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Liebe Leser des InvestAnalyseBrief,

die Wahl am 24. September 2017 hat ein Ergebnis gebracht: Deutschland ist unzufrieden und Protestwähler an allen Ecken. Und es läuft alles wieder auf eine Kanzlerin Angela Merkel hinaus. Aber was sagen die Märkte dazu?

Die gaben sich einige wenige Tage stabil und ziehen jetzt wieder an. Wahrscheinlich ist man froh, dass kein Wahnsinniger wie Donald Trump, der Amerika sukzessiv unregierbar macht, an die Macht gekommen ist. Wie zwar eine Jamaika-Koalition ausverhandelt werden soll, und welche Folgen dies für die (Finanz)Wirtschaft haben wird, bleibt abzuwarten. Die Euphorie kann ich in jedem Fall ökonomisch nicht begründen.

In meinem Markt-Round-Table im Schwestermagazin Immobilienbrief mit Professoren zu der Zukunft beziehungsweise Zinsabhängigkeit der Immobilienmärkte kam immer wieder die Sprache auf die marktwirtschaftlichen Lösungsansätze der Geld-Magenta-Partei von ökonomischen und ökologischen Problemen. Wird man diese aber in einer Koalition mit ökologischen Fundamentalisten wirklich realisieren können? Und was wird eine Langzeit-Kanzlerin von den massiven Störfeuern aus Bayern zu befürchten haben? Alle diese Fragen machen es nicht leicht, an eine Beendigung von Koalitionsverhandlungen vor Jahresende zu glauben. Die Idee, dass das Elefantenrundenrumpelstilzchen Martin Schulz innerhalb von sechs Wochen doch zurücktritt, und damit einer GroKo eine neue Chance gibt, ist zumindest einen Gedanken wert.

Eines, und da bin ich fest davon überzeugt, ist ausgeschlossen: Neuwahlen, denn diese würden dem Lieblingsfeind aller demokratischen Parteien, der AfD, weitere Wähler zutreiben. Und schließlich will man abwarten, bis die Blauen sich binnen weniger Jahren selbst zerlegen und atomisieren. Der Anfang ist schließlich gemacht. Derzeit sind lukrative Jobs zu vergeben, und das schweißt bei allen Differenzen zusammen. Im Parlamentsalltag werden die Unterschiede zwischen gemäßigt und rechtsextrem dann voll zu Tage treten.

Die Folgen: Ja, es wird eine Jahresendrallye für die Aktienmärkte geben, und die EZB wird weiterhin am billigen Geld festhalten. Im neuen Jahr, wenn auch eine neue Regierung steht, werden die Karten auch für die Märkte neu gemischt.

Damit genug von Politik und ab nächstes Mal wieder ein marktbezogenes Editorial. Bleiben Sie uns bis dahin gewogen und vor allem kritisch.

Ihr

Edmund Pelikan

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