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Sparkasse darf Ihren Sparern nicht kündigen

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Landshut, 29.01.2015 – Verträge sind einzuhalten. Das hat das Landgericht Ulm entschieden. Auch wenn es sich dabei um hochverzinsliche Sparvertäge handelt, die der Profiterwartung der Bank im Wege stehen.

In einem Rechtsstreit um solche Sparverträge hat das Landgericht Ulm (Az. 4 O 273/13) den Sparern den Rücken gestärkt. Hintergrund der Auseinandersetzung sind so genannte Scala-Verträge, die die Sparkasse Ulm zwischen 1993 und 2005 mit Ihren Anlegern abgeschlossen hat.

In diesen Sparverträgen, die bis zu 25 Jahre laufen, gewährt die Sparkasse Ihren Sparern einen Bonus von bis zu 3,5 % jährlich. Bei dem aktuellen Niedrigzinsniveau, ein Verlustgeschäft für die Sparkasse – ein attraktives Geschäft für die Kunden. Zumal diese auch das Recht haben, die monatliche Sparrate von 25,- € bis 2.500,- € zu erhöhen.

2013 erklärte die Sparkasse, sie könne das Angebot in dieser Form nicht mehr verantworten. Den Sparern wurden Anlagealternativen angeboten. Rund 14.000 Kunden gingen auf das Angebot ein – wohl auch aus Angst, weil Ihnen sonst die Kündigung drohen würde. Etwa 8000 Anleger haben dieses Angebot abgelehnt. Rund die Hälfte davon, sind der Bank wegen der hohen Guthaben, ein Dorn im Auge.

Bisher hat die Sparkasse Ulm zwar noch keine Verträge gekündigt, Sie ist jedoch der Meinung, dass Sie dazu berechtigt wäre. Ein Kunde strengte daraufhin die Feststellungsklage vor dem Landgericht Ulm an – welcher stattgegeben wurde.

Ein Sprecher der Sparkasse Ulm erklärte, Sie wolle das Urteil prüfen und dann über weitere Schritte entscheiden.

Quelle: manager-magazin.de, FOCUS online

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Stiftung Finanzbildung ehrte bayerische Gymnasiasten mit dem Klaus-Hildebrand-Preis

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Der jährliche Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ fördert die Auseinandersetzung mit Wirtschafts- und Finanzthemen.

Ende Juni 2015 war es wieder soweit: Die diesjährigen Preisträger des Wettbewerbes „Jugend wirtschaftet!“, der seit 2012 mit kommunikativer Unterstützung des bayerischen Kultusministeriums durchgeführt wird, erhielten an ihren Abiturfeiern aus den Händen ihrer Lehrer und den Direktoren der jeweiligen Schulen ihre Auszeichnungen.

Die beiden Abiturienten Lea Alsheimer und Christoph Hellmann der Jahrgangsstufe Q12 des Theresien-Gymnasiums Ansbach hatten ihre Seminararbeiten, also ihre Zulassungsarbeiten des wissenschaftspropädeutischen Seminars im Fachbereich Wirtschaft und Recht für den Wettbewerb „Jugend wirtschaftet 2015“ eingereicht, bei dem insbesondere Seminararbeiten am Gymnasium oder einer Beruflichen Oberschule aus dem Themenfeld „Finanzielle Bildung“ berücksichtigt werden.

Lea Alsheimer hat mit ihrer W-Seminararbeit über die Thematik „Behavioral Finance“ aus dem W-Seminar von Herrn OStR Nicolas Gäbel mit dem Rahmenthemenkreis „Das Geld der Zukunft – Money makes the world go round“ den ersten Preis gewonnen und konnte sich über einen Geldpreis in Höhe von 300 EUR freuen.
Christoph Hellmann konnte die Jury mit seiner W-Seminararbeit zum Thema „Der Bitcoin“ überzeugen. Er wurde mit einem Sonderpreis für ein sehr „Innovatives Thema“ ausgezeichnet.
Als dritter Preisträger wurde Stefanie Kobler von der BOS Landshut für ihre Seminararbeit zum Thema „Der EU-Emissionshandel – Eine kritische Würdigung für Deutschland“ mit einem Sonderpreis Nachhaltigkeit, der von dem Forum Nachhaltige Geldanlage gestiftet wurde, ausgezeichnet.
Die Oberstufenschüler sind von der fünfköpfigen Jury, der der Landshuter Ökonomie- Professor, Diplom Kaufmann und ehemalige Präsident der Fachhochschule Landshut Dr. Erwin Blum, Herr Dr. Thomas Goppel, Mitglied des bayerischen Landtags und bayerischer Wissenschaftsminister a.D., die Diplom-Kauffrau und Mediatorin Frau Karin Hildebrand, der Vorstandsvorsitzende des Forums Nachhaltige Geldanlagen Volker Weber sowie der Wirtschaftspublizist Edmund Pelikan angehören, mit dem Klaus-Hildebrand-Preis ausgezeichnet worden.

