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Liebe Leser des InvestAnalyseBrief,

es hat schon etwas, die Bilanzanalyse des Jahres 2017. Wer nicht zu faul zum Lesen ist, kann sich mit einem Blick in das Zahlenwerk der Finanzhäuser tatsächlich eine der Wahrheit nahen Meinung bilden. Heinz-Roger Dohms hat das in seinem Blog finanz -szene.de gemacht und uns interessante Erkenntnisse mitgeteilt.

Zum Beispiel, dass es Sparkassen und Volksbanken besser geht, wie sie uns glauben lassen wollen. Ein Grund dafür ist, dass diese Institute die Provisionsumsätze massiv nach oben trieben. Bei Sparkassen schlägt das 2017 mit einem Plus von 8,4 Prozent zu Buche. Noch schamloser ist hier die Postbank, deren Provisionsüberschuss um 12,0 Prozent stieg.

Unter den Provisionen subsummierten sich auch die Gebühren, welche die Retailbanken unter dem Vorwand „Niedrigzinsen“ bis zur Schmerzgrenze des Kunden erhöhten. König Kunde merkt dies entweder nicht oder ist zu faul zum Wechseln. Banken ohne großes Retailgeschäft jedoch spürten den Schwund der Zinsmargen und haben außer eigenes Investmentgeschäft bzw. Spekulationsgeschäft diesem wenig entgegenzusetzen.

Am deutlichsten ist dies bei der Deutschen Bank zu sehen. Vorstandsgenerationen setzten hier auf die Sparte Eigenschaft mit ihren Megaboni – mit den bekannten Folgen und den nicht enden wollenden Problemen. Ob ein neuer Vorstandschef diese Kultur ändern kann oder gar will, ist mehr als fraglich. Denn was bleibt dann noch von dem ehemaligen Branchenprimus? Das verheerende Urteil zur Infrastruktur der Großbank durch seine eigene IT-Chefin Kim Hammonds rundet das Bild zum Negativen ab.

Heinz-Roger Dohms Fazit: Die Autobanken von Volkswagen und Mercedes, die die gewinnträchtigsten deutschen Banken des vergangenen Jahres waren, beherrschen den Point of Sale. Genau das fällt vielen klassischen Banken immer schwerer.

An dieser Kurzanalyse von finanz-szene.de sieht man, wie der monetäre Markt im Umbruch ist. Hinzu kommt die zunehmende Digitalisierung und Regulierung. Werden die Anlageprodukte deshalb besser? Sicher nicht, meistens fällt nur eine Verkäuferebene weg. Wenn ein teures, kompliziertes oder sogar schlechtes Produkt direkt nur über die digitale Welt an den Endkunden herangetragen wird, hat dieser keine Entschuldigung mehr, sich auf fehlende Finanzbildung oder mangelnde Beratung zu berufen. Im Digitalen heißt es: Seitenlangen FinTecNutzerbedingungen zustimmen und Vollhafter sein. Oder haben sie schon mal das Kleingedruckte von Facebook gelesen?

In diesem Sinne – bleiben sie kritisch.

Ihr Edmund Pelikan

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