Bezug zur Kernbotschaft haben.

3. Rotem Faden folgen

Dein Text braucht eine spannende Überschrift, einen anregenden Einstieg, eine klare innere und äußere Ordnung und einen letzten Absatz, der die Kernbotschaft verfestigt, den Erzählstrang schließt und dem Leser Emotionen oder offene Fragen mit auf den Weg gibt.

4. Die richtigen Wörter

Nutze kurze, schlichte, konkrete und lebhafte Wörter. Die meiste Kraft steckt in alten Einsilbern wie Geld und Geiz, Hass und Neid, Wut und Gier, Hab und Gut. Benenne die kleinste Einheit und beschreibe sie anschaulich. Nutze starke Verben und verzichte auf Füllwörter, Nominalstil (Wörter

die mit „ung“, „heit“ und „keit“ enden), Sprachklischees, Floskeln, Binsenweisheiten, Modewörter, Bürokratendeutsch, Doppelungen, zu viele Adjektive, Adverbien und Anglizismen.

5. Die richtigen Sätze

Die richtigen Wörter gehören in die richtigen Sätze. Nutze vor allem Hauptsätze und nur sparsam Nebensätze und verzichte auf Schachtelsätze. Jeder Gedanke hat einen eigenen Satz verdient. Alles, was zusammengehört, sollte auch zusammenbleiben: Subjekt und Prädikat; die beiden Hälften

des Verbums; Artikel und Substantiv; ein Hauptsatz; ein Gedanke.

6. Die richtigen Anreize

Um aus einem soliden Text einen hervorragenden Text zu machen, brauchst du zusätzliche Anreize: Direkte Ansprache, prägnante Zitate, konkrete Beispiele, anschauliche Bilder, anregende Fragen, provokante Thesen, leicht verdauliche Zahlen, übersichtliche Abbildungen, eine Prise Humor und vor allem packende kleine Geschichten.

7. Zahlen plastisch machen

Einer nackten Zahl sieht man selten an, ob Sie korrekt erhoben und korrekt wiedergegeben wurde. Sie braucht seriöse Quellen, eine möglichst aktuelle Datumsangabe und eine verständliche Einordnung. Setze Zahlen nur dosiert ein, interpretiere und übersetze sie, etwa indem du zu einer großen Hektarzahl schreibst, wie viele Fußballfelder diese Zahl entspricht.

8. Die richtige Kontrolle

Verständliche schreiben ist gut, den Text richtig kontrollieren besser. Dazu musst du Abstand zu deinem Text gewinnen: Zeitlich, örtlich, förmlich. Drucke den Text nach einigen Tagen oder Wochen Pause aus und lies ihn nicht am Schreibtisch Korrektur. Am meisten Abstand haben Testleser. Ihre Rückmeldung solltest du ernstnehmen, auch wenn es mitunter schwerfällt.

Folgende Fragen helfen bei der Korrektur:

• Was ist die Kernbotschaft?

• Kann der gedachte Leser den Text verstehen?

• Sind die Argumente klar und verständlich?

• Wo können Absätze oder Zwischenüberschriften eingefügt, wo Wörter hervorgehoben werden?

• Gibt es präzisere, treffendere oder anschaulichere Formulierungen?

• Welche Wörter und Sätze können gestrichen werden, ohne den Sinn zu verstellen?

• Welche ung-Wörter und Passivkonstruktionen können aufgelöst werden?

• Welche Schachtelsätze können entschachtelt werden?

• Gibt es angemessen viele Beispiele und Bilder im Text?

• Stimmen die Verweise im Text oder haben sich Kapitelnamen, Überschriften, Nummerierungen und Seitenzahlen geändert?

Weitere Tipps und zahlreiche Beispiele, wie man im Job mit Texten überzeugt, gibt euch Nils Hesse in seinem Buch „Wirtschaftsthemen verständlich vermitteln“.

Originalbeitrag: www.karriereboost.de

Quelle: Prospero GmbH Presse-und Öffentlichkeitsarbeit



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Finanzberatung nach klaren Regeln Entwurf für die DIN 77230 „Basisanalyse der finanziellen Situation von Privathaushalten“ veröffentlicht


Initiator und Obmann des Normausschusses, der die DIN 77230 erarbeitet hat: Dr. Klaus Möller, Vorstand bei DEFINO Institut für Finanznorm AG. Bild: Defino

Berlin, 08.06.2018. Die DIN-Norm 77230 „Basisanalyse der finanziellen Situation von Privathaushalten“ soll zu einer objektiven Finanzberatung nach klaren Vorgaben beitragen. Etwa 40 Vertreter von Banken, Versicherungen, Finanzberatungsunternehmen, Prozessentwicklern, aus der Wissenschaft und von Verbraucherseite haben den Entwurf gemeinsam erarbeitet. Bis zum 8. August 2018 kann diesen jeder auf https://www.din.de einsehen und kommentieren. Jeder Hinweis wird von DIN geprüft und kann in das finale Dokument einfließen – nach Abschluss der Einspruchsphase soll die Norm voraussichtlich im vierten Quartal 2018 veröffentlicht werden.

Für objektive Empfehlungen Welche Versicherungen hat der Kunde? Gibt es finanzielle Rücklagen? Was empfiehlt sich für die Altersvorsorge? Diese und weitere Fragen können Berater im Gespräch mit Kunden dank DIN-Norm nach einem festgelegten Prozess klären. „Mit einer Finanzanalyse nach DIN 77230 lassen sich messbare, objektive und am individuellen Bedarf ausgerichtete Empfehlungen geben“, erklärt Dr. Klaus Möller, Initiator und Obmann des Normenausschusses, der die DIN 77230 erarbeitet hat. Der standardisierte Prozess hilft dabei, die finanzielle Situation von Privathaushalten in den Bereichen Sach-/Vermögensrisiken, Vorsorge und Vermögensplanung zu erfassen und zu bewerten. Berater haben für das Gespräch mit dem Kunden so zudem eine nützliche Orientierungshilfe. Verbraucher können sich dank DIN 77230 auf nachvollziehbare und unabhängige Ergebnisse verlassen: Wird nach Norm gearbeitet, ist das Ergebnis der Analyse immer vergleichbar, egal welcher Berater diese vorgenommen hat.