Die feierliche Preisverleihung wurde Ende Juni im Rahmen der Abiturfeier vom jeweils betreuenden Seminar- und Wirtschaftslehrer vorgenommen. Damit war es Schülerinnen und Schülern aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig des Theresien-Gymnasiums Ansbach bereits zum zweiten Mal in Folge gelungen, sich im bayernweiten Wettbewerb durch ihre harte Arbeit und ihr ausdauerndes Engagement für eine exzellente Seminararbeit bis ganz an die Spitze Bayerns durchzusetzen. Der Slogan des Wettbewerbs „Hard work pays off“ hat sich also wieder einmal bewahrheitet.

„Mit diesen positiven Beispielen widerlegen wir, dass sich Oberstufenschüler in Bayern nicht mit Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzen“, stellt Edmund Pelikan, Wirtschaftspublizist und Finanzsachverständiger, der die Stiftung Finanzbildung ins Leben rief, heraus, „der wichtige Impuls hierfür kommt aber meist durch engagierte Lehrer.“

Nach erfolgreicher Etablierung des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ plant die Stiftung Finanzbildung eine Erweiterung ihrer Tätigkeit. Die Stiftung hat das Konzept eines Finanzbildungsmagazins „economissimus“ in Auftrag gegeben. Darin soll eine offene Debatte rund um Wirtschafts- und Finanzthemen angestoßen werden. Ein Twitter-Account unter @economissimus besteht bereits. Neben Journalisten und Publizisten sollen auch feste Schüler- und Studentenredakteure zur Themenfindung und -umsetzung eingebunden werden. Zur nachhaltigen Finanzierung des Projektes soll noch in diesem Jahr eine Crowdfunding-Aktion gestartet werden. Denn eines zeigt auch wieder die Griechenlandkrise: Finanzbildung ist systemrelevant.

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Stiftung Finanzbildung ehrte bayerische Gymnasiasten mit dem Klaus-Hildebrand-Preis

©Stiftung Finanzbildung

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Der jährliche Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ fördert die Auseinandersetzung mit Wirtschafts- und Finanzthemen. 

Ende Juni 2015 war es wieder soweit: Die diesjährigen Preisträger des Wettbewerbes „Jugend wirtschaftet!“, der seit 2012 mit kommunikativer Unterstützung des bayerischen Kultusministeriums durchgeführt wird, erhielten an ihren Abiturfeiern aus den Händen ihrer Lehrer und den Direktoren der jeweiligen Schulen ihre Auszeichnungen.

Die beiden Abiturienten Lea Alsheimer und Christoph Hellmann der Jahrgangsstufe Q12 des Theresien-Gymnasiums Ansbach hatten ihre Seminararbeiten, also ihre Zulassungsarbeiten des wissenschaftspropädeutischen Seminars im Fachbereich Wirtschaft und Recht für den Wettbewerb „Jugend wirtschaftet 2015“ eingereicht, bei dem insbesondere Seminararbeiten am Gymnasium oder einer Beruflichen  Oberschule aus dem Themenfeld „Finanzielle Bildung“ berücksichtigt werden.

Lea Alsheimer hat mit ihrer W-Seminararbeit über die Thematik „Behavioral Finance“ aus dem W-Seminar von Herrn OStR Nicolas Gäbel mit dem Rahmenthemenkreis „Das Geld der Zukunft – Money makes the world go round“ den ersten Preis gewonnen und konnte sich über einen Geldpreis in Höhe von 300 EUR freuen.

Christoph Hellmann konnte die Jury mit seiner W-Seminararbeit zum Thema „Der Bitcoin“ überzeugen. Er wurde mit einem Sonderpreis für ein sehr „Innovatives Thema“ ausgezeichnet.

