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Landshut, 21.06.2016 – Wie hat sich das Anlageverhalten der Deutschen seit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank verändert? Dieser Frage ging TNS Infratest im Auftrag der Börse Stuttgart auf den Grund. Mittels einer repräsentativen Umfrage wurden zu dem Thema 2.000 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.

Das Ergebnis dazu ist eher ernüchternd. „Das Niedrigzinsumfeld hat kaum Auswirkungen auf das Anlageverhalten der Deutschen“, stellt Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e. V. fest. Nur wenige Anleger kümmern sich trotz historisch niedriger Zinsen vermehrt um Ihre Geldanlagen.

Obwohl sich nur rund ein Viertel der Bevölkerung wirklich regelmäßig um ihre Geldanlagen kümmert, gab die Hälfte an, sich zum Thema Gelanlagen gut bis sehr gut informiert zu fühlen.

Fast zwei Drittel der Deutschen haben kein Interesse an einer Anlage in Wertpapieren. Trotz der Niedrigzinsphase haben sie sich weder vermehrt mit Ihren Anlagen beschäftigt, noch würden sie es eher in Betracht ziehen, in Wertpapiere zu investieren.

Es gibt aber auch Licht am Ende des Tunnels. Nämlich unter den Anlegern, die bereits Erfahrung mit Wertpapieranlagen, wie Aktien, Fonds oder EFTs haben. Rund die Hälfte der wertpapiererfahrenden Anleger haben sich in den letzten 12 Monaten vermehrt um ihre Geldanlagen gekümmert. Zudem hat dieser Bevölkerungsanteil erkannt, dass gerade in Zeiten, in denen mit Banksparprodukten keine vernünftigen Renditen für den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge zu erzielen sind, kaum ein Weg an einer Anlage im Wertpapierbereich vorbei führt.

Auch bei der jungen Bevölkerungsgruppe zwischen 16 und 39 gibt es gute Nachrichten. Sie ist sich der Bedeutung von Geldanlagen vermehrt bewusst und beschäftigt sich ausführlicher damit, als die Altersgruppe ab 40.

Was den Vertriebsweg in Sachen Geldanlagen anbelangt, ist sich die Mehrheit der Deutschen einig: Eine persönliche Beratung beim Finanzberater ist unverzichtbar. Nur 13 Prozent der Bevölkerung treffen ihre Entscheidungen ohne vorherige Anlageberatung.

„Der Bedarf an professioneller Finanzberatung ist weiterhin hoch, der Weg zum selbständigen Anleger also noch lang. Doch langfristig müssen Anleger ihre Geldanlage selbst in die Hand nehmen und sich häufiger damit beschäftigen, als sie das aktuell tun. Dann steigt die Erfahrung und damit die Chance, eine möglichst gute Rendite bei tragbaren Risiken zu erzielen.“ So das Resümee von Dr. Völter.

Edmund Pelikan