Nobelpreis 2012 © Nobel Media

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Ein Plädoyer für die Ökonomie von Edmund Pelikan

Landshut, 15.10.2015 – „Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis geht an den gebürtigen Schotten Angus Deaton, der an der Universität Princeton lehrt, spezialisiert auf Themen wie Armut und Ungleichheit.“ Diese Nachricht war am 12. Oktober 2015 in allen seriösen Medien zu lesen, zum einen verbunden mit Lob am Preisträger und zum anderen mit Kritik, da der Wirtschaftsnobelpreis nie von Alfred Nobel testamentarisch initiiert wurde und überdies die Ökonomie keine Naturwissenschaft ist.

Richtig ist, dass der sogenannte Wirtschaftsnobelpreis eigentlich Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften heißt und von der schwedischen Reichsbank seit 1968 anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens gestiftet wurde. Richtig ist auch, dass die Wirtschaftswissenschaft keine exakte Naturwissenschaft ist. Gerade seit der Finanzkrise sind sich Ökonomen bewusst, dass wirtschaftliche Prozesse ein Konglomerat aus diversen Einflussfaktoren sind und stark abhängig von Softskills wie zum Beispiel Verbraucherpsychologie.

Der amerikanische Komiker Danny Kaye brachte es einmal auf den Punkt: „Wirtschaftswissenschaft ist das einzige Fach, in dem jedes Jahr auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind.“ Oder anders ausgedrückt: Sowohl Keynes als auch Hayek können bei der gleichen Ausgangssituation zugleich recht behalten und sich irren.

In Anbetracht dieser Basis ist die Ausgangsvoraussetzung für die Politik ideal. Eine Verschuldung in Höhe der gewaltigen Summe von über zwei Billionen Euro wird für Umverteilungspolitiker bei einem Geld- und Immobilienvermögen von jeweils rund fünf Billionen Euro in Deutschland zu Peanuts. Da macht man schnell mal ein Gesetz und schon ist das Thema gelöst. Die EZB schafft derzeit monatlich 60 Milliarden Euro aus dem Nichts. Der französische Präsident Hollande formulierte in einem Interview mal so schön, als es um eine Deckung von Kosten ging: „Das kostet ja nichts, das zahlt doch der Staat.“ Genau aus diesem Grund ist die Diskussion über Wirtschaft und damit der Wirtschaftsnobelpreis so wichtig. Wirtschaft ist allgegenwärtig, jeder Mediziner und Künstler muss mit Geld umgehen können, sonst scheitert er. Oder er lässt sich als Staatsbediensteter alimentieren. Jede Art von sogenanntem Volksvermögen ist eine Illusion.

Verantwortung für das eigene Leben und den eigenen monetären Erfolg kann nicht delegiert werden. Auch wenn sich die Worte der Umverteilungspolitiker so schön anhören. Unter den Reichsten jeden Landes sind nur Unternehmer, Investoren und Erben, keine Beamten oder Angestellten. Bis auf die Erben sind diese oft ein enormes Risiko eingegangen, um dorthin zu gelangen. Zwar ist die Pflicht der Vermögenden und der erfolgreichen Unternehmer sozial zu sein, wie es ein Warren Buffet vorlebt. Aber Sozialismus oder gar Kommunismus sind nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die Diktatur des jeweiligen Politbüros. In einem Weltbericht wurde einst so zutreffend darüber berichtet, dass die Form des Kibbuz, der israelischen Variante der russischen Kolchose oder der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in der DDR, mit 30-Stunden-Wochen und einem Leben unter Gleichen nur deshalb möglich ist, da der israelische Staat diese Form enorm aus Steuergeldern subventioniert.

Was bedeutet dieses Plädoyer nun für die Finanzwirtschaft? Regulierung ist gut, aber nur in Maßen. Selbstverantwortung ist besser. Wer sich einmal die Pseudologie der Finanzpolitik vor Augen führt, weiß, dass die monetären Verführer auch in den Parlamenten sitzen. Deutschland versucht nicht nur derzeit, alle Probleme mit Geld zuzuschütten. Das wird nur zum Teil funktionierten. Deshalb sollte man jede anstehende Investition danach abklopfen, wie der Staat seinen Finanzhunger stillen wird. Sachwerte sind hier nicht der schlechteste Portfoliobaustein.