Als dritter Preisträger wurde Stefanie Kobler von der BOS Landshut für ihre Seminararbeit zum Thema „Der EU-Emissionshandel – Eine kritische Würdigung für Deutschland“ mit einem Sonderpreis Nachhaltigkeit, der von dem Forum Nachhaltige Geldanlage gestiftet wurde, ausgezeichnet.

Die Oberstufenschüler sind von der fünfköpfigen Jury, der der Landshuter Ökonomie- Professor, Diplom Kaufmann und ehemalige Präsident der Fachhochschule Landshut Dr. Erwin Blum,  Herr Dr. Thomas Goppel, Mitglied des bayerischen Landtags und bayerischer Wissenschaftsminister a.D., die Diplom-Kauffrau und Mediatorin Frau Karin Hildebrand, der Vorstandsvorsitzende  des Forums Nachhaltige Geldanlagen Volker Weber sowie der Wirtschaftspublizist Edmund Pelikan angehören, mit dem Klaus-Hildebrand-Preis ausgezeichnet worden.

Die feierliche Preisverleihung wurde Ende Juni im Rahmen der Abiturfeier vom jeweils betreuenden Seminar- und Wirtschaftslehrer vorgenommen. Damit war es Schülerinnen und Schülern aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig des Theresien-Gymnasiums Ansbach bereits zum zweiten Mal in Folge gelungen, sich im bayernweiten Wettbewerb durch ihre harte Arbeit und ihr ausdauerndes Engagement  für eine exzellente Seminararbeit bis ganz an die Spitze Bayerns durchzusetzen. Der Slogan des Wettbewerbs „Hard work pays off“ hat sich also wieder einmal bewahrheitet.

„Mit diesen positiven Beispielen widerlegen wir, dass sich Oberstufenschüler in Bayern nicht mit Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzen“, stellt Edmund Pelikan, Wirtschaftspublizist und Finanzsachverständiger, der die Stiftung Finanzbildung ins Leben rief, heraus, „der wichtige Impuls hierfür kommt aber meist durch engagierte Lehrer.“

Nach erfolgreicher Etablierung des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ plant die Stiftung Finanzbildung eine Erweiterung ihrer Tätigkeit. Die Stiftung hat das Konzept eines Finanzbildungsmagazins „economissimus“ in Auftrag gegeben. Darin soll eine offene Debatte rund um Wirtschafts- und Finanzthemen angestoßen werden. Ein Twitter-Account unter @economissimus besteht bereits. Neben Journalisten und Publizisten sollen auch feste Schüler- und Studentenredakteure zur Themenfindung und -umsetzung eingebunden werden. Zur nachhaltigen Finanzierung des Projektes soll noch in diesem Jahr eine Crowdfunding-Aktion gestartet werden. Denn eines zeigt auch wieder die Griechenlandkrise: Finanzbildung ist systemrelevant.

Quelle: Stiftung Finanzbildung

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Promis sind schlechte Anlageberater

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Letztendlich geht es immer um die Kosten

Landshut, 03.06.2015 – Kennen Sie die Geissens im Trash-Programm von RTL?

Ich kenne kaum Schlimmeres. Irgendwie erinnert mich dieser großkotzige Prolet an die S&K-Bilder, die derzeit wegen des nahenden Prozessbeginns wieder in den Medien präsent sind. Die neue Werbekampagne „Reich mit Geiss“ schießt aber den Vogel ab. Sie spielt genau mit den Faktoren, die kürzlich meine Stiftung Finanzbildung mit ihrer “Finanztraum-Anzeige” aufdecken wollte. Da ist einer, der vermeintlich Millionen hat und diese Strategie verrät er nun. Nichtig ist, dass der Fonds schon vor dem Werbeengagement existierte und im Vergleich zu anderen dividendenorientierten Fonds eher Underperformer ist. Um eines klarzustellen: der Fonds ist nicht unseriös, die Werbung ist aber in puncto Geschmack daneben. Selbst die Depotbank des Fonds, Hauck & Aufhäuser, distanziert sich von dieser Werbung nach einem Welt-Bericht vom 18.03.2015. Auf der Fondsvergleichsplattform Fondsweb ist der hinter Werbung steckende Fonds von Patriarch mit laufenden Kosten von 1,52 Prozent ausgewiesen. Die Total Expense Ratio liegt bei 1,98 Prozent. Aber dass die Geissens nicht der billige Jakob sind, sieht man bei dem Blick auf ihre persönliche Promoseite: meine Autos, meine Jachten, meine Häuser. Bei den S&K-Geschäftsführern der wegen Betrugsverdacht verhafteten Initiatoren brachte man Bentley noch mit dem Hinweis auf Geldverschwendung in Verbindung. So ändern sich die Blickwinkel.

