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Österreich hat jetzt eine nationale Finanzbildungsstrategie. Getreu dem Motto „Mein Geld. Mein Leben. Meine Entscheidung. Ich bin mir sicher.“ soll den Bürgerinnen und Bürgern das nötige Finanzwissen für eine verantwortungsvolle und selbstbestimmte Teilhabe am wirtschaftlichen Leben vermittelt werden.

„Österreich ist Deutschland einen richtungsweisenden Schritt voraus. Finanzkompetenz ist für alle Menschen wichtig, um ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Unabhängigkeit führen zu können“, so Verena von Hugo, Co-Vorsitzende des Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland e. V. Der gemeinnützige Verein von über 70 institutionellen Mitgliedsorganisationen aus Lehrkräften, Verbänden, Wissenschaft und Wirtschaft setzt sich deshalb für die Stärkung der ökonomischen Bildung in Deutschland ein. Neben der verpflichtenden Verankerung der ökonomischen Bildung in den Schulen als Teil einer modernen Allgemeinbildung, der fachlich und didaktisch fundierten Qualifikation der Lehrkräfte sowie der Herstellung von Bezügen zur Arbeitswelt gehört die Etablierung einer nationalen Strategie zu den zentralen Eckpunkten des Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland.

„Eine föderal abgestimmte nationale Strategie bietet auch in Deutschland die große Chance, wirtschaftliche Kompetenzen gezielt zu vermitteln. Diese sind heute wichtig wie nie – schließlich tragen sie einen zentralen Beitrag zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit bei. Klimawandel, Digitalisierung, demografischer Wandel: Alle drei Themen bringen das Thema Finanzierung mit sich – welche die Gesellschaft stemmen muss. Und hier sind wir auf die Teilhabe und Eigenverantwortung der Bevölkerung angewiesen“, erklärt Sven Schumann, Co-Vorsitzender des Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland.

Österreichs Finanzminister Gernot Blümel hat vergangene Woche gemeinsam mit Nicola Brandt, Leiterin des OECD Berlin Center die nationale Finanzbildungsstrategie Österreichs inklusive Aktionsplan bis 2026 vorgestellt. Diese beinhaltet die frühzeitige Vermittlung von Grundlagen, die Förderung einer verantwortungsvollen Finanzplanung, die Sensibilisierung für die Bedeutung von Finanzbildung und Sicherstellung des Zugangs zu qualitativ hochwertiger Finanzbildung für alle Bürgerinnen und Bürger sowie Dialog, Koordinierung und Evaluierung zur Steigerung der Effektivität der einzelnen Initiativen.  

Die OECD setzt sich mit der Initiative on Financial Strategies (INFE) seit 2008 dafür ein, die finanzielle Allgemeinbildung in den Mitgliedsländern zu stärken. 130 Länder sind dieser Empfehlung bereits gefolgt. In den Niederlanden treibt Königin Máxima, die auch als UN-Botschafterin für das Thema aktiv ist, die Finanzbildung der Bevölkerung voran. Schweden hat zusammen mit der kapitalgedeckten Vorsorge sieben Säulen der Finanzbildung für alle Lebensphasen etabliert. Hierzulande sucht man nach einer systematischen in finanziellen Grundbildung der Bevölkerung vergeblich. Für die neue Bundesregierung besteht hier ein großes und wichtiges Handlungsfeld, damit Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht weiter zurückfällt.

Quelle: Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland