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– eine Meinung von Edmund Pelikan

Landshut, 01.07.2016 – die spinnen die Briten, wusste schon der „Philosoph“ Obelix über die europäischen Inselbewohner zu berichten. Am Tag des BREXITs war ich auf einer Journalistenkonferenz und der Herausgeber unseres InvestAnalyseBriefes. Werner Rohmert stellte die Frage aller Fragen: Wird es den BREXIT am 23. Juni 2016 geben? Nur etwa drei Prozent der anwesenden Pressevertreter glaubten an das Unmögliche – darunter Werner Rohmert. Seine weise Begründung: Noch nie hat man Menschen aufhalten können, etwas Dummes zu tun! Und er behielt recht.

Seit Freitag, den 24. Juni 2016 stehen Europas Märkte Kopf. Das Pfund fiel um 10 Prozent, die Börsen ebenfalls, britische Banken teilweise um bis zu 30 Prozent. Der Grund lag in der Überraschung. Wie soll das auch anderes sein, wenn noch nicht einmal die englischen Buchmacher recht behalten, denn die gingen von einem Verbleib Britanniens in der EU aus. Der Wortwitz liegt in dem Vertrauen in ein Wettsystem. Letztendlich nur eine Fußnote im heutigen Finanzmarktwettsystem.

Gelernt hat die Politik immer noch nicht. Man darf doch nicht das Volk fragen, wenn das Richtige rauskommen soll – was auch immer das Richtige ist. Die Alten (Wähler) haben für die Sicherheit gestimmt, und die Unsicherheit erzeugt. Die Jungen (Wähler) hielten laut einer Umfrage BREXIT mehrheitlich für ein Abführmittel und dürfen die Sch…. nun ausbaden. Manchmal ist es doch von Vorteil, wenn man sich darüber informiert, worüber gerade abgestimmt wird. Was immer deutlicher wird: Wirtschaftsverstand kommt gegen stupiden Nationalismus und dumpfe Lügen mehrheitlich nicht an. Das sieht man an der britischen Ukip, an der deutschen AfD, an der französischen Front National und an der österreichischen FPÖ. Es herrscht in Europa Finanzanalphabetismus und zwar aus Überzeugung.

Fakt ist, dass die Engländer mit ihrem Votum gegen Europa an dem 24. Juni 2016 rund fünf Billionen Euro vernichtet haben, die in Aktien und Devisen steckten – das errechnete die DZ Bank. Das ist etwa doppelt so viel wie die jährliche Wirtschaftsleistung von Großbritannien. Lichtblick war Gold, das etwa acht Prozent hinzugewann. Ein schwarzer Freitag also nicht für alle! Die Strafe folgte auf dem Fuße: die Isländer schossen die Engländer aus der Fußball-EM.

Die Wirtschaftswelt wird weitergehen. Binnen zwei bis vier Wochen wird die größte Entrüstung vorbei sein, und man sich die Wunden geleckt haben. Der Großteil des Marktes wird BREXIT-Lösungen präsentieren, und dann war alles doch nicht so schlimm. Ein junger britisch stämmiger Bundestagsabgeordneter namens Kai Whittaker vertrat in seiner Rede einen starken Standpunkt: „Wir werden euch vermissen, aber nicht vergessen. Der Tag wird kommen, an dem wir wieder vereint sind, stärker als zuvor.“ In Deutschland dauerte dies über 40 Jahre.