Aber Geiss ist nicht der erste Prominente, der für Finanzanlagenprodukte wirbt. Ein Klassiker ist Manfred Krug gewesen, der die Privatisierung der Telekom zur Volksaktie machte. Wer heute sich an die überteuerte 2. und 3. Tranche erinnert, denkt absolut zurecht, wie wir denn einem Schauspieler je in Finanzfragen glauben konnten. Das ist genauso, wie wenn wir Stevie Wonder gebeten hätte, einen Blick darauf zu werfen.

Aber jetzt ist auch Börsen-Guru Dirk Müller mit von der Partie. Seit Langem predigt er vor den Gefahren, die Anleger ereilen können. Viele Anhänger hat er mit seiner Finanzethos GmbH, die seine Vorträge, Bücher und Finanznachrichten vermarktet. Bei seinem ersten Fonds – beziehungsweise mit seinem Namen gelabelten Fonds – setzt er aber aufs Nachmachen: Die Value-Strategie von Warren Buffett ist das Konzept. Interessant liest sich, dass er auf die großen Sauereien verzichten will, die in der Fondsindustrie üblich sind. Explizit nennt er hier den Verzicht auf die Wertpapierleihe, die in vielen Fondskonzepten erlaubt ist. Das ist gut und sicherlich der richtige Ansatz. Sehr robust erwies der Fonds sich in den ersten Wochen seiner Platzierung seitens der Kursentwicklung nicht, obwohl er dem Vernehmen nach stark nachgefragt war. Und das, trotzdem Müller bzw. die Emittenten Warburg/FOCAM nicht einen kostengünstigen Fonds an den Markt gebracht hatten. Die Total Expense Ratio liegt immerhin bei 1,69 Prozent. Dirk Müller argumentiert, dass man kein Aldi-Fonds sei. Erstaunlich ist seine Einstellung zur Performance-Fee. In einem Interview äußerte er, dass er eine Managementgebühr bekomme, wozu brauche er dann noch einen Bonus on top. Wirkt eher wie die Aussage eines Beamten. Den aus einer geringeren Managementgebühr und einer echten Performance-Fee wird ein Schuh. Denn dann sitzen Fondsmanager und Anleger in einem Boot. Ich schätze Dirk Müller wirklich. Er hat sich als einer der ersten vehement gegen Volksfinanzverdummung gestellt. Langsam reklamiert er eine Stellung für sich wie Helmut Schmid in der Politik. Der weiß auch alles, und er ist derzeit noch der Einzige in Deutschland, bei dem sich sogar das Navigationsgerät entschuldigt.

Eine ordentliche Vermögensverwaltung für kleine Vermögen ist durchaus fondsbasiert sinnvoll. Da widerspreche ich eindeutig manchen schreibenden Mathematikern. Aber es kommt immer auf die Kosten an. Meist sind hier die ETFs eine gute Basis. Die wenigsten Fondsmanager schlagen den entsprechenden Index. Wie entscheidend die Kosten mit der tatsächlichen Performance zusammenhängen, zeigt eine Studie, die vor einem knappen Jahr von Morningstar veröffentlicht wurde. Darin wurden 718 globale Aktienfonds im Zeitraum 2009 bis 2013 analysiert. Das Ergebnis  erstaunt nicht: Bei den Fonds mit einer Total Expense Ratio p.a. von 0,8 Prozent konnte eine Performance von 13,7 Prozent im Jahr erzielt werden. Bei jährlichen Kosten von 1,5 Prozent beziehungsweise 1,9 Prozent erreichten die Fonds nur noch Jahresergebnisse von 13 Prozent beziehungsweise 12,8 Prozent. Das Fazit: Die Kosten schlugen nahezu eins zu eins sich in einer Performanceverschlechterung nieder.