Erfahrungen mit DIN SPEC 77222 berücksichtigt Der Norm-Entwurf basiert auf der DIN SPEC 77222 „Standardisierte Finanzanalyse für den Privathaushalt“. Die Spezifikation wird bereits seit 2014 von Banken, Versicherungen und Finanzberatern zur Beratung verwendet. Der nun veröffentlichte Entwurf für die Norm geht inhaltlich noch einen Schritt weiter: „Die Erfahrungen, die Anwender mit der DIN SPEC gemacht haben, sind in die DIN 77230 eingeflossen, die Norm ist deshalb noch näher dran an den Bedürfnissen der Branche. Außerdem sind neue Themen wie „Zinsänderungsrisiko bei Immobilienfinanzierungen“, „Schaffung von Startkapital für die Ausbildung“ sowie „Schaffung von Eigenkapital für den Erwerb von eigengenutztem Wohneigentum“ hinzugekommen. Wir empfehlen deshalb, sich an der DIN 77230 zu orientieren, sobald der finale Standard veröffentlicht ist“, sagt Dr. Klaus Möller. Hinzu kommt: Im Gegensatz zu einer DIN SPEC, die in kleineren Arbeitsgruppen und ohne Konsenspflicht entsteht, wird eine DIN-Norm von allen interessierten Kreisen gemeinsam erarbeitet. Normen genießen in den jeweiligen Branchen deshalb in der Regel einen höheren Stellenwert und eine größere Akzeptanz.

Quelle: DIN e.V.

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Fonds: Vermögensaufbau für jeden Geldbeutel

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Frankfurt, 20. November 2018 – Fonds sind keine Erfindung der Neuzeit. Es gibt sie in Deutschland schon seit über 60 Jahren. Doch noch immer hält sich das Vorurteil, Fonds seien nur etwas für Vermögende. Das rührt meist daher, dass die Bezeichnung „Investmentfonds“ fälschlich mit der „Vermögensverwaltung“ für Reiche gleichgesetzt oder mit dem Investmentbanking von Großbanken verwechselt wird. Fonds gibt es aber für jeden Geldbeutel – viele sind sogar sparplanfähig und ab 25 Euro pro Monat zu haben. Auch mit den Produkten aus dem Investmentbanking haben Fonds nichts zu tun. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der im BVI organisierten Fondsgesellschaften hin.

Fonds funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Indem sie das Geld vieler Kleinsparer bündeln und breit anlegen, kann jeder Einzelne schon mit kleinen Beträgen an der Entwicklung von Unternehmen und Immobilien weltweit teilhaben. Die Streuung des Vermögens in unterschiedliche Branchen, Länder und Kapitalmärkte verteilt dabei die Risiken. Außerdem werden die Gelder der Anleger in der Regel als Sondervermögen verwahrt – getrennt von der Bilanz der Fondsgesellschaft. Das macht Fonds insolvenzsicher.

Fonds werden streng reguliert Die Fondsgesellschaft handelt außerdem immer treuhänderisch im Interesse des Anlegers. Das ist auch der Grund, weshalb Sparer über kaum ein anderes Finanzprodukt so umfangreich und regelmäßig informiert werden wie über Fonds. Bereits vor dem Kauf können sie verschiedene Fonds leicht mittels der so genannten „Wesentliche Anlegerinformation“ vergleichen. Diese enthalten alle wichtigen Informationen zu Anlagezielen, Risiko, Kosten und zur Wertentwicklung in der Vergangenheit.

Wer sich für Fonds interessiert, kann sich auf den Webseiten des jeweiligen Anbieters unter anderem über die aktuelle Aufteilung des Fondsvermögens und die größten Positionen des Fonds informieren. Die aktuelle Wertentwicklung finden Anleger im Internet und in Tageszeitungen. Zusätzlich veröffentlichen Fonds halbjährlich Berichte über ihre Käufe und Verkäufe.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Manangement e.V.

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Weltspartag 2018: Regional große Unterschiede beim Sparverhalten

Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management

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Frankfurt, 25. Oktober 2018 – In diesem Jahr findet der Weltspartag am 30. Oktober statt. Seit 1925 finden an diesem Tag rund um den Globus viele Aktionen zur Förderung des Spargedankens statt. Waren die finanziellen Mittel bei vielen Menschen in früheren Zeiten zu gering, um überhaupt etwas auf die hohe Kante zu legen, ist Sparen heutzutage weit verbreitet: 81 Prozent von 2.097 befragten Deutschen gaben im Rahmen des Income-Barometers 2018 von J.P. Morgan Asset Management an, mindestens ein Sparprodukt zu nutzen. Interessante Ergebnisse förderte dabei die Auswertung nach Regionen zutage. Demnach gibt es zum Teil erhebliche regionale Unterschiede im Sparverhalten der Deutschen. Die Auswertung wurde anhand von acht Regionen vorgenommen: Neben Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen werden in der Region Nord-West Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammengefasst, in der Region Nord-Ost Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, die Region Mitte-West umfasst Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland und die Region Mitte-Ost Thüringen und Sachsen – so lassen sich deutschlandweit aussagefähige Daten vergleichen.

