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Landshut, 21.06.2016 – Das Handelsblatt vom 06. Juni hat sich ausführlich an einer Morningstar-Kritik gelabt, die den Promifonds von Max Otte als „abenteuerlich“ bezeichnete. Wir haben dies zum Anlass genommen, den Investmentfonds nach gleichem Muster wie die Fonds in der Nullnummer unter die Lupe zu nehmen:

Max Otte ist ein gefragter Untergangsprophet, seit dem er die Finanzkrise 2008 quasi vorhergesagt hatte. Sein Vorteil: er ist auch noch Professor und wurde somit neben dem Börsengesicht Dieter Müller zum Erklärbär der Finanzwelt für alle Finanzanalphabeten. Und das macht er wahrlich gut. Ich konnte ihn schon mehrfach auf Kongressen und in Talkrunden erleben. Das meiste, das er als Argumente beisteuert, ist fundiert und mit einer unaufgeregten Ruhe vorgetragen. Jetzt aber zum Fonds konkret:

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI P (T), der unter der Fondsgesellschaft Ampega Investment emittiert wird und der Fondskategorie Aktienfonds international zugeordnet wird, bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zum einen ist er mit einer Total Expense Ratio von 1,87 Prozent gebührentechnisch teuer. Ist aber auch nicht verwunderlich, es müssen ja auch in diesem Fall sowohl der Fondsmanager als auch der Namensgeber bezahlt werden. Bei einem Fondsvolumen von derzeit etwa 53 Millionen Euro reden wir also von 991.000 Euro Kosten pro Jahr. Und das, obwohl der Fonds in der Performance für ein Jahr bei einem Minus von über rund 12 Prozent liegt. Die Analysten von Morningstar werden im Handelsblatt mit folgender Kritik zitiert: „Zu viel konjunktursensible Werte, zu viele Finanzwerte, die gelitten haben. Bei Rohstofftiteln war der Manager zu früh eingestiegen.“ Wenn man ins Detail geht, merkt man, wovon Morningstar hier spricht. Positiv ist, dass immerhin 99 Prozent in Aktien investiert sind. Die Streuung der Branchen ist breit. Verwundert ist man, dass über 25 Prozent des Otte-Portfolios in zyklische Konsumwerte gehen, gefolgt von 14,5 Prozent in Technologie, 12,29 Prozent in nicht zyklischen Konsum und 11,56 Prozent in Banken. Da hilft es auch nichts, wenn die größte Aktienposition die Kultaktie Berkshire Hathaway A von Warren Buffett ist. Immerhin sind etwa 52 Prozent des Portfolios in Euro und nur etwas über 25 Prozent in US-Dollar.

Das Anlageziel des Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI P (T) wird wie folgt definiert: Ziel des Fondsmanagements ist die Erzielung eines attraktiven Kapitalwachstums. Um dies zu erreichen, investiert der Fonds schwerpunktmäßig in Aktien, aber auch in Anleihen und andere Wertpapiere (Bsp. Edelmetall-ETCs) nach dem Reinheitsgebot der Kapitalanlage. Die Titel im Fonds kommen zumeist aus Europa und Nordamerika. Deutsche, österreichische und europäische mittelständische Unternehmen stellen eine bevorzugte Anlageklasse dar, soweit sich unterbewertete Anlagemöglichkeiten finden lassen. Derivate werden gemieden.

So gesehen ist mit den oberen Parameter das definierte Anlageziel scheinbar erreicht worden, aber trotzdem hat der Fonds 2015/2016 schlechter abgeliefert, als geplant.

Fazit: Der Verlust des Fonds war überproportional.

Ist man als Professor also kein guter Fondsmanager?

Als Professsor, Marktkommentator oder Buchautor gibt man eine Meinung wieder, die eintreten kann oder auch nicht. Wenn diese eintritt, ist der Professor der Größte, so geschehen bei der Finanzkrise. Berechtigterweise verdient man dann viel Geld und ist ein gefragter Redner. Wenn man nicht recht hatte, ist im Grunde nichts passiert, sondern maximal bei denen, die einem geglaubt haben.

Als Fondsmanager handelt man meist nach seinen Überzeugungen, das heißt, man kauft nach oder gegen den Trend, sichert Positionen ab und schichtet Depots um. Wenn nun die prognostizierten Ereignisse bei Fondsmanagern nicht eintreten, verlieren die investierten Fondsanleger Geld. So einfach ist das.

Edmund Pelikan