Wir lernen also: Traue nicht jedem Prominenten, sondern mache Dir selbst Gedanken und achte immer auf die Kosten! Diese machen nur dann Sinn, wenn ein echter Mehrwert damit erreicht werden kann. In jedem Fall muss jeder Anleger etwas tun und sich Gedanken über sein Geld machen. Auf Rente und Anleihemärkte ist kein Verlass mehr. Selbst eingefleischte Hütchenspieler sagen über die deutsche Finanzpolitik, dass sie unseriös ist.

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Unser letzter Flug

‎In eigener Sache

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Landshut, 20.05.2015 – Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Auf meinem Rückflug von der Sparkassenakademie NRW aus Münster hat der Kapitän am Abend, zu Beginn des Fluges, die Fluggäste mit folgenden Worten willkommen geheißen: „Wir begrüßen Sie heute zu unserem letzten Flug“. Einen Raunen ging durch die Maschine.
Nach einer kleinen Pause ergänzte er: „des Tages“! Auf Englisch hat er dann die Wendung „evening-flight“ verwendet. Auf jeden Fall sind wir alle gut nach Hause gekommen.

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Griechen zahlen Miete mit Kaution

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Kommentar von Edmund Pelikan

Landshut, 13.05.2015 – Langsam werden alle Tabus eines vernünftigen Finanzgebarens Griechenland gebrochen. Die Rückzahlung von 750 Millionen Euro IWF-Gelder am 12. Mai 2015 zeigt dies eindrucksvoll. 

Der Löwenanteil des Geldes von 650 Millionen Euro zahlt Griechenland nach Pressenberichten durch eine IWF interne Umbuchung. Belastet wird dabei der für alle IWF obligatorische Notfallfonds jeden Landes.

Das wäre genauso, wie wenn ein Mieter seine fällige Miete durch die Kaution begleichen würde. Diese Kaution ist aber eine Art Sicherungsleistung – wie auch der IWF-Notfallfonds – für den Fall, dass der Mieter zahlungsunfähig wird. Kein normaler Vermieter dieser Welt würde sich auf diesen Deal einlassen. Der IWF scheint aber zu diesem Finanztrick seine Zustimmung gegeben zu haben. Das zeigt, dass übliche monetäre Verhaltensregeln bereits für Griechenland außer Kraft gesetzt wurden.

Um so erstaunlicher ist, dass Markus Söder, bayerischer Finanzminister in der Sendung „Hart aber Fair“ seine Überzeugung geäußert hat, Griechenland würde seine Schulden je zurückzahlen können. Ehrlicher war hier die Einspielung einer Tsipras-Rede vor dem griechischen Parlament, in der er deutlich sagt, dass bereits der Beitritt Griechenlands lediglich eine politische Frage war. Er bestätigte damit die oft geäußerte Vermutung, dass die formelle Unfähigkeit der Beitrittsbedingungen der EU bereits damals bekannt war. Deshalb so schließt er an, ist auch die Entschuldung Griechenlands heute nicht eine ökonomische, sondern eine politische Entscheidung.

So gehen die verantwortlichen Politiker mit unseren Steuergeldern um!?!

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Bauernfängerei durch Staat und Münze

Gold und Silber im Tresor

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Landshut, 13.05.2015 – Eine satirische Streitschrift von Edmund Pelikan, ob das Bundesfinanzministerium betrügt!

Die Geldrevoluzzer legen deshalb ihre Guthaben in Edelmetalle an. Das scheint gut und sicher zu sein. Gold gilt zwar als Notfallwährung, was aber beim Euroexodus tatsächlich passieren würde, steht in den Sternen. Am besten fragt man Max Otte oder Dirk Müller, denn die wissen es sicher. Spaß beiseite.