Sparbuch in allen Regionen die am häufigsten genutzte Sparform

Das Sparbuch ist deutschlandweit die beliebteste Sparform und wird mit 52,7 Prozent von jedem Zweiten genutzt. Die fleißigsten Sparer sind dabei in Baden-Württemberg zu finden, wo 59,9 Prozent ein Sparbuch besitzen – in Berlin wird es dagegen nur von 38,5 Prozent und somit im Vergleich am wenigsten genutzt. Die zweitbeliebteste Sparform der Deutschen ist mit 37,7 Prozent die Lebens- oder Rentenversicherung. Doch auch hier gibt es zum Teil große regionale Unterschiede: In Bayern sind diese Versicherungsprodukte mit 43,3 Prozent besonders beliebt, in Berlin mit 27,0 Prozent im Regionalvergleich am wenigsten. Während auch Tages- oder Festgelder die meisten Anhänger in Bayern haben (40,2 Prozent), nutzen in der Region Nord-West nur 19,8 Prozent diese Anlageform.

Das Income-Barometer zeigt auch: Trotz inzwischen zehn Jahren Niedrigzinsumfeld mit immer geringeren Erträgen für Spareinlagen sind bislang viele Deutsche noch nicht vom Sparer zum Anleger geworden. So nutzen bislang lediglich 21,4 Prozent der befragten Deutschen die Ertragskraft des Kapitalmarkts – am häufigsten in Baden-Württemberg mit 40,1 Prozent, die wenigsten Anleger sind mit 15,4 Prozent in der Region Nord-Ost zu finden. Auch Anleger in Investmentfonds sind am häufigsten in Baden-Württemberg vertreten (29,4 Prozent), Schlusslicht ist mit lediglich 9,7 Prozent die Region Nord-Ost. Beim Thema Aktienbesitz kommen sogar nur drei Regionen auf einen zweistelligen Anteil: Baden-Württemberg (17,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (11,0 Prozent) sowie die Region Mitte-Ost (10,4 Prozent).

„So erfreulich es ist, dass die Deutschen auch im Niedrigzinsumfeld dem Spargedanken die Treue halten, bleibt doch das Wie des Sparens ganz entscheidend für den Anlageerfolg“, betont Christoph Bergweiler, Leiter Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland bei J.P. Morgan Asset Management. Denn interessanterweise sind Kapitalmarktanlagen, die trotz Niedrigzinsumfeld weiterhin Ertragchancen bieten, besonders häufig in Regionen mit eher hohem durchschnittlichem Haushaltseinkommen vertreten, wie etwa in Baden-Württemberg. „Anscheinend wird das Sparbuch nach wie vor als Basis-Sparform angesehen – Kapitalmarktinvestments wie Fonds oder Aktien werden zumeist erst dann hinzukommen, wenn ausreichend liquide Mittel vorhanden sind“, erklärt Bergweiler. Dies sei allerdings gerade im aktuellen Umfeld wenig erfolgversprechend: „Wer überwiegend oder sogar ausschließlich auf kaum verzinste Spareinlagen setzt, erleidet angesichts der Inflationsrate von zuletzt mehr als 2 Prozent einen realen Wertverlust, unterstreicht Bergweiler.

Unzufriedenheit mit Anlageergebnis vor allem in östlichen Regionen

Angesichts der mageren Erträge ihrer Spareinlagen sind zwei Drittel der Deutschen nicht mit deren Entwicklung zufrieden. Besonders groß ist die Enttäuschung dabei im Osten: In der Region Nord-Ost gaben 78,9 Prozent der Befragten an, nicht mit den Sparerträgen zufrieden zu sein, gefolgt von den Menschen in der Region Mitte-Ost mit 75,3 Prozent. Am wenigsten ärgern sich dagegen die Sparer in Baden-Württemberg über die Entwicklung ihrer Sparerträge – dort gaben „nur“ 58,6 Prozent der Befragten an, enttäuscht zu sein. „Die Unzufriedenheit der Deutschen mit ihrem Sparergebnis ist signifikant. Ganz gleich in welcher Region, es sind jeweils weit über die Hälfte der Sparer unzufrieden, in den östlichen Landesteilen sogar drei Viertel der Sparer. Dies dürfte sicherlich auch mit der geringen Nutzung von Kapitalmarktanlagen zusammenhängen“, erklärt Christoph Bergweiler.

Grafik zur Zufriedenheit mit Sparverträgen finden Sie hier:

Als einen Grund für den Nicht-Besitz von Wertpapieren wie Investmentfonds, Aktien oder Anleihen gaben viele Deutsche an, nicht ausreichend verfügbare finanzielle Mittel dafür zu besitzen: Im Durchschnitt aller Deutschen sind dies 42,6 Prozent, von 40,0 Prozent im Nord-Westen bis 48,2 Prozent in der Region Mitte-Ost. Ein weiterer Hinderungsgrund ist die persönliche Einschätzung, das Thema nicht gut genug zu verstehen. Im Bundesdurchschnitt sind 34,0 Prozent dieser Meinung, wobei mit 43,9 Prozent am häufigsten die Befragten in Bayern mangelndes Verständnis ins Feld führten, während dies nur 26,2 Prozent der Befragten in der Region Mitte-Ost so sehen. Und für 27 Prozent der Deutschen ist die Angst vor Schwankungen und damit verbundenen Verlusten ein Hinderungsgrund für ein Investment in Wertpapieren – am häufigsten fürchten dies mit 35,9 Prozent die Sparer in der Region Nord-Ost, am wenigsten die Befragten in der Region Mitte-Ost mit 23,1 Prozent.

