Landshut, 02.02.2016 – Der Terroranschlag auf die SatirezeitscMedien-unter-der-Lupehrift Charlie Hebdo jährt sich und damit kommen den meisten die schrecklichen Nachrichten aus Fernsehen, Funk und Zeitung wieder in den Kopf. Auch erinnern wir uns an den riesigen Trauerzug, dem sich anderthalb Millionen Menschen angeschlossen haben, allen voran Regierungschefs aus 50 Nationen. So sah jedenfalls das Bild zunächst aus, doch der Anschein hielt nicht allzu lange. Dank geschickter Kameraführung und dem dazu passenden Text der Reporter war die Täuschung fast perfekt. Aber eben nur fast. Denn ein paar Tage darauf ereilten uns Fotos, welche genauestens bewiesen, dass die Staatsoberhäupter nicht mal in der Nähe der Demonstranten waren.

Der Grund dafür ist ein überaus logischer: Sicherheit. Vier Tage nach einem Terroranschlag war die Gefahr weiterhin groß, und es wäre schier unmöglich gewesen, so viele bedeutende Politiker in einer Menschenmenge diesen Ausmaßes noch beschützen zu können. Das ist auch für die meisten gewiss verständlich. Die Frage bleibt nur: Warum nicht gleich so?

Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender sollten doch darauf bedacht sein, ihre Nachrichten objektiv und mit der best möglichen Richtigkeit an ihre Zuschauer weiterzuleiten. Aber selbst öffentlich-rechtliche Nachrichtendienste wie ARD und ZDF, haben sich zuerst gleichfalls zu den propagandistischen Bildern verleiten lassen. Leider war es nicht das letzte Mal, dass diese Newsportale Bericht erstatten, ohne zuvor den Wahrheitsgehalt zu recherchieren und zu hinterfragen.

62. Exakter könnte das Ergebnis der alljährlichen Studie von Oxfam wohl nicht ausfallen. Demnach besitzen die 62 reichsten Menschen der Welt genauso viel wie 3,6 Milliarden, was die ärmsten 50 Prozent der Welt ausmachen. Oxfam beruft sich dabei auf die Zahlen des Global Wealth Reports der Bank Credit Suisse sowie die der Zeitschrift Forbes. Es ist jedoch fraglich, wie genau diese sein können. Schließlich will jeder seine Privatsphäre, gerade beim Thema Finanzen und Kapital, wahren. Das gilt genauso für Multimilliardäre. Schaut man sich noch die Liste der sogenannten Superreichen an, so haben alle eines gemeinsam: Sie machen ihr großes Geld mit großen Firmen und deren Aktien. Kurz und knapp: Sie sind Unternehmer. Wenn also das Vermögen von einer Aktie abhängt, kann der Wert dessen wirklich so genau gemessen werden? Und wenn jetzt noch für die Studie die Währung geändert werden muss plus die oben genannte Verschwiegenheit dazukommt?

Leider haben nur zwei der vielen Medien diese Nachricht hinterfragt. Zum einen die Frankfurter Allgemeine, deren Autor Phillip Plickert, die von Oxfam beschriebene Situation durch absurde Vergleiche des alltäglichen Lebens dem Leser klarstellen möchte. Zum anderen der Redakteur Bastian Brinkmann von der Süddeutschen Zeitung. Er erklärt das Vorgehen der Hilfsorganisation bei der Erstellung dieser Studie. Dabei wirft er einige berechtigte Zweifel zur Verbindung der verschiedenen Quellen auf. Kaum sind ihre negativen Meinungen draußen, findet man schon den ersten Kritiker der Kritiker, welcher versucht, alles wieder ins rechte Licht zu rücken. Dabei fällt auf, dass allen drei Berichten ein Fakt gemeinsam bleibt: Man kann die Vermögenswerte nicht genau berechnen.

Im Gegensatz dazu strahlten die öffentlich-rechtlichen Sender eine kaum überarbeitete Version des Artikels, den Oxfam veröffentlichte, aus. Sie erwähnten in keinem Wort, dass die Anzahl der Superreichen in jeglicher Hinsicht falsch oder möglicherweise unkorrekt ist. Nicht einmal eine kleine Einschränkung bei der Wortwahl war vorzufinden.

Wäre es nicht besser, wenn man ausgerechnet von diesen vom Rundfunkstaatsvertrag getragenen Nachrichtenportalen eine objektivere und durchdachtere Berichterstattung erwarten und erhoffen könnte?

Doch der Begriff objektiv ist anscheinend relativ.

Autorin: Laura Thomanek, Schülerredakteurin bei epk media GmbH & Co. KG