Eine absolute monetäre Realsatire entdeckte ich gerade in einer Internetanzeige. „Tausche 25 Euro gegen 25 Euro“ hieß es dort. Etwas irritiert, ob ich den Eurozusammenbruch verpasst habe und bereits wieder Tauschhandel eingeführt wird, las ich weiter. Mensch, eine Münzerei (Name zum Schutz vor unvorsichtigen Anlegern geändert) bietet eine 25 Euro-Geldmünze aus purem Silber für 25 Euro an. Und der Clou dabei: Aufgrund eines Beschlusses des Bundesfinanzministeriums kommt erstmals eine offizielle Gedenkmünze mit einem Geldwert von 25,– Euro in den Umlauf. Ist das nicht toll? Ich wollte gleich eine Kerze in der Kirche für den armen Münzhändler anzünden, da dieser ja scheinbar nichts verdient. Aus der ganzen Internetanzeige ging leider nicht hervor, wie schwer diese 999/1000 pure Rarität ist. Aber es wurde betont, dass jeder Haushalt lediglich eine Münze bekommen würde. Verständlich, Raritäten sind schließlich beschränkt. Klingt irgendwie nach Vorstufe zum Schwarzmarkt. Aber bestellen konnte man auch gleich, ohne weitere Aufklärung!

Leider kann ich dann immer mein Sachverständigenherz nicht zurückhalten, und begann nachzuforschen. Auf der Seite des Münzhändlers war dann die Angabe des Gewichts zu finden – 18 Gramm wog das gute Stück. Ein Blick auf den aktuelle Silberkurs (am 06.05.2015, Anmerkung der Redaktion) ergab einen Wert pro Gramm von 0,47 Euro. Damit liegt die 25 Euro-Gedenkmünze bei einem Materialwert von 8,46 Euro, und dieser ist höher als bei anderen Münzen aus dem Strauß der gesetzlichen Zahlungsmittel. Ja, ich weiß auch, dass Edelmetallmünzen durchaus mit einem Aufschlag von 10 bis 30 Prozent zum reinen Materialpreis gehandelt werden. Aber über 200 Prozent Aufschlag? Da verdient irgendwer kräftig!

Auf den Punkt gebracht:
Ein Materialwert von 8,46 Euro wird für 25 Euro verkauft, nur weil das Finanzministerium sagt, es ist ein gesetzliches Zahlungsmittel. Langsam ist es soweit, Bundesfinanzminister Schäuble zur Heiligsprechung bei Papst Franziskus anzumelden, wenn er solche Wunder wirkt. Die Münzerei hat, wie man hört, schon eine Anfrage von ZDF-History Chef Guido Knopp für eine Folge aus der Serie „Schäubles Helfer“. In jedem Fall ist diese Werbung waffenscheinpflichtig!

Zurück zur Realität:
Bei Edelmetallkäufern spielt meist der Gedanke an einen Finanzmarktzusammenbruch eine Rolle. Wenn dieser stattfinden sollte, ist das Geldwertversprechen von 25 Euro des Finanzministers Makulatur. Die Münze ist dann nur soviel wert wie der Materialwert, nämlich 8,46 Euro. Also wie schizophren muss man sein, um auf solch ein Bauernfängerangebot hereinzufallen? Und das Wichtigste: Wer verdient daran? Ich frage mal im Bundesfinanzministerium und bei Parlamentariern nach. Versprochen!

Mein Vorschlag zum Schluss:
Sollte nicht Handel mit Gold und Silbergedenkmünzen noch nachträglich in das Kleinanlegerschutzgesetz inklusiv Werbeverbot und Verbot zum Verleiten von Gedenkmünzhandel aufgenommen werden?

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Teilerfolg von Lloyd Fonds reicht nicht

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Kommentar von Edmund Pelikan

Landshut, 09.04.2015 – In den letzten Wochen berichteten wir über das Angebot der Lloyd Fonds AG an elf ihrer Schiffsfonds, deren Kommanditkapital in Aktienkapital der Lloyd Fonds AG umzuwandeln und damit aus einer Emissionshaus AG eine echte Schifffahrts AG zu machen.

Nach einer Pressemeldung der Lloyd Fonds AG konnte der Vorschlag in den Gesellschafterversammlungen zwar eine Mehrheit der Kommanditisten bei einer hohen Wahlbeteiligung überzeugen, die notwendige Dreiviertelmehrheit konnte jedoch bei nur einer einzigen KG erreicht werden. Nach Bekanntwerden der Abstimmungsniederlage fiel der Börsenkurs zeitweise auf deutlich unter zwei Euro, stabilisierte sich aber wieder bei dieser Marke. Man kann dies so interpretieren, dass die Umtauschpläne mehr der Aktiengesellschaft nützen als den Kommanditgesellschaften.