„Es gibt nach wie vor große Wissenslücken über Kapitalmärkte und einfache Anlagelösungen, und so stehen viele Deutsche mit ihrer Geldanlage auf verlorenem Posten. Doch angesichts steigender Lebenserwartung und sinkender Renten ist es umso wichtiger, die Portfolios für die Realitäten des heutigen Zinsumfelds zu präparieren. Dazu gehört auch, die Geldanlage so zu planen, dass auf lange Sicht Anlageziele erreicht werden können“, unterstreicht Bergweiler und führt aus: „Gerade rund um den Weltspartag gilt es sich zu verdeutlichen, dass es heute nicht mehr möglich ist, mit reinen Spareinlagen den niedrigen Zinsen zu trotzen. Um heute ein attraktives Ertragsniveau zu erreichen ist es vielmehr notwendig, etwas mehr Risiko bei der Geldanlage einzugehen und Kapitalmarktinvestments einzubeziehen. Denn bei der langfristigen Anlage gleichen sich Marktschwankungen aus und der Zinseszinseffekt kann seine Kraft entfalten“, betont Bergweiler.

Befragte sparen angesichts der niedrigen Zinsen eher weniger als mehr

In Folge der stark verbreiteten Nutzung von niedrig verzinsten Sparformen wie Sparbuch oder Tages- und Festgeld wäre es eigentlich sinnvoll, die Sparbemühungen auszuweiten. Doch im Durchschnitt aller Befragten gaben nur 1,3 Prozent an, dass sie angesichts der niedrigen Zinsen mehr sparen. Mit 2,5 Prozent liegen die Baden-Württemberger dabei noch etwas über dem Durchschnitt. Weniger sparen im Durchschnitt aller Regionen 22,4 Prozent der Deutschen – wobei die Befragten in der Region Nord-Ost mit 31,0 Prozent ihre Sparbemühungen überdurchschnittlich zurückgefahren haben. Eine Alternative in Form von ertragstärkeren Investmentprodukten haben sich dagegen nur 5 Prozent der Befragten gesucht, wobei wieder die Sparer in Baden-Württemberg besonders aktiv waren.

Besonders unverständlich erscheint in diesem Zusammenhang das Ergebnis auf die Frage, in welche Anlageklassen beziehungsweise welche Arten von Finanzprodukten die Befragten in den kommenden 12 Monaten mehr investieren würden. Im Durchschnitt aller Regionen liegt hier trotz der hohen Unzufriedenheit mit der Ertragssituation das Sparbuch mit 29,2 Prozent vorne, wobei die Sparer in NRW besonders hartnäckig sind (34,9 Prozent), während die Baden-Württemberger (17,9 Prozent) am wenigsten darauf setzen wollen. Grundsätzlich zeigt sich bei dieser Frage aber auch die große Verunsicherung der deutschen Sparer – jeder zweite Deutsche hatte hier „weiß nicht“ angegeben.

Angesichts dieser Verunsicherung betont Christoph Bergweiler, wie wichtig und sinnvoll finanzielle Bildung und seriöse Anlageberatung sind: „Es ist im aktuellen Umfeld essenziell, vom Sparer zum Anleger zu werden, statt tatenlos zuzusehen, wie das Ersparte immer weniger wird“, führt er aus. „Eine einfache, flexible und bequeme Lösung – nicht nur für Anlageeinsteiger – bieten breit gestreute Mischfonds, die dazu beitragen können, regelmäßige Erträge zu generieren und gleichzeitig Schwankungen und Risiken zu minimieren. Sie ermöglichen bereits mit kleinen Einzahlungen, beispielsweise im Rahmen von Sparplänen, ganz einfach erste Schritte bei der Wertpapieranlage.“ Ein weiterer Vorteil des Sparplans ist laut Bergweiler, dass sich typische Anlegerfehler vermeiden lassen. „Aufgrund der festen Sparrate kann der so genannte Cost-Average-Effekt der Durchschnittskosten greifen: Da die Geldanlage über einen längeren Zeitraum erfolgt, verteilt sich das Risiko besser, denn bei fallenden Kursen erwirbt man mehr und bei steigenden Kursen entsprechend weniger Anteile. So lässt sich das Problem des ‚Market-Timings‘, also des richtigen Einstiegszeitpunktes, vermeiden und für die Fondsanleger werden die gefürchteten Marktschwankungen noch weniger relevant. Und dass der Betrag regelmäßig vom Konto abgebucht wird, sorgt für Spardisziplin – nicht nur zum Weltspartag“, so Bergweilers Fazit.

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

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Weniger Machtzuwachs für EU-Finanzaufsicht

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Frankfurt, 15. Juni 2018 – In die Reform der europäischen Aufsichtsbehörden kommt Bewegung: Die bulgarische Ratspräsidentschaft hat heute den EU-Mitgliedstaaten vorgeschlagen, die Wertpapieraufsicht ESMA nicht mit der Überwachung von europäischen langfristigen Investmentfonds (ELTIFs), Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEFs) und Risikokapitalfonds (EuVECAs) zu betrauen.

Stattdessen will sie diesen Passus aus dem Entwurf der EU-Kommission komplett streichen. „Der Vorschlag der Ratspräsidentschaft ist ein positives Signal“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI. „Wir sehen eine direkte Aufsicht der ESMA über Fonds kritisch. Sie würde nur zu einer unnötigen Doppelaufsicht durch nationale Behörden und der ESMA führen und die Kosten für die Anleger in die Höhe treiben.“

Der BVI warnt zudem vor einer Übertragung weiterer Aufsichtskompetenzen für Fonds an die ESMA: „Sobald die ESMA die Aufsicht über bestimmte Fondstypen erhalten hat, ist der Weg zur direkten Beaufsichtigung von OGAWs und AIFs nicht mehr weit“, so Richter. „Damit wären Kompetenzkonflikte zwischen der ESMA und den nationalen Aufsichtsbehörden programmiert.“ Da die nationalen Behörden ihre jeweiligen Heimatmärkte besser kennen als die ESMA, müsse die Produktaufsicht bei den nationalen Aufsichtsbehörden bleiben, so Richter weiter. Er appelliert daher an den Rat, dem Vorschlag der Ratspräsidentschaft zu folgen und ihn als Position in die Verhandlungen einzubringen.

