Landshut, 16.04.2018 (Ein Kommentar von Edmund Pelikan): Vor etwa einem Jahr fuhr der Holzfonds Lignum noblis – ein direktinvestierender Rundholzanbieter – gegen die Wand. Das war eine ähnliche Überraschung wie die 2018 bekanntgewordene Insolvenz des Containeranbieters P&R.

Der Branchendienst KMI GmbH hat nun die Probleme des Waldfonds von Nordcapital offengelegt. Noch 2007 und 2008 galten Waldfonds als interessante Immobilienfondsalternative. Das Beispiel Nordcapital zeigt, dass die damals vorherrschende Funktion eines Emissionshauses als (fachdummen) Kapitalsammelstelle sich heute rächt. Die Fehler reichen von der Auswahl des falschen Fachpartners, der nicht ausreichenden Prüfung von Restitutionsansprüche der rumänischen Waldgrundstücke bis zu einer falschen Bewirtschaftungsstrategie.

Allein bei dem Waldfonds 1 von Nordcapital konnten 60 Millionen Euro von 2.800 Investoren eingesammelt werden. Von den etwa 35 bis 40 Prozent Sollausschüttungen sollen bisher lediglich 9,5 Prozent geflossen sein. Eigentlich sollten 2020 schon wieder alle Waldgrundstücke verkauft sein. Das ist nach heutiger Ausgangslage eine Illusion. Fassen wir zusammen: Nordcapital hinkt sowohl bei finanziellen als auch bei juristischen Themen des Waldfonds 1 weit hinterher. Vielleicht haben die von der BeteiligungsReport Redaktion oft kritisierten Anlegerschutzanwälte recht, dass Nordcapital als Fondsverwalter bisher bei diesem Waldfonds wohl versagt hat.
Quelle: epk media