Landshut, Juli 2021 ( Lukas Meyer, FOS Schüler LA): Finanzen spielen heutzutage in unserem Leben eine zentrale Rolle. Seien es die Rente, Steuern oder Kredite. All diese Wirtschaftlichen Punkte setzten eines voraus: dass wir ein grundlegendes finanzielles Wissen besitzen, das uns dabei hilft selbstverantwortliche und unabhängige finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Dieses Wissen erhalten wir durch Finanzbildung. Allerdings steht es weltweit schlecht um unsere finanzielle Bildung. Zu viele Menschen erhalten keine Finanzbildung.
In Europa liegt die Rate für Finanzbildung bei durchschnittlich 52%. Dabei haben vor allem die nördlich gelegenen Länder ein höheres finanzielles Verständnis. Besonders hoch ist die Finanzkompetenz in den Skandinavischen Ländern. Das Schlusslicht bilden Zypern und Rumänien. Abhängig sind diese Werte von verschiedenen Komponenten. So sind junge Menschen besser Finanziell gebildet als ältere. Auch der Wohlstand der einzelnen Menschen ist ausschlaggebend. Wohlhabende zeigen ein höheres Verständnis wohingegen ärmere nur ein geringes Wissen aufbringen können. Nebenbei erwähnt liegt der durchschnittliche Finanzbildungswert in Industriestaaten bei 52%, hingegen der Schnitt in Entwicklungsstaaten bei nur 28%.

Ein Blick auf Deutschland zeigt, dass auch wir ein massives Finanzbildungsproblem haben. Jeder zweite deutsche gibt laut einer Studie aus dem Jahr 2017 an, keine Finanzbildung erhalten zu haben. Mit Großbritannien teilen wir uns somit die letzten Plätze in Europa der nicht erhaltenden finanziellen Bildung. Im Vergleich zum Jahr 2013 sank der Wert nur minimal.

Eine Studie der Flossbach von Storch Stiftung untersucht die ökonomische Bildung in den Schulen der verschiedenen deutschen Bundesländern, gemessen an der Voraussetzung, dass Wirtschaft als ein vollständiges Nebenfach unterrichtet wird. In Niedersachen (74%), Baden-Württemberg (66%) und Bayern (64%) wird dies am ehesten erreicht im Gegenteil zu Saarland (34,5%), Sachsen (27,5%) und Rheinland-Pfalz (23%), die am schwächsten abschneiden.

Der Gesamtindex der ökonomischen Bildung in deutschen Schulen liegt derzeit bei 45,4%. Dieser Wert wurde zusätzlich getrennt von Lehrern und Schulen bewertet. Dabei fällt auf, dass vor allem bei den Lehrern ein Defizit an Finanzbildung vorliegt. Der Wert an ökonomisch Gebildeten Lehrern liegt bei lediglich 39%, stark unter dem Durchschnitt. Zurückführen lässt sich dieser Mangel auf die Ausbildung. Die Schulen, die das Unterrichtsfach Wirtschaft anbieten, kommen immerhin auf einen Schnitt von 48,5%.

Quelle: Lukas Meyer, FOS-Schüler Landshut