Kritisch sieht der BVI darüber hinaus die Pläne der EU-Kommission, der ESMA mehr Kontrolle über wesentliche Auslagerungen in Drittstaaten zu geben.

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Managemente.V., Pressemitteilung vom 15. Juni 2018

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Vorsicht in Bulgarien – No-Go Area für Investoren?

Landshut, 18. Juni  2018Bulgarien gilt für Investoren als gefährliches Pflaster. Großen Chancen stehen staatliche Willkür, Korruption und fehlende Vertragstreue gegenüber.

Am folgenden Beispiel aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien wird dies sehr deutlich. Lesen und staunen Sie, was uns der Projektierer berichtet:

Das bulgarische Erneuerbare-Energien-Gesetz (Art. 31) sieht vor, dass der öffentliche Versorger und die Endlieferanten Strom aus erneuerbaren Quellen (EEG) kaufen, wie von der Kommission für Energie- und Wasserregulierung (KEVR) festgelegt. Dies basiert auf langfristigen Kaufverträgen für 20 Jahre bei Solarstrom. Die Kontrolle der Erfüllung dieser Verpflichtungen erfolgt durch die KEVR, theoretisch wenigstens.

Die Endlieferanten ( hier EVN Bulgaria, 100 %ige Tochter der mehrheitlich staatlichen Energieversorgung Niederösterreich AG) verkaufen die Mengen an Strom, die sie gemäß Art. 31 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von den  Stromproduzenten erhalten zu dem Preis, zu dem sie den Strom erworben haben (Art. 94 EnWG). Die Kosten für Vorzugspreise für Energie aus erneuerbaren Quellen werden auf die Endverbraucher umgelegt. So die Theorie.

In unserem Fall war vertraglich mit Verträgen vom 30.9 und 18.11.2013 vereinbart, dass der zuständige Energieversorger EVN Bulgaria Elektrosnabdyavane EAD, Tochterunternehmen der EVN Österreich – vom Anlagenbetreiber / Pächter Finikal EOOD den Strom abnimmt. Mitunterzeichnet hatte die Firma SIUS OOD, der Verpächter und Eigentümer der Anlage. Eigentlich wäre nun EVN Bulgaria verpflichtet, den produzierten Strom zum gesetzlich festgelegten Preis zu erwerben und an Finikal EOOD zu bezahlen.

Finikal im Gegenzug müsste die Netzzugangsgebühr an die EVN zahlen, die sie weiterleitet und die 20 % Mehrwertsteuer unverzüglich mit Rechnungsstellung abführen. Und natürlich muss Finikal die mit der Pacht und den Betrieb der Anlage verbundenen Kosten tragen. So die Theorie weiter.

Die Praxis sieht leider anders aus:

Im Mai 2015 hat die EVN die Zahlung für Strom, der von der SIUS EOOD PV Anlage produziert und von Finikal EOOD geliefert wurde, ausgesetzt. Sie sei angeblich nicht sicher, ob der Pachtvertrag rechtsgültig sei, wobei dies ein eher vorgeschobener wegen des rechtsgültigen Einspeisevertrages Finikal – EVN Bulgaria irrelevanter Einwand ist.

Gleichzeitig aber wurde durch die EVN Electric Distribution EAD Bulgaria die Rechnungsstellung und Erhebung der Netzzugangsgebühr an Finikal EOOD nicht eingestellt, sondern im Gegenteil bei Nichtzahlung mit der Abschaltung der Anlage gedroht. Die EVN Bulgaria führte weder die Mehrwertsteuer ab, was auch der Käufer in Bulgarien könnte, noch verzichteten sie auf die Geltendmachung der Vorsteuer.

Der (fehlende) Rechtsschutz

Am 04.04.2016 reichte Finikal EOOD über deren Rechtsanwalt eine Beschwerde bei der Energieregulierungsbehörde KEVR ein, die sich jedoch weigerte , über die EVN  Zahlungspflicht von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu entscheiden, bestätigte  aber im Gegenzug die Notwendigkeit der Zahlung von Netzzugangsgebühren  durch  Finikal EOOD.

So haben sich bis September 2017 Verbindlichkeiten von Finikal EOOD gegenüber der Elektrizitätsversorgungsgesellschaft (Netzzugangsgebühr), gegenüber dem Finanzamt – Mehrwertsteuer für Stromverkauf, der ja nicht bezahlt wurde – und den Gebühren für die Stromerzeugung in Höhe von mehreren hunderttausend EURO angesammelt , die teilweise aus privaten Rücklagen bezahlt wurden.

Zwischenergebnis

Das Unternehmen Finikal EOOD erhielt trotz monatlicher EVN Stromabrechnung und Rechnungsstellung von Finikal EOOD an EVN Bulgaria keine Zahlungen für den gelieferten Strom, erfüllt jedoch in gutem Glauben seine gesetzlichen Verpflichtungen für Herkunftsnachweise von EEG-Strom an die Agentur für nachhaltige Energieerzeugung, Zahlung von Eigenverbrauchsstrom und von Netzzugangsgebühr jeweils an EVN Bulgaria.

Ein Lichtblick?

Mit Beschluss Nr. G-272 vom 25.07.2017 nunmehr erlassen durch die Energie – und Wasserregulierungskommission (KEVR) wurde EVN Bulgaria aufgefordert, innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt des Beschlusses die Rechnungen von Finikal EOOD zu bezahlen, den ordnungsgemäßen Status des dreiseitigen Vertrages herzustellen und innerhalb von zehn Tagen nach Ausführung des Beschlusses KEVR über den Vollzug zu benachrichtigen. In seiner Begründung führte KEVR aus, dass ein Verstoß gegen die gesetzliche Verpflichtung der EVN Bulgaria  vorliegt, der sich aus der zwingenden Rechtsnorm des Art. 31 der ZEVI ergibt, und die Dauer der Verpflichtung wird durch den dreiseitigen Vertrag vom 18.11.2013 rechtskonform festgelegt.

Die KEVR hatte zwar unmissverständlich festgestellt, dass die Aussetzung der Stromzahlung durch die EVN Bulgaria an Finikal EOOD seit Mai 2015 rechtswidrig war, weil „ab dem Zeitpunkt, zu dem der Schuldner die Übertragung der Forderung erhält (dreiseitiger notarieller Vertrag 18.11.2013), eine Leistungspflicht  zugunsten des neuen Gläubigers (Finikal EOOD) besteht”, so die KEVR Ausführungen wörtlich.

Nach dem Inkrafttreten der Entscheidung der KEVR ist die EVN Bulgaria ihrer gesetzlichen Verpflichtung mit den laufenden Stromzahlungen an Finikal EOOD  ab  August 2017 zwar nachgekommen, für die Stromlieferungen aus dem Zeitraum  Mai 2015 bis  Juli 2017 verweigerte EVN Bulgaria weiterhin die Zahlung und behauptete fälschlicherweise, dass die KEVR die Zahlungsverpflichtung für diesen Zeitraum nicht angewiesen hatte. Für die überfälligen Steuerzahlungen beanspruchte die Steuerbehörde die in der Winterzeit üblicherweise geringeren Stromerlöse vollständig.

Fehlender effektiver Rechtsschutz

Mit einem Schreiben an KEVR und einer Kopie dieses Schreibens an die EVN Bulgaria zeigte Finikal der KEVR nochmals auf, dass EVN nur teilweise der Anordnung und der gesetzlichen Zahlungspflicht nachgekommen ist. Laut Gesetz muss die Zahlung monatlich regelmäßig erfolgen, und es handelt sich bei Nichtzahlung nicht nur um eine Verletzung eines einzelnen Verwaltungsaktes. Man hatte gehofft, dass die KEVR ihre öffentlich-rechtlich zugewiesenen Verpflichtungen umsetzen würde. Finikal hat zudem ein Verfahren gegen die EVN Bulgaria nach Art. 77 , Verordnung 3 über die Genehmigung von Aktivitäten im Energiesektor in Verbindung mit Art. 59 des Energiegesetzes eingeleitet, um die wiederholten andauernden Rechtsbrüche zu sanktionieren. Dies können finanzielle Sanktionen oder aber auch der Entzug der EVN-Lizenzrechte aufgrund der Verletzung der Ziele und Grundsätze des Energiegesetzes und des systematischen Verstoßes des Lizenznehmers gegen die Verpflichtungen aus der Lizenz und dem Bulgarischen Gesetz sein. EVN hat ja vom Staat die Lizenz erhalten.

Bis heute liegt von KEVR keine Antwort vor. Statt einer Antwort von KEVR erhielt Finikal aber einen aus Sicht der Betroffenen spöttisch-arroganten Brief. Nr. 3889-7 / vom 28.09.2017 von EVN Bulgaria mit einer Kopie an KEVR, in dem EVN Bulgaria mitteilt, dass sie trotz der klaren Anweisung der Aufsichtsbehörde ihre gesetzlichen Verpflichtungen auf dem regulierten Energiemarkt nicht erfüllen will.

Es geht noch schlimmer
In einer neuerlichen gerichtlichen Anhörung am 11. Juni 2018 haben EVN Bulgaria und KEVR jetzt völlig überraschend ein Protokoll 101 vom  08.06.2018 vorgelegt, mit dem die KEVR ohne Angabe von Gründen und ohne vorherige Anhörung der Finikal die Entscheidung Nr. G-272 vom 25.07.2017 „zurückzieht“.

In einer merkwürdigen Einstimmigkeit wollen scheinbar das Monopolunternehmen EVN Bulgaria und KEVR gemeinsam den Fall zum Schaden von Finikal EOOD beenden. Hintergrund für diese Handlungsweise ist vermutlich nach vertraulichen Informationen das persönliche Interesse von namentlich bekannten mutmaßlich korrupten Politikern und einem ehemaligen Richter des Obersten Justizrats von Bulgarien, der wegen Korruptionsverdacht aus seinem Amt entlassen wurde. Wie soll ein aufstrebendes Land die Möglichkeit haben sich zu entwickeln, wenn Politiker in einer so rechtswidrigen Art eingreifen.

Von der Entscheidung profitiert die EVN Bulgaria, deren Ziel es vermutlich ist, nach Aushungern der Finikal die der Finikal geschuldeten Beträge gewinnerhöhend auszubuchen. Man könnte das natürlich als Unterstellung werten oder als Einzelfall, wie Herr Mag. Szyszkowitz in der letzten Hauptversammlung  von zwei Bußgeldfällen in Bulgarien erzählte, weil man Zähler rechtswidrig getauscht habe.