Die Lloyd Fonds AG hält wahrscheinlich deshalb an ihren Plänen fest und will gemäß Unternehmensangaben das „Geschäftsmodell weiterentwickeln“. Sie will es dann in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Juli vorstellen, um dann den bisherigen sowie weiteren KGs ein neues Angebot zu unterbreiten.

Neben zahlreicher medialer Zustimmung musste die Lloyd Fonds AG auch die eine oder andere berechtigte Kritik seitens Anwälten und Fachmedien einstecken. Man darf gespannt sein, wie sich Torsten Teichert als Vorstandsvorsitzender der Lloyd Fonds AG nun dieser Kritik stellt. Vielleicht wird nun endlich ein Kommunikationskonzept präsentiert, das ausgewogen sowohl auf die Chancen eines Neuaktionärs als auch auf die Ängste eines Kommanditisten eingeht. Als Vorbereitung für die im April stattfindenden Gesellschafterversammlungen wurden die Kommanditisten eher verprellt. So gewinnt man keine 75 Prozent der Stimmen.

Wir bleiben dran!

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Repräsentative Umfrage: Fast jeder Fünfte trifft Anlageentscheidungen mittlerweile ohne Berater

Rund ein Viertel der Bevölkerung holt sich Anlagetipps von Freunden und Bekannten

Geldscheine in Fächerform

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Wien, 08. April 2015 – Banken beraten beim Thema Geldanlage nicht kompetent und im Sinne des Kunden. Dessen sind sich fast zwei Drittel der Bevölkerung sicher (62%). Auf dem Vormarsch sind hingegen jene, die sich selbst um das eigene Vermögen kümmern. 20 Prozent der Befragten sehen sich als Selbstentscheider und treffen ihre Anlageentscheidungen eigenständig ohne Beratung. So die zentralen Ergebnisse der deutschlandweiten Studie „Money & Web 2015“, durchgeführt von der GfK Marktforschung im Auftrag von wikifolio.com.

Statt sich an ihre Bank zu wenden, lassen sich 11 Prozent der Bevölkerung von einem Vermögensverwalter beraten. Bereits 23 Prozent der Befragten holen sich Tipps von Freunden oder Bekannten. Besonders hoch ist der Anteil der Selbstentscheider bei Selbstständigen (27%), Männern (24%) sowie Anlegern ab 30 Jahren (22%). Noch höher ist er bei Befragten, die bereits über das Internet Geld angelegt haben (46%) oder Beratungstools im Internet nutzen (42%).

„Die wachsende Zahl der Selbstentscheider zeigt, dass sich immer mehr Menschen intensiv mit dem Thema Kapitalanlage auseinandersetzen und dafür vor allem das Internet nutzen“, so Andreas Kern, Gründer und CEO von wikifolio.com. Die Social Trading Plattform wolle deshalb einem breiteren Publikum Geldanlage näher bringen sowie die Möglichkeit geben, einfach, kostenlos und mit Spaß von erfahrenen Tradern zu lernen. Darüber hinaus stehe die Plattform auch Vermögensverwaltern und Finanzberatern offen, die ihre Expertise neuen Zielgruppen zugänglich machen wollen.

Die Studie „Money & Web 2015“ wurde im Auftrag von wikifolio.com von der GfK Marktforschung durchgeführt. Dafür wurden rund 2.000 Männer und Frauen ab 14 Jahren in Deutschland befragt.

Quelle: wikifolio.com

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Reich mit Geiss: Eine Werbung, die daneben geht

Landshut, 24.03.2015 – Kommentar von Edmund Pelikan

reich-mit-geiss-screenshot

Quelle: www.reichmitgeiss.de

Mit meiner Tochter kämpfe ich immer mal wieder um das Montag Abendprogramm. Sie steht auf „Die Geissens“ und ich wüsste kaum Schlimmeres. Irgendwie erinnert mich dieser großkotzige Prolet an die S&K-Bilder, die derzeit wegen des nahenden Prozessbeginns wieder in den Medien präsent sind. Wenn es nach dem Motto ging, die Schönere gibt nach, müsste ja meine Tochter mir die abendliche Fernsehauswahl überlassen. Meistens jedoch räume ich das Feld, da ja eh noch immer viel Arbeit ansteht und ich mir im Zweifelsfall die eine oder andere Lektüre zu Gemüte führe.