Die EVN schreibt zwar im Konzerngeschäftsbericht 2016/17 auf S. 55 vollmundig:

„Ethik und Integrität –  Im Verhaltenskodex der EVN sind all jene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit verankert, die Menschenrechte, Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Er umfasst Unternehmensgrundsätze, die über geltendes Recht hinausgehen, und legt Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter des Konzerns fest. Verlässlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Qualität im Umgang mit internen und externen Partnern sind dabei die zentralen Leitlinien.“

Interessanter als diese scheinbar nicht gelebten Grundsätze sind aber die auf S. 57 im gleichen Bericht versteckten Angaben:

„Im Jahr 2013 hat die bulgarische Wettbewerbskommission (CPC) ein Verfahren gegen die EP Yug (vormals EVN Bulgaria EP), die EVN Bulgaria EC, die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria eingeleitet, um mögliche Verletzungen gesetzlicher Bestimmungen zu bewerten. Gegenstand des Verfahrens war der Vorwurf unzureichender Unterstützung bzw. der Behinderung des Registrierungsprozesses auf dem freien Markt sowie des Lieferantenwechsels durch Kunden. Mit Entscheidung vom 29. Juni 2017 stellte die CPC das Verfahren gegen die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria ein, das Verfahren gegen die EP Yug und die EVN Bulgaria EC ist weiterhin anhängig.

Im Jahr 2016 eröffnete die CPC ein weiteres Verfahren gegen die EP Yug, die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria. Die Vorwürfe in diesem zweiten Verfahren decken sich im Wesentlichen mit jenen des im Jahr 2013 eröffneten. Zudem wurden gegen die EVN Bulgaria EC und die EP Yug acht weitere Verfahren vor der bulgarischen Wettbewerbskommission eröffnet. Sie zielen darauf ab, mögliche Verstöße gegen Artikel 15 (ungesetzliche Vereinbarungen, Beschlüsse und konzertierte Praktiken) und Artikel 21 (Missbrauch eines Monopols oder einer kontrollierenden Marktposition) des bulgarischen Wettbewerbsrechts zu bewerten.“

Also gab es da insgesamt zehn Verfahren gegen zwei EVN-Töchter wegen Behinderung des freien Marktes und Kartellverstößen. Aber auch mit der KEVR in Bulgarien hat man Probleme, wobei laut dem Vorstandsvorsitzenden Szyszkowitz genau zwei Verfahren den Zählertausch betrafen (Aussage in der letzten HV). Wieder auf S. 57 kann man lesen:

„Der bulgarische Regulator hat bei der EP Yug Untersuchungen wegen diverser Verstöße durchgeführt.“ Die meisten (2) dieser Verfahren betreffen Verstöße gegen Vorgaben für Protokolle über den Ersatz kommerzieller Zähler. Die behaupteten Verstöße bestehen z. B. im Fehlen von Unterschriften der Kunden, Zeugen oder Mitarbeiter der EP Yug. Als Ergebnis der Prüfung hat der Regulator bisher in 304 Fällen Geldbußen in Höhe von umgerechnet rund 3,1 Mio. Euro verhängt. Die EP Yug hat vor den zuständigen bulgarischen Gerichten Berufung gegen diese Geldbußen eingelegt. Bislang wurden 124 Verurteilungen (rund 1,3 Mio. Euro) aufgehoben und 172 Verurteilungen (rund 1,8 Mio. Euro) bestätigt.“

Sieht man vom Zählertausch ab also 170 rechtskräftige Geldbußen über zusammen 1,8 Mio. Euro. Die Bußen wurden, mit zustimmendem Nicken der Aufsichtsratsvorsitzenden, laut Vorstandsvorsitzendem aus der Firmenkasse bezahlt.

Bei der Vielzahl der alleine in Bulgarien erfolgten Bußgelder liegt der Schluss nahe, dass

  • man in Bulgarien sich mutmaßlich nicht um die lästige Einhaltung der Gesetze kümmern will und
  • seitens der Konzerngeschäftsleitung kein ernsthafter Wille ersichtlich ist, die regelmäßigen Verstöße abzustellen oder die Verantwortlichen für systematische und scheinbar vorsätzliche Gesetzesverstöße zur Rechenschaft zu ziehen.

Dabei berichtet man aber nicht einmal über alles.

Lizenzentzugsverfahren

So laufen in Bulgarien nach gut unterrichten Quellen noch Verfahren wegen Bilanzmanipulation / Bilanzfälschung, und es liegen Insolvenzanträge gegen EVN Bulgaria vor. Staatliche Gutachter zur bilanziellen Situation berichten von Einschüchterung, Behinderung und Bestechungsversuchen. Das weckt kein Vertrauen. Das Aushungern von Produzenten alternativer Energie scheint bei EVN scheinbar System zu haben. Ein weiteres Beispiel hierfür ist ein deutscher Investor, der in Wasserkraftwerke investiert hat und dessen Einkünfte ebenfalls von EVN u.E. rechtswidrig zurückbehalten werden, ja sogar in der EVN Bulgaria Bilanz u.E. rechtswidrig ausgebucht wurden. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine Schönung des Bilanzergebnisses handelt, wobei es sich dabei um einen hohen 6- stelligen Betrag handelt. Der Investor versucht nun schon seit Jahren, diesen Rechtsbruch gerichtlich ahnden zu lassen, aber es gelingt EVN Bulgaria immer wieder gemeinsam mit den Behörden, eine Entscheidung zu verschleppen. Daneben wäre die EVN AG verpflichtet, Ad-hoc-Mitteilungen über ein Insolvenzverfahren oder ein Lizenzentzugsverfahren in den Märkten, in denen Aktien des Unternehmens gehandelt werden, zu veröffentlichen.

Zusammenfassung

Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union stellt die Nichtbeachtung der Primär- und Sekundärvorschriften durch Verwaltungshandlungen, die den Zielen des Rechts der Europäischen Union zuwiderlaufen oder diese nicht befolgen, eine fehlerhafte Anwendung des Rechts der Europäischen Union  dar (Urteil der Kommission vom 25. Mai 1982, der Europäischen Gemeinschaften gegen das Königreich der Niederlande, Rechtssache 96/81 (12); Urteil des Gerichtshofes vom 23. Mai 1985, Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Bundesrepublik Deutschland, Rechtssache 29/81. 84 (22) ).

Trotz der Umsetzung der Anforderungen aus der Richtlinie 2009/72 / EG und der Richtlinie 2009/28 / EG zur Förderung der Stromerzeugung und des -verbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen in nationales Recht durch die Einführung von präferenzbegünstigten Stromverkauf und Bestimmungen zur Gewährleistung der Unabhängigkeit  und Unparteilichkeit und deren  Umsetzung durch  die nationale Regulierungsbehörde, hat die KEVR mit ihren Handlungen beziehungsweise deren Unterlassungen die Verpflichtungen aus der europäischen Gesetzgebung unseres Erachtens in erheblichem Maße verletzt.

EVN als mutmaßlicher Anstifter und die KEVR als mutmaßlicher Täter verstoßen nach unserer Auffassung dagegen,  ihrer Verpflichtung in einem regulierten Markt nachzukommen und dessen Teilnehmer zur Einhaltung der Gesetze und der Ziele der Rechtsvorschriften der Europäischen Union zu zwingen:

  1. Die Rechtssicherheit von Investoren und berechenbare Förderregelungen in Bezug auf erneuerbare Energieträger wird unter Verstoß gegen die Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Förderung der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen durch wirksame Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Richtlinie 2009/28 / EG unterlaufen
  2. KEVR unternimmt nichts bei Verstößen gegen monopolistische Marktteilnehmer wie EVN Bulgaria, was den anderen Marktteilnehmern erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
  3. Dem Lieferanten (Erzeugern von EEG-Energie) Finikal EOOD wird die Unterstützung durch die Regulierungsbehörde (KEVR) verweigert, ihre gesetzlich garantierten Zahlungen für Energielieferung zu erhalten um diese für anderweitige Zahlungsverpflichtungen verwenden zu können. Gleichzeitig soll allem Anschein nach dem Endlieferanten EVN Bulgaria als Monopolmarktteilnehmer die Möglichkeit gegeben werden, sich mit Stromzahlungen, die von dem staatlichen Stromverteiler NEC an EVN Bulgaria entsprechend dem Art. 94 der EA monatlich bezahlt werden, jedoch nicht an den Stromlieferanten Finikal EOOD weitergeleitet werden, dem die Zahlungen gesetzlich als Hersteller zustehen.
  1. Finikal EOOD hat durch diese Vorgehensweise erhebliche Zahlungsschwierigkeiten, denn 25 Monatsrechnungen mit einer Gesamtsumme von ca. 2,7 Mio. EURO wurden von EVN Bulgaria nicht bezahlt, jedoch ist die Mehrwertsteuer für diese Summe fällig und muss durch Finikal EOOD ebenso wie die aufgelaufenen Verzugszinsen vom Finanzamt bezahlt werden.
  2. KEVR unterstützt durch seine Vorgehensweise und Untätigkeit den mutmaßlichen durch EVN begangenen Steuerbetrug, indem sich EVN die Vorsteuer der von Finikal EOOD erhaltenen Rechnungen erstatten lässt und gleichzeitig Finikal nicht in die Lage versetzt, die Mehrwertsteuer an den Staat abführen zu können.

 

Wir haben uns entschlossen, dieses Beispiel zunächst aus Sicht des Investors darzustellen. Um aber auch die andere Seite aufgrund der journalistischen Unabhängigkeit zu hören, werden wir eine Stellungnahme von der Deutsch-Bulgarischen Handelskammer AHK sowie der bulgarischen Botschaft erbitten. Wir sind gespannt auf deren Antworten.

 

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Inflationsschutz durch Immobilienfonds

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Frankfurt, 13. Juni 2018 – Der Preisanstieg hat sich in den vergangenen Wochen stark beschleunigt: Mit einer Teuerungsrate von 2,2 Prozent war die Inflationsrate im Mai so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr.

Zugleich zahlen Banken kaum noch Zinsen. Zehnjährige Bundesanleihen werfen lediglich eine Rendite von 0,3 Prozent ab. Sparer müssen daher andere Anlageformen wählen, wollen sie ihre Ersparnisse vor einem weiteren Kaufkraftverlust schützen, so die Aktion „Finanzwissen für alle“ der im BVI organisierten Fondsgesellschaften.

Immobilien gelten seit Langem als wertstabil und werden daher gerne für den Inflationsschutz genutzt. Doch nicht immer ist das Betongold wirklich dazu geeignet, das Privatvermögen zu schützen. Experten zufolge kommt es auf das jeweilige Objekt und die Lage an. Allerdings gilt wie bei Aktien auch: Es sollte nicht das gesamte Vermögen in Immobilien investiert werden. Denn falls die Immobilienpreise nicht wie erwartet steigen oder sogar sinken, schmilzt auch der Wert des Vermögens.

Statt Wohnungen oder gar Häuser zu kaufen, können Anleger auch mit kleinen Beträgen regelmäßig in Aktien von Immobilienunternehmen investieren oder Anteile an offenen Immobilienfonds erwerben. Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in verschiedenen Gebäuden an. Sie investieren zum Beispiel in Büro-, Handels- oder Industrieimmobilien, aber auch in Hotels und Restaurants. Mit einem guten Mix der Nutzungsarten streuen Anleger das Risiko ihrer Immobilienanlage. Die Mieteinnahmen, mögliche Wertsteigerungen und Veräußerungsgewinne steigern den Wert des Fondsanteils.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass für Anleger offener Immobilienfonds eine zweijährige Mindesthaltefrist gilt. Zudem müssen Anleger eine einjährige Kündigungsfrist einhalten. Allerdings ist ein Verkauf von Fondsanteilen häufig über die Börse möglich. Er ist dann gebührenpflichtig und abhängig vom aktuellen Tagespreis.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.

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