die Geissens WELT_artikel

Quelle: www.welt.de

Die neue Werbekampagne „Reich mit Geiss“ schießt aber den Vogel ab. Sie spielt genau mit den Faktoren, die die Stiftung Finanzbildung mit ihrer ANTI-Anzeige aufdecken wollte. Da ist einer, der vermeintlich Millionen hat und diese Strategie verrät er nun. Nichtig ist, dass der Fonds schon vor dem Werbeengagement existierte und im Vergleich zu anderen dividendenorientierten Fonds eher Underperformer ist. Um eines klarzustellen: der Fonds ist nicht unseriös, die Werbung ist aber in puncto Geschmack daneben. Selbst die Depotbank des Fonds, Hauck & Aufhäuser, distanziert sich von dieser Werbung nach einem Welt-Bericht vom 18.03.2015.
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Die Stiftung Finanzbildung hatte vor einem halben Jahr ihre „Finanztraum-Anzeige“ geschalten, um auf unreelle Geldanlagen aufmerksam zu machen. Allen, die sich auf diese Anzeige gemeldet hatten, wurde folgender Text geschrieben und damit indirekt vor Werbungen im Stil von „Reich mit Geiss“ gewarnt:

Herzlichen Dank, dass Sie sich auf die Anzeige „Finanztraum“ bei uns gemeldet haben. 
Wir freuen uns, dass wir Ihre Aufmerksamkeit erzielt haben.

Kennen Sie das Buch (1984) beziehungsweise den Film (2008) „Die Welle“ von Hans-Georg Noack. Dort startet ein Experiment aufgrund der Frage einer Schülerin, warum zwischen 1933 und 1945 sich so viel Menschen haben mitreißen lassen und ob das heute nicht mehr möglich wäre. Der Roman zeigt, dass es wahrscheinlich heute wieder möglich wäre. 

Dadurch inspiriert haben wir von der Stiftung Finanzbildung uns überlegt, Anlegerschutz erlebbar zu machen und die Anzeige „Finanztraum“ entwickelt. Diese Anzeige hat bei Ihnen Gier ausgelöst. Und durch finanzpsychologische Mechanismen haben Sie verständlicherweise auf Slogans wie „Konzept der Milliardäre“, „absolut sicher“ und eine künstliche Verknappung von nur den „ersten 100 Rücksendungen“ aktiv reagiert. 

Hätten Sie auch dieses ominöse Produkt gezeichnet? Sie und wir wissen es nicht und soweit wollten wir es auch nicht treiben. Aber viele kluge und vernünftige Anleger sowie Anlageprofis sind auf Betrüger wie Bernard L. Madoff oder Helmut Kiener hereingefallen, um zwei Fälle von verurteilten Anlagebetrügern zu nennen. Gegen zahlreiche wird derzeit verhandelt, wie zum Beispiel gegen die Frankfurter S&K Verantwortlichen, die mediale Aufmerksamkeit durch Megapartys mit Elefanten und Promis erlangten. 

Natürlich sind selbst in Niedrigzinsphasen 12 Prozent Anlagerendite möglich, aber nie ohne Risiko. Ein Totalverlust ist in solchen Renditeklassen meistens möglich, ja sogar Teil des Systems. Entscheidend ist aber, dass sich der Investor darüber bewusst ist. Mehr Eigenverantwortung und Beschäftigung mit finanzwirtschaftlichen Fragestellungen ist anzuraten. Denn der gesetzliche Anlegerschutz ist eine Illusion. Gesetze erleichtern vornehmlich die Strafverfolgung nach Eintreten des Schadens. Schadensvermeidung erreicht der kritische und wissende Anleger durch Hinterfragung der Konzepte und der Suche nach dem „Weg des Geldes“.

Die Stiftung Finanzbildung entschuldigt sich, Sie verführt zu haben. Wir hoffen aber, dass wir Sie ein bisschen aufrütteln und Sie in einer kritischen Haltung bestärken konnten. Die Finanzwelt ist sehr spannend, wenn man sich mit ihr beschäftigt. Das Finanzbildungsmagazin Sinn&Invest der Stiftung können Sie sich kostenfrei unter www.sinninvest.de herunterladen. Bleiben Sie neugierig und kritisch!

Ihre 
Stiftung Finanzbildung

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